Goldene Acht (Colias hyale (Linnaeus, 1758))

DE Deutschland , DE-SN Sachsen Druckansicht

Diagnose

Vorderflügellänge 23–26 mm.

Flügeloberseiten gelb (Männchen) oder blassgelb (Weibchen); Flügelspitze und Außenrand mit breiter schwarzer Binde, in der sich gelbe Flecken befinden; Basalfelder schwarz beschuppt; Vorderflügelmitte mit schwarzem Punkt, Hinterflügelmitte mit einer orangenen „8“.

Flügelunterseiten schwächer gezeichnet, aber die Flecken der Flügelmitten kontrastreich, im Vorderflügel schwarze Randflecken und im Hinterflügel ziegelrote Randflecken.

In der Natur sieht man die Falter meist mit zusammengeklappten Flügeln, so dass die Flügelunterseiten sichtbar sind.

Ähnliche Arten: Von blassgelb gefärbten Weibchen des Postillons Colias croceus durch die oberseits etwa rechteckigen hellgelben Flecken vor der schwarzen Randbinde im Hinterflügel zu unterscheiden (beim Postillon sind diese Flecken rund). Die Falter sind morphologisch nicht eindeutig von Colias alfacariensis zu unterscheiden. Die beiden Arten können aber anhand des Zeichnungsmusters ihrer Larven sowie molekulargenetisch unterschieden werden.

Gesetzlicher Schutz und Rote Liste

Gesetzlicher Schutz (BArtSchV, BNatSchG): besonders geschützt
Rote Liste Sachsen: Vorwarnliste
Rote Liste BW: Art der Vorwarnliste
Rote Liste Deutschland: ungefährdet

Merkmale

Die Falter, Männchen und Weibchen, sind sowohl nach Flügel- als auch nach Genitalmerkmalen nicht von Colias alfacariensis zu unterscheiden (Dincă et al. 2011).

Erstes Larvenstadium mit schwarzem Kopf und hellbraunem Körper. Spätere Larvenstadien grün, mit einer weißlich-gelben bis gelben Seitenlinie (vergleiche Colias alfacariensis).

Im DNA-Barcode (648 bp Region nahe des 5'-Endes des mitochondrialen Cytochrome c Oxidase I (COI) Gens) ist C. hyale von Colias alfacariensis je nach Studie in 1,9 % (Hausmann et al. 2011) bzw. 2,65% der Basenpaare (Dincă et al. 2011) verschieden.

Verbreitung

Von Westeuropa über das Baltikum, Russland, die Türkei und Mittelasien bis nach Nordostchina. Fehlt im Mittelmeerraum; in Spanien nur im Gebirge. Nördlich bis Dänemark und Gotland (sonst in Schweden nicht bodenständig). Als Wanderfalter in Großbritannien, Südschweden und Südnorwegen.

Lebensweise

Die Larven leben an Schmetterlingsblütengewächsen (Fabaceae), wie Kronwicken (Coronilla), Hufeisenklee (Hippocrepis), Luzerne, Schneckenklee (Medicago), Hornklee (Lotus), Klee (Trifolium), Wicken (Vicia) und andere.

Pro Jahr entwickeln sich zwei (bis drei) Faltergenerationen. Die Larven überwintern.

Die Falter wandern über größere Distanzen.

Lebensräume

Wiesen, Rotklee-und Luzernefelder.

Bestandssituation

Colias hyale war noch in den 1980er Jahren eine häufige Art. Durch die intensivierte Nutzung und Eutrophierung der Offenlandflächen ist sie deutlich seltener geworden, wenngleich in ihrem Bestand noch nicht gefährdet (Reinhardt et al. 2007).

