Mehrbrütiger Würfel-Dickkopffalter (Pyrgus armoricanus (Oberthür, 1910))

DE Deutschland , DE-SN Sachsen Druckansicht

Diagnose

Vorderflügellänge 12–15 mm.

Thorax: Vorderflügel oberseits ohne weiße submarginale Fleckenreihe, Hinterflügel oberseits mit schmutzig weißen Flecken und unterseits mit einem relativ großen weißen Fleck an der Flügelbasis. Vorder- und Hinterflügel unterseits vor dem Außenrand breit weiß gefärbt.

Ähnliche Arten: Der Kleine Würfel-Dickkopffalter (Pyrgus malvae) und der Rote Würfel-Dickkopffalter (Spialia sertorius) mit einer weißen submarginalen Fleckenreihe sowie mit reinweißen Flecken auf der Oberseite der Hinterflügel. Vergleiche auch den Sonnenröschen-Würfel-Dickkopffalter (Pyrgus alveus).

Gesetzlicher Schutz und Rote Liste

Gesetzlicher Schutz (BArtSchV, BNatSchG): streng geschützt
Rote Liste Deutschland: gefährdet

Merkmale

Verbreitung

Von Südskandinavien bis Nordwestafrika, östlich bis ins südliche Russland, die Türkei und den Iran (Bolz 2006).

Lebensweise

Die Larven leben an Kriechendem Fingerkraut (Potentilla reptans), Silber-Fingerkraut (P. argentea), Frühlings-Fingerkraut (P. neumanniana) und Gewöhnlichem Sonnenröschen (Helianthemum vulgare) (Lepiforum).

Lebensräume

Halbtrocken- und Sandrasen mit lückiger Vegetation.

Bestandssituation

Bolz (2006) gibt einen Überblick über historische und rezente Vorkommen von Pyrgus armoricanus in Deutschland. Historische Funde aus Ostdeutschland waren bis 1972 für das südliche Sachsen-Anhalt und bis 1963 für das nördliche Thüringen bekannt (Bolz 2006). 

Pyrgus armoricanus breitet sich seit einigen Jahren in Deutschland aus und profitiert wahrscheinlich vom Klimawandel (Bolz 2006; Kayser et al. 2023; Radtke et al. 2024).

Bei dem Nachweis von Pyrgus malvae am 30. August 2025 in Leipzig (Wagler & Wagler 2025) handelt es sich wahrscheinlich um Pyrgus armoricanus und damit um den Erstnachweis dieser Art aus Sachsen (E. Rennwald in litteris, 2025).

Literatur

  • Bolz, R. 2006: Pyrgus armoricanus (Oberthür, 1910) in Deutschland (Insecta: Lepidoptera: Hesperiidae). – Beiträge zur bayerischen Entomofaunistik 8: 113–128.
  • Bräu, M., R. Bolz, H. Kolbeck, A. Nunner, J. Voith & W. Wolf 2013: Tagfalter in Bayern. – Eugen Ulmer, Stuttgart. 781 S.
  • Kayser, C., J. Köhler & U. Widowski 2023: Neufunde und Ergänzungen zur Großschmetterlingsfauna Niedersachsens (2) (Macrolepidoptera). – Melanargia 35 (3–4): 153–177.
  • Radtke, A., A. Dahl & T. Laußmann 2024: Arealerweiterer und andere Erstnachweise von Großschmetterlingen in Nordrhein-Westfalen seit 1999. Teil 2: 2014–2023. – Melanargia 36 (2): 41–69.
  • Wagler, D. & H. Wagler 2025: Ein Spätnachweis von Pyrgus malvae (Linnaeus, 1758) in Leipzig [LEP]. – Mitteilungen sächsischer Entomologen 44 (152).

Links

Autor(-en): Matthias Nuß. Letzte Änderung am 26.12.2025
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