Brauner Eichen-Zipfelfalter (Satyrium ilicis (Esper, 1779))

DE Deutschland , DE-SN Sachsen Druckansicht

Diagnose

Vorderflügellänge 16–18 mm.

Flügeloberseiten dunkelbraun, Weibchen im Vorderflügel mit orangem Feld. Fransen schmutzig weiß; am Hinterrand des Hinterflügels ein kurzer Zipfel.

Flügelunterseiten dunkelbraun, Vorderflügel mit undeutlicher, Hinterflügel mit deutlicher weißer, unregelmäßiger Strichellinie; vor dem Hinterrand ein paar orange Flecken, die nach Innen von einem schwarzen Winkel begrenzt sein können.

In der Natur sieht man die Falter meist mit zusammengeklappten Flügeln, so dass die Flügelunterseiten sichtbar sind.

Ähnliche Art: Satyrium pruni besitzt ebenfalls dunkelbraune Flügel sowie auf der Unterseite der Hinterflügel eine weiße, aber regelmäßige Strichellinie und beide Geschlechter besitzen auf den Hinterflügeln oberseits eine orange Fleckenreihe, die unterseits zu einem orangen Band verschmilzt.

Gesetzlicher Schutz und Rote Liste

Gesetzlicher Schutz (BArtSchV, BNatSchG): Nicht besonders geschützt
Rote Liste Sachsen: vom Aussterben bedroht
Rote Liste Deutschland: stark gefährdet

Merkmale

Ei: weißlich, grauweiß oder hellbraun mit flacher Micropyle.

Verbreitung

Von Dänemark, Südschweden und dem Baltikum südlich bis zur Iberischen Halbinsel, Sizilien, Griechenland, die Türkei und Israel sowie östlich bis zur Wolga (GBIF).

Lebensweise

Die Eier werden an die unteren Stammregionen junger Trauben-Eichen (Quercus petraea) und Stieleichen (Quercus robur) sowie an die Unterseite junger Zweige in 0,3 bis maximal 1,5 m Höhe abgelegt. Leicht zu finden sind sie an glatter Stammrinde vom Boden bis in etwa 50 cm Höhe. Die Eier überwintern. Die Larven fressen im Frühjahr an den Blättern der Eichen (Hermann 2007).

Die Falter fliegen im Juni und Juli.

Lebensräume

Der Braune Eichen-Zipfelfalter besiedelt frühe Waldsukzessionsstadien wie Lichtungen eichenreicher Wälder, noch genutzte oder ehemalige Nieder- und Mittelwälder, durch Sturmwurf oder Kahlschlag entstandene Offenstellen im Wald sowie Eichenaufforstungen an Wegrändern der nordwestsächsischen Tagebaufolgelandschaften. Die Larven entwickeln sich an gut besonnten, bodennahen Eichenzweigen, durch Wildverbiß krüppelwüchsigen Eichenbüschen, Naturverjüngungen oder Stockausschlägen sowie an kleinen Ästchen und Zweiggabeln bis in 3 m Höhe über dem Boden (Hermann 2007; Schurian & Prosi 2020). 

Bestandssituation

Literatur

  • Hermann, G. 2007: Tagfalter suchen im Winter. Zipfelfalter, Schillerfalter und Eisvögel. – Books on Demand, Norderstedt. 224 S.
  • Hermann, G. & R. Steiner 2000: Der braune Eichen-Zipfelfalter in Baden-Württemberg: ein Beispiel für die extreme Bedrohung von Lichtwaldarten. – Naturschutz und Landschaftsplanung 32 (9): 271–277.
  • Maes, D., I. Jacobs, N. Segers, W. Vanreusel, T. Van Daele, G. Laurijssens & H. Van Dyck 2014: A resource-based conservation approach for an endangered ecotone species: the Ilex Hairstreak (Satyrium ilicis) in Flanders (north Belgium). – Journal of Insect Conservation 18 (5): 939–950.
  • Schurian, K. G. & R. Prosi 2020: Neue Informationen zu den Präimaginalstadien des Eichenzipfelfalters Satyrium ilicis (Esper, [1779]) (Lepidoptera: Lycaenidae, Eumaeini) – Nachrichten des Entomologischen Vereins Apollo 41: 7–12.

Links

Autor(-en): Matthias Nuß. Letzte Änderung am 22.06.2021

Brauner Eichenzipfelfalter im Juli 2009 in Markkleeberg
(© Bernd Garbe)


Männchen des Braunen Eichenzipfelfalters. Radebeul-Lindenau, 30.06.1925, leg. Skell. Coll. Senckenberg Museum für Tierkunde Dresden
(© Matthias Nuß)


Weibchen des Braunen Eichenzipfelfalters. Regensburg, 11.06.1913, leg. R. Seiler. Coll. Senckenberg Museum für Tierkunde Dresden
(© Matthias Nuß)


Weibchen des Braunen Eichenzipfelfalters. Regensburg, 11.06.1913, leg. R. Seiler. Coll. Senckenberg Museum für Tierkunde Dresden. Flügelunterseiten
(© Matthias Nuß)
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