Malacocoris chlorizans (Panzer, 1794)

DE Deutschland , DE-SN Sachsen Druckansicht

Diagnose

Gesetzlicher Schutz und Rote Liste

Merkmale

Malacocoris chlorizans ist 3,7 bis 4,2 mm groß und charakteristisch gefärbt. Wie auch Reuteria marqueti besitzt sie viele grünliche Flecken bei weißlicher Gründfärbung. Sie unterscheidet sich von dieser jedoch recht deutlich an der Lage der Augen am Kopf: während bei Reuteria marqueti die Augen am Hinterrand des Kopfen sitzen und damit den Halsschild berühren, sind bei Malacocoris chlorizansdie Augen vor der Mitte des Kopfes und damit mit deutlichem Abstand zum Kopfende platziert.

Verbreitung

Das Areal der Art richt von Europa bis in die Kaspische Region. Innerhalb des Areals wird sie nach Norden etwas seltener. In Nordamerika wurde sie eingeschleppt.

Vorkommen in Sachsen

Malacocoris chlorizans kommt zerstreut im Flach- und Hügelland vor. Im Gebirge reichen die Funde bis ca. 560 m Höhenlage.

Lebensweise

Malacocoris chlorizans ernährt sich überwiegend räuberisch und lebt auf verschiedenen Gehölzen, wobei die Haselnuss (Corylus avellana) die mit Abstand wichtigste Wirtspflanze ist. Die Tiere überwintern als Ei und erscheinen erst spät im Jahr. Erwachsene Tiere werden ab Mitte Juli gefunden. Die größte Häufigkeit erreicht die Art in der ersten Augusthälfte. Sie ist aber noch bis in den Oktober hinein vereinzelt zu finden.

Lebensräume

Aufgrund der engen Bindung an Haselnuss (Corylus avellana) ist die Art an Waldrändern und in Hecken mit Haselnuss anzutreffen. Es werden aber auch Einzelbüsche besiedelt. Einzelne Tiere wurden auch auf anderen Gehölzarten angetroffen.

Bestandssituation

Die Art ist in Sachsen mäßig häufig und ungefährdet.

Literatur

  • Arnold, Kurt (2009): Checkliste der Heteropteren des Freistaates Sachsen - Mitteilungen Sächsischer Entomologen Entomofaunistische Gesellschaft e.V. LV Sachsen Supplement 8: 116-145
  • Büttner, Kurt & Wetzel, Curt (1964): Die Heteropterenfauna Westsachsens - Faunistische Abhandlungen Staatliches Museum für Tierkunde Dresden 1 (2): 69-100
  • Cohrs, Christoph & Kleindienst, Clemens (1934): Hemiptera-Heteroptera (Wanzen) Zentralsachsens - Berichte der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft zu Chemnitz Chemnitz 24: 143-182
  • Jordan, K. H. C. (1940): Die Heteropterenfauna der Oberlausitz und Ostsachsens - Isis Budissina Bautzen 14: 96-156
  • Jordan, K. H. C. (1953): Neue Funde und Beobachtungen zur Heteropterenfauna der Oberlausitz und Ostsachsens. - Natura lusatica 1: 2-17
  • Jordan, K. H. C. (1958): 2. Nachtrag zur Heteropterenfauna der Oberlausitz und Ostsachsens. - Natura lusatica 4: 14-19
  • Jordan, K. H. C. (1963): Die Heteropterenfauna Sachsens - Faunistische Abhandlungen Staatliches Museum für Tierkunde Dresden 1: 1-68
  • Michalk, Otto (1938): Die Wanzen (Hemiptera heteroptera) der Leipziger Tieflandsbucht und der angrenzenden Gebiete, zugleich eine kritische Zusammenstellung aller deutschen Arten - Sitzungsberichte der Naturforschenden Gesellschaft zu Leipzig 63/64: 15-18
  • Schuhmacher, Friedrich (1919): Verzeichnis der bei Schandau in der Sächsischen Schweiz beobachteten Hemipteren - Entomologische Mitteilungen 8: 150 – 156
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  • Wagner, Eduard (1952): Blindwanzen oder Miriden. In: Dahl, F., Dahl, M. & H. Bischoff (Hrsg.): Die Tierwelt Deutschlands und der angrenzenden Meeresteile - Gustav Fischer Verlag Jena 41
  • Wagner, Eduard (1974): Die Miridae Hahn, 1831, des Mittelmeerraumes und der Makronesischen Inseln (Hemiptera, Heteroptera). Teil 2 - Entomologische Abhandlungen Museum für Tierkunde Dresden Dresden Supplement 39: i-ii, 1-421
Autor(-en): Michael Münch. Letzte Änderung am 03.05.2013

Malacocoris chlorizans, Gnandstein, Ortslage (Deutschland, Sachsen, Landkreis Leipzig), 26.07.2009
(© Michael Münch)


Malacocoris chlorizans, Borstendorf, Röthenbacher Wald, Wasserweg zwischen Vogels Brettmühle und Floßmühle (Deutschland, Sachsen, Erzgebirgskreis), 11.08.2008
(© Michael Münch)
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