Bombus vestalis (Geoffroy, 1785)

DE Deutschland , DE-SN Sachsen

Diagnose

Bombus vestalis ist eine noch sehr häufig anzutreffende parasitoide Hummelart. Beide Geschlechter sind grundlegend schwarz gefärbt, weisen ein weißes Hinterleibsende sowie eine dunkelgelbe Querbinde am kopfnahen Thorax auf. Die weiblichen Individuen (12 Fühlerglieder, Hinterleib aus 6 Terga bestehend) können aufgrund ihrer Färbung mit Bombus bohemicus, Bombus sylvestris, Bombus norvegicus und Bombus flavidus verwechselt werden. Zu den drei letztgenannten Arten unterscheidet sie sich durch ein nicht nach ventral gekrümmtes Hinterleibsende. Bombus bohemicus besitzt hingegen ein ähnlich geformtes Hinterleibsende und ist anhand eines Längenvergleiches der Fühlerglieder und der Länge der Behaarung am Metatarsus des Hinterbeins zu differenzieren. Bei Bombus vestalis ist das dritte Fühlerglied in etwa so lang wie das Fünfte, wohingegen es bei Bombus bohemicus länger als das Fünfte ist. Bei Bombus vestalis sind die Haare an der Hinterkante des Metatarsus des Hinterbeins weniger als 0,5mal so lang wie der Metatarsus breit. Bei Bombus bohemicus sind diese mehr als 0,5mal so lang wie der Metatarsus breit.
Die männlichen Individuen (13 Fühlerglieder, Hinterleib aus 7 Terga bestehend) können im Feld ebenfalls mit den bereits genannten Arten verwechselt werden. Im Gegensatz zu Bombus sylvestris, Bombus norvegicus und Bombus flavidus ist Tergit 6 nicht rot, sondern schwarz oder schwarz/weiß behaart. Bombus bohemicus besitzt diese Färbung ebenfalls und kann wiederum durch einen Längenvergleich der Fühlerglieder sowie anhand der Behaarung des Hinterbeins unterschieden werden. Bei Bombus vestalis sind das dritte und vierte Fühlerglied zusammen in etwa so lang wie das Fünfte, wohingegen sie bei Bombus bohemicus länger als das Fünfte sind. Die Behaarung an Tibia und Metatarsus des Hinterbeins ist bei Bombus vestalis kürzer als deren jeweilige maximale Breite, bei Bombus bohemicus ist diese mindestens so lang.


Gesetzlicher Schutz und Rote Liste

–

Merkmale

Verbreitung

Lebensweise

Lebensräume

Bestandssituation

In Deutschland und Sachsen nicht gefährdet. Bombus vestalis ist nach Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt.

Literatur

  • Burger, F. 2005: Rote Liste Wildbienen. – Materialien zu Naturschutz und Landschaftspflege, Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie, Dresden. 44 S.
  • Gokcezade, J. F., B.-A. Gereben-Krenn, J. Neumayer & H. W. Krenn 2010: Feldbestimmungsschlüssel für die Hummeln Österreichs, Deutschlands und der Schweiz. – 42 S. [erlaubt die Determination der Tiere in freier Natur, ohne diese abtöten zu müssen]
  • Hagen, E. von & A. Aichhorn 2003: Hummeln bestimmen, ansiedeln, vermehren, schützen. – Fauna Verlag, Nottuln. 327 S.
  • Løken, A. 1984: Scandinavian species of the genus Psithyrus Lepeletier, Scandinavian Entomology Ltd., Sandby, Sweden. 45 S.
  • Mauss, V. 1994 (5. Aufl.): Bestimmungsschlüssel für die Hummeln der Bundesrepublik Deutschland. – Deutscher Jugendbund für Naturbeobachtung, Hamburg. 51 S.
  • Westrich, P., U. Frommer, K. Mandery, H. Riemann, H. Ruhnke, C. Saure & J. Voith 2012 ("2011"): Rote Liste und Gesamtartenliste der Bienen (Hymenoptera, Apidae) Deutschlands. S. 373–416. – In: M. Binot-Hafke, S. Balzer, N. Becker, H. Gruttke, H. Haupt, N. Hofbauer, G. Ludwig, G. Matzke-Hajek & M. Strauch, Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands. Band 3: Wirbellose Tiere (Teil 1). – Naturschutz und Biologische Vielfalt 70 (3), herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz, Bonn - Bad Godesberg.
Autor(-en): Annegret Herzog und Stefan Rothe. Letzte Änderung am 13.08.2013

Altkönigin von Bombus vestalis am Borsberg (Dresden-Pillnitz) im Mai 2012
(© Annegret Herzog und Stefan Rothe)


Bombus vestalis, Weibchen
(© Wolf-Harald Liebig)


Drohn von Bombus vestalis in Dresden, Juni 2012
(© Annegret Herzog und Stefan Rothe)


Schema desFärbungsmusters von Bombus vestalis. Im Feld ist oft die schwarze Aussparung am Hinterleibsende gut zu erkennen. Die auf die Seiten begrenzten gelbgefärbten Haare auf Tergit 3 sind in seltenen Fällen auch weiß.
(© Annegret Herzog und Stefan Rothe)
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