Vogel-Azurjungfer (Coenagrion ornatum (Selys, 1850))

DE Deutschland , DE-SN Sachsen Druckansicht

Diagnose

Die arttypische Zeichnung auf dem zweiten Hinterleibssegment der Männchen besteht aus einem kantigen „U“, welches nach unten gestielt ist und in der Mitte eine mitunter breit ausgeformte dritte Spitze trägt. Mitunter ähnelt die Zeichnung einem „W“. Eine hohe Verwechslungsgefahr besteht zur Speer-Azurjungfer (Coenagrion hastulatum) und der in Sachsen nur lokal bei Leipzig vorkommenden Helm-Azurjungfer (Coenagrion mercuriale). Das Pronotum der Weibchen zeigt zwei leichte Einbuchtungen mit einem dreieckigen Zipfel in der Mitte, der ebenfalls eingekerbt ist. Eine weitere Identifizierungsmöglichkeit beider Geschlechter dieser Art bietet die gezackte untere Begrenzung der hellen Flecke hinter den Augen.

Gesetzlicher Schutz und Rote Liste

Merkmale

Die Vogel-Azurjungfer erreicht eine Körpergröße von etwa 30 mm.
Bei beiden Geschlechtern reicht die schwarze Hinterleibszeichnung jeweils nur bis zur halben Segmentlänge. Vor allem auf den mittleren Segmenten der blau gefärbten Männchen endet die schwarze Zeichnung in einer lang ausgezogenen Spitze. Wie die Männchen der Helm-Azurjungfer (Coenagrion mercuriale) besitzen auch die Männchen dieser Art ein hell gerahmtes, dunkles Pterostigma (Flügelmal). Die oberen männlichen Hinterleibsanhänge fallen kürzer als die unteren aus und weisen nur eine schwach gekrümmte Spitze auf.
Weibchen zeigen eine blaugrüne oder blaue Grundfarbe. Bei ihnen endet die schwarze Zeichnung auf den mittleren Hinterleibssegmenten mit drei nach vorn gerichteten Spitzen.

Verbreitung

Neben historischen Fundpunkten im Leipziger Raum und in der Oberlausitz (Brockhaus & Fischer 2005) existieren aktuell drei bis fünf individuenreiche (> 100 Exemplare) Populationen dieser Art zwischen Diesbar, Nünchritz und Großenhain.

Lebensweise

Lebensräume

Bestandssituation

Bis zu dem ersten Wiederfund in der Dresdner Elbtalweitung im Jahr 2004 galt die Vogel-Azurjungfer in Sachsen lange Zeit als verschollen (Brockhaus & Fischer 2005). Inzwischen wird die Art als vom Aussterben bedroht geführt (Günther et al. 2006).

Literatur

  • Bellmann, H. 1993: Libellen: beobachten – bestimmen. Naturbuch Verlag, Augsburg. 274 S.
  • Brockhaus, T. & U. Fischer (Hrsg.) 2005: Die Libellenfauna Sachsens. Natur & Text, Rangsdorf. 427 S.
  • Dijkstra, K-D. (Hrsg.) 2006: Field Guide to the Dragonflies of Britain and Europe. British Wildlife Publishing, Gillingham, Dorset. 320 S.
  • Dreyer, W. 1986: Die Libellen Das umfassende Handbuch zur Biologie und Ökologie aller mitteleuropäischer Arten mit Bestimmungsschlüsseln für Imagines und Larven. Gerstenberg Verlag, Hildesheim. 219 S.
  • Günther, A., Olias, M. & T. Brockhaus 2006: Rote Liste Libellen Sachsens. – Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie, Dresden. 21 S. 
  • Sternberg, K. & R. Buchwald (Hrsg.) 2000: Die Libellen Baden-Württembergs, Band 1 Allgemeiner Teil, Kleinlibellen (Zygoptera), Literatur. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim). 468 S.


Autor(-en): Susanne Kurze. Letzte Änderung am 13.02.2017

Vogel-Azurjungfer, gefunden in der Nassau an einem naturnahen Wiesengraben im Mai 2009
(© T. Kästner)
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