Literatur

  • Dincă, V., E. V. Zakharov, P. D. N. Hebert & R. Vila 2011: Complete DNA barcode reference library for a country's butterfly fauna reveals high performance for temperate Europe. – Proceedings of the Royal Society B 278 (1704): 347–355.
  • Ebert, G. & E. Rennwald 1993: Die Schmetterlinge Baden-Württembergs. Band 1: Tagfalter 1. – Eugen Ulmer, Stuttgart. 552 S.
  • Eckstein, K. 1913: Die Schmetterlinge Deutschlands mit besonderer Berücksichtigung der Biologie. 1. Band. – Schriften des Deutschen Lehrerveins für Naturkunde 26: 120 S., 16 Taf.
  • Hausmann, A., G. Haszprunar, A. H. Segerer, W. Speidel, G. Behounek & P. D. N. Hebert 2011: Now DNA-barcoded: the butterflies and larger moths of Germany (Lepidoptera: Rhopalocera, Macroheterocera). – Spixiana 34 (1): 47–58.
  • Koch, 1984: Wir bestimmen Schmetterlinge. – Neumann Verlag, Leipzig & Radebeul. 792 S.
  • Lampert, K. 1907: Die Großschmetterlinge und Raupen Mitteleuropas mit besonderer Berücksichtigung der biologisch Verhältnisse.
  • Möbius, E. T. A. 1905: Die Grossschmetterlings-Fauna des Königreiches Sachsen. – Deutsche entomologische Zeitschrift Iris, Dresden 18 (1): i–xxi, [i]–[xi], 1–235Taf. 1–2.
  • Reinhardt, R., H. Sbieschne, J. Settele, U. Fischer & G. Fiedler 2007: Tagfalter von Sachsen. – Entomologische Nachrichten und Berichte, Dresden Beiheft 11: 1–695, 1–48.
  • Settele, J., R. Feldmann & R. Reinhardt 2000: Die Tagfalter Deutschlands. – Eugen Ulmer, Stuttgart. 452 S.
  • Tolman, T. & R. Lewington 1998: Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas. – Franckh-Kosmos, Stuttgart. 319 S., 104 Tafeln. (Übersetzung und fachliche Bearbeitung der 1. Aufl. von M. Nuss; 2. Aufl. 2012 von Heidrun Melzer).
  • Weidemann, H.-J. 1995: Tagfalter beobachten, bestimmen. – Naturbuch-Verlag, Augsburg. 660 S.

Links

die Goldene Acht im Lepiforum
die Goldene Acht in Wikipedia

Autor(-en): Matthias Nuß. Letzte Änderung am 12.09.2017

Männchen der Goldenen Acht vom 14. August 1975 aus Spremberg, Schwarze Pumpe, leg. E. Kwast. Coll. Senckenberg Museum für Tierkunde Dresden
(© Matthias Nuß)


Goldene Acht am 04.08.2012 bei Fürstenau (zu Altenberg)
(© Lothar Brümmer)


Weibchen von C. hyale (gezogen aus einem Ei, welches am 04.09.2011 in der Nähe von Pechtelsgrün auf einer Wiese gefunden wurde)
(© Matthias Hartung)


Trebendorf, Juli 2021
(© Matthias Nuß)


Weibchen der Goldenen Acht im September 2012 bei Arnsdorf
(© Peter Diehl)


Ei von C. hyale, gefunden am 04.09.2011 in der Nähe von Pechtelsgrün auf einer Wiese
(© Matthias Hartung)


Larve von C. hyale nach der Überwinterung am 28.3.2012. Larvennahrungspflanze war Securigera varia (gezogen aus einem Ei, welches am 04.09.2011 in der Nähe von Pechtelsgrün auf einer Wiese gefunden wurde)
(© Matthias Hartung)


Puppe von C. hyale am 08.04. 2012 (gezogen aus einem Ei, welches am 04.09.2011 in der Nähe von Pechtelsgrün auf einer Wiese gefunden wurde)
(© Matthias Hartung)


Ein fliegendes Weibchen der Goldenen Acht. Am Spitzberg in Lüpitz im Juli 2012
(© Daniel Kopsch)
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