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Zweipunkt-Marienkäfer
Paarung des Zweipunktmarienkäfers. Leipzig, 1991
(© Manfred Förster, Fotoarchiv Senckenberg Museum für Tierkunde Dresden)

Marienkäfer, insbesondere der Siebenpunkt (Coccinella septempunctata) und der Zweipunkt (Adalia bipunctata), gehören seit jeher zu den beliebtesten Insekten. Die beiden genannten Arten waren früher häufig und jedem Kind bekannt. Beide haben einen schwarzen Kopf und einen schwarzen Halsschild sowie rote Flügeldecken, auf denen der eine sieben und der andere zwei schwarze Punkte besitzt, woher die beiden Gesellen ihren Namen haben. Die Käfer sehen nicht nur schön aus, sie sind uns auch sympathisch, weil ihre Larven und die erwachsenen Käfer Blattläuse fressen. Deshalb werden sie sogar kommerziell gezüchtet und gezielt gegen Blattläuse an Kulturpflanzen eingesetzt. Aber ganz so einfach ist das nicht. Zum einen benötigen die Larven bestimmte Blattlausarten, um sich gesund entwickeln zu können, mit anderen Blattläusen funktioniert das nicht so gut und manche sind für die Käferarten sogar regelrecht schädlich. Zum anderen sind die Käfer aus unserer Region an den Winter angepasst und legen deshalb in ihrer Entwicklung eine Ruhepause ein, weshalb einige Zeit vergeht, bis genügend Käfer gezüchtet werden. Anders ist es beim Asiatischen Marienkäfer (Harmonia axyridis): der futtert mehr, macht eine Generation nach der anderen, sobald es warm genug ist und deshalb hat man ihn nach Europa und Nordamerika geholt, um ihn für den Einsatz in Gewächshäusern zu züchten. Und da ist er natürlich irgendwann ausgebüxst. Seit dem Jahr 2000 kennt man ihn bei uns aus dem Freiland, seit 2002 hat er sich rasant ausgebreitet. Genau seit dieser Zeit wurde der Siebenpunkt seltener.

Nun sind die für uns Menschen schön aussehenden Marienkäfer alles andere als friedlich. Sie sind räuberisch und fressen sich auch gegenseitig. Heute wissen wir, dass der Asiatische Marienkäferkäfer einzellige Pilze (Nosema) in seinem Körper besitzt, gegen die er widerstandsfähig ist, der Siebenpunkt aber nicht. So stirbt ein Siebenpunkt nicht nur, wenn er von einem Asiatischen Marienkäfer gefressen wird, sondern auch dann, wenn er einen Asiatischen Marienkäfer frisst. Den anderen räuberischen Marienkäferarten dürfte es ähnlich gehen. Auch sie sind seltener geworden, der Zweipunkt sogar schon vor der Flucht des Asiatischen Marienkäfers aus seiner Gefangenschaft. Heute ist der Asiatische Marienkäfer bei uns die häufigste Marienkäferart, der Siebenpunkt ist deutlich seltener geworden und der Zweipunkt wird selbst von Experten kaum noch gefunden. Die letzten Nachweise des Zweipunkts auf INSEKTEN SACHSEN stammen aus dem Jahr 2016, ein Einzelfund erfolgte noch am 03.05.2017 auf dem Bienitz bei Leipzig. Wo ist der Zweipunkt? Gibt es ihn in Sachsen noch? Wie viele Siebenpunkte gibt es und wie viele Asiatische Marienkäfer im Vergleich dazu? Um dies sachsenweit herauszufinden bedürfte es eines immensen Aufwandes, wenn die wenigen Spezialisten dies allein erforschen müssten. Deshalb würden wir uns freuen, wenn sich möglichst viele an dieser Suche beteiligen. Und das geht recht einfach: Fotografiert Marienkäfer, die Ihr findet mit einem Fotoapparat oder einem Handy und meldet Eure Beobachtungen auf INSEKTEN SACHSEN. Dabei findet Ihr vielleicht auch noch andere einheimischen Marienkäferarten. Experten prüfen jede eingehende Meldung und korrigieren, wenn nötig, auch die Artbestimmung.
Wer sich intensiver an der Erforschung beteiligen möchte, kann dort, wo er Marienkäferlarven findet diese nicht nur fotografieren, sondern aus der Blattlauskolonie auch ein paar Blattläuse entnehmen und sie in 30–70%igem Alkohol zur Bestimmung an unten genannte Adresse schicken.

Adresse zum Einschicken von Blattlausproben aus Kolonien, in denen Marienkäferlarven dokumentiert worden sind: Dr. Matthias Nuß, Senckenberg Museum für Tierkunde Dresden, Königsbrücker Landstr. 159, 01109 Dresden.

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