Dicyphus constrictus (Boheman, 1852)

DE Deutschland , DE-SN Sachsen Druckansicht

Diagnose

Gesetzlicher Schutz und Rote Liste

Merkmale

Die Unterscheidung der Arten der Gattung Dicyphus ist nicht einfach und erfordert im Falle der schwarz behaarten Arten mit hellem Kopf oft die Untersuchung der Genitalien männlicher Tiere. Dicyphus constrictus ähnelt insgesamt Dicyphus pallidus sehr stark. Wie bei diesem treten kurz- und langflüglige Formen in beiden Geschlechtern auf. Im Gegensatz zu Dicyphus pallidus ist das Fühlerglied vorn und hinten deutlich dunkelbraun bis schwarz gefärbt, während bei Dicyphus pallidus nur leichte Verdunkelungen auftreten. Derartige Fühlerfärbungen treten aber auch bei Dicyphus errans auf, bei dem die Schwielen des Halsschildes gerade 1,5x so lang sind, wie der Durchmesser des Halsringes und der hintere Abschnitt des Halsschildes länger als der vordere ist. Bei Dicyphus constrictus und AS_Dicyphuspallidus ist der hintere Abschnitt des Halsschildes länger als der vordere Teil auf welchem die Schwielen liegen und die Schielen sind in Länsrichtung des Tieres gemessen doppelt so lang wie der Durchmesser des Halsringes.

Verbreitung

Die Art zeigt eine boreo-montane Verbreitung, wobei die Art in Südeuropa fehlt. Von den mitteleuropäischen Mittelgebirgen reicht die Verbreitung bis in die Karpaten.

Vorkommen in Sachsen

Die Art wurde bisher fast ausschließlich in den Kammlagen des Erzgebirges gefunden. Ein bemerkenswert tief liegender Fund wurde aus dem mittleren Erzgebirge (Arnold 2005) bekannt.

Lebensweise

Die Art scheint hauptsächlich an Roter Lichtnelke (Silene dioica) zu leben. Funde von Waldziest (Stachys sylvatica) werden in der Literatur ebenfalls genannt, wobei beide Pflanzenarten in den Tälern der Kammlagen (z.B. Zweibach) gemeinsam vorkommen. An einzelnen Fundorten war ausschließlich Silene dioica vorhanden und die Tiere waren gezielt auf dieser Pflanze nachweisbar - so im Zechengrund bei Oberwiesenthal und auf dem Aschberg.

Lebensräume

Es werden sowohl sonnige Standorte in frischen Bergwiesen als auch Standorte in lichten Laubwäldern und Hochstaudenfluren besiedelt.

Bestandssituation

Die Art ist in Sachsen sehr selten und muss als stark gefährdet angesehen werden.

Literatur

  • Arnold, Kurt (2005): Aktuelle Heteropteren-Funde nach 1980 aus dem Freistaat Sachsen (Insecta: Hemiptera) - 2. Beitrag - Faunistische Abhandlungen Staatliches Museum für Tierkunde Dresden 25: 79-89
  • Arnold, Kurt (2009): Checkliste der Heteropteren des Freistaates Sachsen - Mitteilungen Sächsischer Entomologen Entomofaunistische Gesellschaft e.V. LV Sachsen Supplement 8: 116-145
  • Büttner, Kurt (1962): Einige Wanzenarten, die für Sachsen neu sind - Entomologische Nachrichten Dresden 6: 15-16
  • Büttner, Kurt & Wetzel, Curt (1964): Die Heteropterenfauna Westsachsens - Faunistische Abhandlungen Staatliches Museum für Tierkunde Dresden 1 (2): 69-100
  • Jordan, K. H. C. (1963): Die Heteropterenfauna Sachsens - Faunistische Abhandlungen Staatliches Museum für Tierkunde Dresden 1: 1-68
  • Münch, Doris & Münch, Michael (2008): Nachweise neuer und selten nachgewiesener Ufer-, Blumen- und Weichwanzenarten in Sachsen (Heteroptera: Saldidae, Anthocoridae, Miridae) - Sächsische Entomologische Zeitung Leipzig 3: 89-97
  • Rieger, Christian (1987): Ergänzungen zur Faunistik und Systematik einiger Wanzen in Baden-Württemberg (Insecta, Heteroptera) - Jahreshefte der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg 142: 277-285
  • Wachmann, Ekkehard & Melber, Albert & Deckert, Jürgen (2004): Wanzen Band 2. Cimicomorpha. Microphysidae (Flechtenwanzen) Miridae (Weichwanzen). - Die Tierwelt Deutschlands 75
  • Wachmann, Ekkehard & Melber, Albert & Deckert, Jürgen (2012): Wanzen Band 5. Supplementband. Dipsocoromorpha, Nepomorpha, Gerromorpha, Leptopodomorpha, Cimicomorpha und Pentatomomorpha. - Die Tierwelt Deutschlands 82
  • Wagner, Eduard (1952): Blindwanzen oder Miriden. In: Dahl, F., Dahl, M. & H. Bischoff (Hrsg.): Die Tierwelt Deutschlands und der angrenzenden Meeresteile - Gustav Fischer Verlag Jena 41
  • Wagner, Eduard (1974): Die Miridae Hahn, 1831, des Mittelmeerraumes und der Makronesischen Inseln (Hemiptera, Heteroptera). Teil 1 - Entomologische Abhandlungen Museum für Tierkunde Dresden Dresden Supplement 37: i-iii, 1-484
Autor(-en): Michael Münch. Letzte Änderung am 12.04.2013

Dicyphus constrictus. Kurzflügliges Weibchen auf Roter Lichtnelke (Silene dioica). Oberwiesenthal, Zechengrund, Pöhlbachtal, Wiesen am Wanderweg unweit Bundesstraße (Deutschland, Sachsen, Erzgebirgskreis), 14.08.2008
(© Michael Münch)
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