Europäische Umweltagentur veröffentlicht den Grünlandschmetterlingsindikator

17.08.2013

Seit Jahren ist in unserer Landschaft offenkundig, dass die Tagfalterarten seltener werden. Auf vielen Wiesen sieht man nur noch Kohlweißlinge, wo früher noch viele andere Tagfalterarten zu sehen waren.

Nun legt die Europäische Umweltagentur Zahlen vor, die diesen Negativtrend leider belegen. Basierend auf nationalen Tagfalter-Monitoring-Projekten in 19 europäischen Ländern werden die Daten für 17 Schmetterlingsarten aus dem Zeitraum von 1990–2011 ausgewertet. Danach sind die Populationen von acht Arten zurückgegangen, von zwei stabil, von einer haben sie zugenommen und für sechs Arten ist kein eindeutiger Trend zu erkennen. Im Vergleich zu 1990 sind die Populationen aller Tagfalterarten durchschnittlich um fast 50% zurückgegangen. Betrachtet man nur die EU-Mitgliedsstaaten, ist dieser Rückgang mit fast 30% etwas geringer. Als Hauptgründe für den Rückgang der Grünlandschmetterlingsarten werden die Intensivierung der Landwirtschaft auf flachen und leicht zu bewirtschaftenden Flächen, die Aufgabe von Dauergrünland in gebirgigen und feuchten Regionen sowie der Einsatz von Pestiziden angeführt. Die Daten wurden auf 3.500 Transekten in ganz Europa erhoben. Daran waren Tausende ausgebildete professionelle und freiwillige Beobachter beteiligt.

Der Bericht sagt nichts darüber aus, wie stark die Populationen vieler Tagfalterarten bis zum Jahr 1990 bereits zurückgegangen waren. Beispielsweise war der Goldene Scheckenfalter (Euphydryas aurinia) zu jenem Zeitpunkt in den meisten Teilen Sachsens schon verschwunden und besaß nur noch Restpopulationen im Grünen Band, während der Quendel-Ameisenbläuling (Phengaris arion) 1976 letztmalig in Sachsen gesichtet wurde. Beide Arten gehören zu den 17 Grünlandschmetterlingsindikatoren. So ist der Bericht der Europäischen Umweltagentur vor allem eins: alarmierend für den weiteren Rückgang unserer Schmetterlingspopulationen. (mn)

European Environment Agency 2013: The European Grassland Butterfly Indicator: 1990–2011. – EEA Technical Report No. 11/2013.
 
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