Sibirische Winterlibelle (Sympecma paedisca (Brauer, 1882))

DE Deutschland , DE-SN Sachsen Druckansicht

Diagnose

Körperlänge: 36–39 mm.

Kopf: Braun, der obere Bereich der Augen färbt sich im Frühjahr mit Eintritt der Geschlechtsreife blau.

Thorax: oberseits dunkelbraun bis kupferfarben, darin ein hellbrauner Seitenstreifen mit oben ausgebuchtetem Rand; unterseits weiß bis braunweiß.

Hinterleib: braunweiß, oberseits dunkelbraune, kupferfarbene, torpedoförmige Zeichnung auf den Segmenten drei bis sechs. Bei den Männchen sind die unteren Hinterleibsanhänge kurz und erreichen nicht die Spitzen der basalen Zähne der oberen Hinterleibsanhänge.

Ähnliche Art: Bei der Gemeinen Winterlibelle (Sympecma fusca) weist der hellbraune Seitenstreifen des Thorax einen geraden Oberrand auf.

Gesetzlicher Schutz und Rote Liste

Merkmale

Verbreitung

Von Südfinnland über das östliche Baltikum bis Norddeutschland und die Niederlande. Isolierte Vorkommen in Franken sowie den Alpen. Östlich in Polen und der nördlichen Ukraine sowie über Russland bis Japan (Wildermuth & Martens 2019).

Lebensweise

Nach dem Schlupf leben die Adulten in Hochstaudenfluren, Langgrasbereichen von Wiesen sowie in lichten Gehölzen. Die Adulten überwintern (Name!) und sind auch an milden Wintertagen aktiv. Im Frühjahr kehren die Adulten ans Gewässer zurück. Nach der Paarung in ufernaher Vegetation erfolgt die Eiablage im Tandem in abgestorbenes Pflanzenmaterial, das auf der Wasseroberfläche liegt oder in Pflanzenstängel, die aus dem Wasser ragen (Wildermuth & Martens 2019).

Lebensräume

Die Larven entwickeln sich in 5–30 cm tiefen, meso- bis eutrophen Gewässern (diese können außerhalb der Larvenentwicklungszeit von Mai bis August auch trockenfallen oder durch Überflutung höhere Wasserstände und starke Strömung aufweisen), die gut besonnt und mit nicht zu dichter submerser und emerser Vegetation bestanden sind (Wildermuth & Martens 2019). 

Bestandssituation

Bisher für Sachsen nur ein Nachweis aus der Nähe von Hoyerswerda, für den es jedoch keinen Beleg gibt (Brockhaus & Fischer 2005). Jörg Teumer wies die Art im Jahr 2021 auf der tschechischen Seite des Erzgebirges nach (siehe Fotos rechts). 

Literatur

  • Bellmann, H. 1993: Libellen: beobachten – bestimmen. – Naturbuch Verlag, Augsburg. 274 S.
  • Brockhaus, T. & U. Fischer 2005: Die Libellenfauna Sachsens. – Natur & Text, Rangsdorf. 427 S.
  • Dijkstra, K.-D. B., A. Schröter & R. Lewington 2021 (2. Aufl.): Libellen Europas. Der Bestimmungsführer. – Haupt-Verlag, Bern. 336 S.
  • Dreyer, W. 1986: Die Libellen Das umfassende Handbuch zur Biologie und Ökologie aller mitteleuropäischer Arten mit Bestimmungsschlüsseln für Imagines und Larven.  – Gerstenberg Verlag, Hildesheim. 219 S.
  • Heidemann, H. & R. Seidenbusch 2002: Die Libellenlarven Deutschlands. – In: F. Dahl, Die Tierwelt Deutschlands (72. Teil). – Goecke & Evers, Keltern. 328 S.
  • Jödicke, R. 1997: Die Binsenjungfern und Winterlibellen Europas: Lestidae. – Westarp Wissenschaften. 277 S.
  • Sternberg, K. & R. Buchwald 2000: Die Libellen Baden-Württembergs, Band 2 Großlibellen (Anisoptera). – Eugen Ulmer, Stuttgart. 712 S.
  • Wildermuth, H. & A. Martens 2019 (2. Aufl.): Die Libellen Europas: Alle Arten von den Azoren bis zum Ural im Porträt. – Quelle & Meyer Verlag, Wiebelsheim. 958 S.

Autor(-en): Susanne Kurze, Matthias Nuß. Letzte Änderung am 24.04.2022

Chomutov, 08.10.2021
(© Jörg Teumer)


Chomutov, 08.10.2021
(© Jörg Teumer)


Chomutov, 08.10.2021
(© Jörg Teumer)
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