Anania perlucidalis (Hübner, 1809)

DE Deutschland , DE-SN Sachsen Druckansicht

Diagnose

Vorderflügel cremeweiß und braun bestäubt, leicht hyalin und mit irisierendem Effekt; bei 1/5 und 2/3 jeweils eine gezackte dunkelbraune Querlinie; äußere Querlinie S-förmig und im Außenfeld cremefarben gesäumt; Mittelfeld mit dunkelbraunem Punkt- und Strichmakel im Diskalfeld; Bereich zwischen Punkt- und Strichmakel nicht aufgehellt; Mittelfeld mittig entlang der äußeren Querlinie mit einer cremefarbenen Aufhellung; Außenfeld stärker braun bestäubt.

Ähnliche Arten: Bei Anania lancealis, Anania coronata, Anania stachydalis und Ostrinia nubilalis-Männchen ist der Bereich zwischen Punkt- und Strichmakel im Diskalfeld cremefarben bzw. gelb (O. nubilalis) aufgehellt. Anania fuscalis ist dunkler braun und besitzt im Mittelfeld keine Aufhellungen. Ostrinia nubilalis-Weibchen sind insgesamt stärker gelb gefärbt und besitzen im Außenfeld eine stark gezackte, +/- gerade verlaufende braune Querbinde.

Gesetzlicher Schutz und Rote Liste

Rote Liste Deutschland: gefährdet

Merkmale

Verbreitung

Von Großbritannien, Skandinavien und Finnland südlich bis Frankreich, Schweiz, Österreich, Kroatien und Rumänien, östlich bis in den Fernen Osten Russlands und Japan (GBIF; PESI; Kirpichnikova 1999; Parsons & Clancy 2023).

Lebensweise

Die Larve frisst an Kohl-Kratzdistel (Cirsium oleraceum) (Chretien, nach Lhomme), Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense), Sumpf-Kratzdistel (Cirsium palustre) und wahrscheinlich weiteren Distelarten (Parsons & Clancy 2023). Sie lebt von August bis Oktober in einem Gespinst, das den Blattrand nach unten biegt und frisst an der Blattunterseite, überwintert und verpuppt sich im Frühjahr (Parsons & Clancy 2023).

Lebensräume

Feuchtwiesen, Moore, Sümpfe, Grabenränder, Teich- und Seeufer, Schilfbestände, feuchte Wälder (Parsons & Clancy 2023).

Bestandssituation

Anania perlucidalis ist erst seit den 1940er Jahren aus Deutschland bekannt. Erstmalig wurde die Art 1944 in Altneuhaus (Bayern) nachgewiesen (Pfister 1958). Es folgten Erstnachweise 1959 aus Neustadt (Rheinland-Pfalz) (Heuser et al. 1971; Speidel 1979) und Bad Blankenburg (Thüringen) (Blackstein 1978), 1968 aus Pfungstadt (Hessen) (Groß 1969), 1973 aus Großhennersdorf (Sachsen) und Freyburg (Sachsen-Anhalt) sowie 1975 aus der Umgebung von Rathenow (Brandenburg) (Blackstein 1978).

Literatur

  • Blackstein, H. 1978: Phlyctaenia perlucidalis Hübner, ein sich ausbreitender Zünsler (Lep., Pyraustidae). – Entomologische Berichte, Berlin 1978 (1): 4.
  • Groß, J. J. 1969: Bemerkenswerte Beobachtungen zur Mikrolepidopterenfauna der Umgebung von Wiesbaden. – Jahrbücher des Nassauischen Vereins für Naturkunde 100: 150–152.
  • Heuser, R ., H. Jöst & R. Roesler 1971: Die Lepidopteren-Fauna der Pfalz. A. Systematisch-chorologischer Teil. V. Die Zünsler. – Mitteilungen der Pollichia III 18: 11–85.
  • Kirpichnikova, V. A. 1999: Pyraloidea [sine Phycitinae]. Pp. 320–443. – In: P. A. Ler, Key to the insects of Russian Far East 5 (2) (in Russian) 5 (2). – Dalnauka, Vladivostok.
  • Parsons, M. & S. Clancy 2023: A guide to the pyralid and crambid moths of Britain and Ireland. – Atropos Publishing, 508 S.
  • Pfister, H. 1958: Beiträge zur Kenntnis der Pyralidenfauna Nordbayerns (Lep.). – Mitteilungen der Münchner Entomologischen Gesellschaft 48: 93–125.
  • Schulze, W. 1986: Die Ausbreitung von Phlyctaenia perlucidalis (Hübner, [1809]) in Europa (Lep., Pyralidae, Pyraustinae). – Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft ostwestfälisch-lippischer Entomologen, Bielefeld 3 (36): 99–103.
  • Speidel, W. 1979: Eine für Baden neue Pyraustine (Lepidoptera, Crambidae). – Beiträge zur Naturkundlichen Forschung in Südwestdeutschland, Karlsruhe 38: 133-134.
Autor(-en): Matthias Nuß, Franziska Bauer. Letzte Änderung am 27.01.2026

Hoyerswerda Klein Neida, 08. August 2019 nachts am Licht
(© Martina Görner)
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