Große Moosjungfer (Leucorrhinia pectoralis (Charpentier, 1825))

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Diagnose

Ausgefärbte Männchen der Großen Moosjungfer verfügen über einen charakteristischen hellgelben Fleck auf dem siebten Hinterleibssegment, anhand dessen sie sich eindeutig von anderen Moosjungfer Arten (Gatttung Leucorrhinia) unterscheiden lassen. Alle anderen Flecke auf der Oberseite des Hinterleibs besitzen eine rötliche Färbung.
Die Weibchen zeigen auf dem Hinterleib ausschließlich auffällige große dottergelbe Flecken, die im Vergleich zu den Weibchen von der Kleinen Moosjungfer (Leucorrhinia dubia) und der Nordischen Moosjungfer (Leucorrhinia rubicunda) eine größere Ausdehnung besitzen.

Gesetzlicher Schutz und Rote Liste

Merkmale

Zwar besitzt die Große Moosjungfer mit reichlich 30 mm eine ähnliche Körpergröße wie die anderen Moosjungfern (Gattung Leucorrhinia) jedoch wirken beide Geschlechter kräftiger.
Die Färbung der Männchen variiert mit dem Alter. Der gelbe Fleck sowie auch die anderen Zeichnungselemente verdunklen sich mit der Zeit und insbesondere die zunächst rötlichen Flecken nehmen einen Braunton an und können sich im hohen Alter vollständig schwärzen, sodass sie nicht mehr zu erkennen sind.
Zur Identifizierung der Weibchen von der Großen und der Nordischen Moosjungfer (Leucorrhinia rubicunda) dient insbesondere die Zeichnung im siebten Hinterleibssegment, welche bei der Großen Moosjungfer etwa so lang wie breit und bei der Nordischen Moosjungfer (Leucorrhinia rubicunda) schmaler und damit etwa doppelt so lang wie breit ausfällt. Außerdem ist das Pterostigma (Flügelmal) bei beiden Geschlechtern der Großen Moosjungfer dunkler.
Ähnlich wie bei der Kleinen Moosjungfer (Leucorrhinia dubia) zeigen die Weibchen der Großen Moosjungfer dreieckige Fortsätze an den Scheidenklappen und die Männchen einen hakenförmigen Hamuli anteriores.

Verbreitung

In Sachsen liegt ein Verbreitungsschwerpunkt diese Art in der Oberlausitz. Darüber hinaus liegen Vorkommen in der Königsbrück-Ruhlander Heide, in der Sächsischen Schweiz, im Mittelerzgebirge und im Vogtland (Brockhaus & Fischer 2005).

Lebensweise

Die Entwicklung der Larven dauert zwei Jahre (Sternberg & Buchwald 2000). Da die Larven einem hohen Prädationsdruck unterliegen, findet eine erfolgreiche Reproduktion der Großen Moosjungfer vor allem in fischfreien Gewässern statt, die zudem nur in geringer Dichte von Larven anderer Großlibellenarten besiedelt sind (Sternberg & Buchwald 2000, Brockhaus & Fischer 2005). Bei geringem Fischbesatz müssen den Larven ausreichend viele Versteckmöglichkeiten zur Verfügung stehen (Sternberg & Buchwald 2000).

Lebensräume

Als Lebensräume der Großen Moosjungfer dienen organisch geprägte Stillgewässer geringer Größe mit ständiger Wasserführung (Sternberg & Buchwald 2000). Aufgrund dieser Ansprüche ist die Art vor allem an Randsümpfen, an Kolken von Übergangs- und Niedermooren, an kleinen Flachseen mit ausgedehnter Verlandungszone oder an überstauten Mooren zu finden (Sternberg & Buchwald 2000). Dennoch besteht keine ausschließliche Bindung dieser Art an Moorgewässer (Brockhaus & Fischer 2005). Besiedelte Gewässer zeichnen sich in der Regel durch volle Besonnung und einen lockeren, reich strukturierten Pflanzenbewuchs aus (Sternberg & Buchwald 2000). Zudem sollten sie sich in der Nähe von Gehölzen befinden und ausreichend Sitzwarten aufweisen (Brockhaus & Fischer 2005).

Bestandssituation

Die Große Moosjungfer zählt zu den Arten der Anhänge II und IV in der FFH-Richtlinie sowie zu den streng geschützten Arten nach dem Bundesnaturschutzgesetz (siehe Libellen Odonata) (Brockhaus & Fischer 2005).

Literatur

  • Bellmann, H. 1993: Libellen: beobachten – bestimmen. Naturbuch Verlag, Augsburg. 274 S.
  • Brockhaus, T. & U. Fischer (Hrsg.) 2005: Die Libellenfauna Sachsens. Natur & Text, Rangsdorf. 427 S.
  • Dijkstra, K-D. (Hrsg.) 2006: Field Guide to the Dragonflies of Britain and Europe. British Wildlife Publishing, Gillingham, Dorset. 320 S.
  • Dreyer, W. 1986: Die Libellen Das umfassende Handbuch zur Biologie und Ökologie aller mitteleuropäischer Arten mit Bestimmungsschlüsseln für Imagines und Larven. Gerstenberg Verlag, Hildesheim. 219 S.
  • Heidemann, H. & R. Seidenbusch 2002: Die Libellenlarven Deutschlands – In: F. Dahl, Die Tierwelt Deutschlands (72. Teil). Goecke & Evers, Keltern. 328 S.
  • Sternberg, K. & R. Buchwald (Hrsg.) 2000: Die Libellen Baden-Württembergs, Band 2 Großlibellen (Anisoptera), Literatur. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim). 468 S.
Autor(-en): Susanne Kurze. Letzte Änderung am 13.11.2016

Große Moosjungfer an Teich auf Halde Berzdorf im Juni 2015
(© Peter Diehl)


Weibchen der Großen Moosjungfer, entlang des jetzigen Elchgatters am ehemaligen Panzerschießplatz Dauban, 11.05.2013.
(© Mario Trampenau)


Große Moosjungfer, außerhalb des Beckens, in einer feuchten Senke, Mai 2014. 2 Ex. auffliegend und 1 gefangenes Tier zwischen Spinnfäden. Konnte die Libelle befreien.
(© Joachim Kupfer)
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