Japanische Wissenschaftler weisen Missbildungen bei Schmetterlingsart in Fukushima nach

16.08.2012

Mutationen treten natürlich in allen Populationen von Organismen auf. Ohne sie gäbe es keine Evolution. Aber viele dieser Mutationen sind auch gesundheitsbeeinträchtigend oder gar tödlich. In den 1920er Jahren zeigte Hermann Muller, dass hohe Dosierungen von Röntgenstrahlen die Mutationsrate um 15000% erhöht. 1946 erhielt er für seine Forschungsarbeiten den Nobelpreis.
Nun untersuchten Wissenschaftler der Ryukyu-Universität in Okinawa erstmals Auswirkungen der durch Schmelze und Explosion des Atomreaktors Dai-ichi in Fukushima in der Umwelt erhöhten Radioaktivität auf Lebewesen. Ihr Untersuchungsobjekt war der Japanische Bläuling (Zizeeria maha).
Zur Zeit des Reaktorunglücks befand sich die Population des Japanischen Bläulings im Larvenstadium, sodass die Tiere nicht nur äußerlich der künstlichen Strahlung ausgesetzt waren, sondern diese auch mit ihrer einzigen Nahrungspflanze, dem Sauerklee Oxalis corniculata aufnahmen. 12,4% der Falter, die sich zwei Monate später aus diesen Larven entwickelten, wiesen Missbildungen auf. Die F1-Generation, aufgezogen außerhalb einer erhöhten radioaktiven Strahlung, zeigte eine erhöhte Mortalität bei Larven und Puppen sowie bei 18,3% der sich entwickelten Falter Missbildungen. Dieser Anteil erhöhte sich auf 33,5% in der F2-Generation, welche im Labor aus der Kreuzung eines mit erblicher Strahlenbelastung und eines unbelasteten Elternteils hervorging.
Missbildungen wurden an praktisch allen Körperteilen nachgewiesenen, an Fühlern, Augen, Mundwerkzeugen, Beinen und Flügeln, einschließlich veränderter Flügelzeichnungen. Am Thorax wurden tumorartige Verdickungen gefunden. Innere Organe wurden nicht untersucht. (mn)

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