Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus (Skuse, 1894))

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Diagnose

Körperlänge: 5 mm.
Kopf und Thorax dorsal mit einer deutlichen weißen Mittellinie, Hinterleib und Beine schwarz und weiß geringelt.
Ähnliche Art: Die heimische Culiseta annulata hat ebenfalls schwarz und weiß geringelte Beine, ist aber weniger kontrastreich gezeichnet und besitzt nicht die weiße Mittellinie auf Kopf und Thorax.

Gesetzlicher Schutz und Rote Liste

Nomenklatur

Aedes (Stegomyia) albopictus (Skuse, 1894)
Stegomyia albopicta (Skuse, 1894)

Merkmale

Verbreitung

Die in tropischen und subtropischen Regionen Asiens heimische Art wurde nach Neuguinea, Nord- und Südamerika, Europa, Afrika und Madagaskar verschleppt. In Australien und Neuseeland wurde die Art mehrfach eingeschleppt, konnte sich dort aber aufgrund entsprechender Kontroll- und Gegenmaßnahmen insbesondere in den Häfen nicht etablieren.

In Europa wurde A. albopictus erstmalig 1979 in Albanien nachgewiesen (Adhami & Reiter 1998) und hat sich nach weiteren mehrfachen Einschleppungen in Italien ausgebreitet (Sabatini et al. 1990). Mittlerweile ist die Art in wenigstens 19 europäischen Ländern etabliert (Medlock et al. 2015). 

Lebensweise

Die adulten Mücken sind tagaktiv. Die Weibchen saugen Blut an verschiedenen Vogel- und Säugetierwirten, einschließlich Menschen. Während einer Eiablageperiode werden verschiedene Wirtsindividuen aufgesucht, was die Wahrscheinlichkeit der Übertragung von Krankheitserregern erhöht. Im Herbst abgelegte Eier überwintern und überstehen leichte Frosttemperaturen (Wilkerson et al. 2021).

Lebensräume

Die Asiatische Tigermücke kommt in und um menschliche Siedlungen vor. Die zunächst trockenresistenten Eier werden in kleine Vertiefungen gelegt (Schalen, Dosen, Flaschen, Autoreifen, Pflanztopfuntersetzer usw.), die sich bei Regen mit Wasser füllen, womit der Schlupf der Larven stimuliert wird.

Bestandssituation

2007 wurde A. albopictus erstmals in Deutschland, in Baden-Württemberg, entdeckt (Pluskota et al. 2008), 2012 dann in Bayern (Becker et al. 2012) sowie weiterhin aus Nordrhein-Westfalen, Hessen und Thüringen nachgewiesen (Walther et al. 2017; Kuhlisch et al. 2018). Nach mehrfacher Einschleppung wurden Reproduktion und Überwinterung der Asiatischen Tigermücke von 2015 bis 2017 in Südwestdeutschland (Pluskota et al. 2016; Walther et al. 2017) und Thüringen dokumentiert (Kuhlisch et al. 2018).

Medizinische Bedeutung

Die adulten Mücken sind potenzielle Überträger humanpathogener Flaviviren wie Dengue-Virus (DENV), West-Nil-Virus (WNV), Gelbfieber-Virus (YFV) und Zika-Virus (ZIKV) sowie Chikungunya-Virus (CHIKV) und weitere (Schaffner & Mathis 2014; Wilkerson et al. 2021). Ferner können Erreger der Vogelmalaria, Plasmodium gallinaceum und P. lophurae, sowie der Herzwurm (Dirofilaria immitis) übertragen werden (Wilkerson et al. 2021).

Literatur

Links

 
Autor(-en): Matthias Nuß. Letzte Änderung am 16.01.2022
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