Nierenfleck (Thecla betulae (Linnaeus, 1758))

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Diagnose

Vorderflügellänge 19–20 mm.

Flügeloberseiten dunkelbraun; beim Männchen im Vorderflügel angrenzend an den zellfleck nach Außen manchmal orange Schattierungen; beim Weibchen stets ein großer, deutlicher Nierenfleck (Name!). Fransen schmutzig weiß. Hinterrand des Hinterflügels mit Zipfel.

Flügelunterseiten orange, Hinterflügel mit zwei mehr oder weniger parallel verlaufenden weißen Linien.

In der Natur sieht man die Falter meist mit zusammengeklappten Flügeln, so dass die Flügelunterseiten sichtbar sind.

Ähnliche Art: Unverwechselbar.

Gesetzlicher Schutz und Rote Liste

Gesetzlicher Schutz (BArtSchV, BNatSchG): Nicht besonders geschützt
Rote Liste Sachsen: ungefährdet
Rote Liste Deutschland: ungefährdet

Merkmale

Ei: rein weiß (dunkelt vor dem Schlupf der Larve nach), Microphyle ist ein kleines tiefes Loch (vergleiche Pflaumen-Zipfelfalter (Satyrium pruni)).

Verbreitung

Von Irland, Großbritannien und dem südlichen Skandinavien südlich bis zur Iberischen Halbinsel, Italien und Griechenland, östlich bis Russisch Fernost, Nordostchina und die Koreanische Halbinsel (GBIF).

Lebensweise

Die Eier werden in der Regel einzeln an jungen, senkrecht nach oben stehenden Zweiggabeln von Prunus-Arten insbesondere Schlehe (Prunus spinosa), aber auch Traubenkirsche (Prunus padus) und Späte Traubenkirsche (Prunus serotina) sowie die Obstgehölze Sauerkirsche (Prunus cerasus), Süßkirsche (Prunus avium), Mirabelle und Zwetschge (Prunus domestica) und Pflaume (Prunus domestica) abgelegt (Hermann 2007). Die Eier überwintern. 

Lebensräume

In Schlehengebüschen jeglicher Ausprägung, in Auwäldern und an Fließgewässern mit Traubenkirsche und im Siedlungsraum mit Obstgehölzen der Gattung Prunus. Fast alle Lebensräume, in denen die Nahrungspflanzen vorkommen, außer in mit Pflanzenschutzmitteln behandelten Obstanlagen sowie inmitten großflächiger Waldbestände (Hermann 2007). 

Bestandssituation

Die Art kann in sehr vielen Lebensräumen nachgewiesen werden, wird als Falter jedoch relativ selten gesichtet. Ein zuverlässiger Nachweis ist durch die Eisuche im Winter möglich (Hermann 2007). 

Literatur

  • Hermann, G. 2007: Tagfalter suchen im Winter. Zipfelfalter, Schillerfalter und Eisvögel. – Books on Demand, Norderstedt. 224 S.

Links

Autor(-en): Tommy Kästner, Matthias Nuß. Letzte Änderung am 18.01.2020

Nierenfleck-Zipfelfalter am 28.08.2012 im NSG "Am Galgenteich" bei Altenberg
(© Karin Brümmer)


Weibchen des Nierenflecks im August 2006 in Leipzig
(© Bernd Garbe)


Einige Eier des Nierenflecks an älteren Schlehen-Sträuchern. Dresden-Plauen, Januar 2019, Wiesenrand oberhalb des Hangs zur Weißeritz
(© Lucas Langer)


Ei vom Nierenfleck-Zipfelfalter (Thecla betulae) - kleiner 1mm. Ein Ei von 27, Februar 2017, Wolteritz
(© Rigo Richter)
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