Ginster-Silberfleckbläuling (Plebejus idas (Linnaeus, 1761))

DE Deutschland , DE-SN Sachsen Druckansicht

Diagnose

Vorderflügellänge bis 14–15 mm.

Flügeloberseiten der Männchen blau, mit schmalem dunkelbraunen Rand; Weibchen mit braunen Flügeloberseiten und orangen Randflecken, die aber auch fehlen können.

Flügelunterseiten beider Geschlechter mit hellbraunem Grundton, die Weibchen etwas dunkler; schwarze, weiß umrandete Flecke und eine orange Fleckenreihe vor den Außenrändern der Flügel sowie am Ende der Hinterflügel metallisch blaue Flecke.

Ähnliche Arten: Die Männchen von Plebejus argus besitzen auf den Oberseiten breiter braune Flügelränder und beide Geschlechter sind meist kleiner und weisen an den Vordertibien einen kleinen Sporn auf (Lupe!). Von Plebejus argyrognomon ist P. idas nur durch mikroskopische Merkmale zu unterscheiden.

Gesetzlicher Schutz und Rote Liste

Gesetzlicher Schutz (BArtSchV, BNatSchG): besonders geschützt
Rote Liste Sachsen: stark gefährdet
Rote Liste Deutschland: gefährdet

Merkmale

Im männlichen Genital sind die Uncusseiten dreiecksförmig und das dorso-distale Valvenende ist breit gerundet und fein gezähnt.
Im weiblichen Genital ist der Genitaltubus im Vergleich zu seiner Länge relativ schmal, überragt deutlich das Hinterende von Sternit VII und weist posterior keine polygonale Sklerotisierung auf.

Verbreitung

Plebejus idas kommt in Europa von Spanien, Korsika, Sardinien und dem Balkan bis nach Fennoskandien und ferner in Asien und Nordamerika vor (Tolman & Lewington 1998; Hall et al. 2014).

Lebensweise

Der Falter fliegt in Sachsen wahrscheinlich nur in einer Generationen vom 25.06. (früheste Beobachtung) bis 10.08. (späteste Beobachtung); das Maximum des Auftretens liegt im Juli. In Deutschland tritt diese Art in drei Standorttypen auf: in der Rheinebene und dem westlich anschließenden Hügelland sowie in Baden-Württemberg und Nordbayern leben die Raupen an Besenginster (Cytisus (= Sarothamnus) scoparius) sowie Färber- und Deutschem Ginster (Genista tinctoria, G. germanica), in Niedersachsen, Westfalen und Ostdeutschland an Calluna sowie in der Münchner Schotterebene an Sanddorn (Hippophae rhamnoides) (Weidemann 1995). Der Ginstertyp kommt in Sandgebieten und auf Pionierstandorten, wie ehemalige Bergwerksgelände und Dämme, der Calluna-Typ auf Mooren, in Teich- und Heidegebieten vor. So gehören die vogtländisch-erzgebirgischen Funde auf ehemaligem Bergwerksgelände zum Ginstertyp, die Vorkommen auf dem Heller bei Dresden zum Calluna-Typ. Die Larve ist myrmekophil (Ebert & Rennwald 1993). Genauere Beobachtungen in Sachsen stehen noch aus.

Lebensräume

Es werden die Heide- und Teichlandschaften der Niederung mit ihren Ginster- und Heidevorkommen bevorzugt.

Bestandssituation

Plebejus idas hat in Sachsen fast alle Vorkommen zwischen 150–300 m über dem Meeresspiegel eingebüßt und kommt fast nur noch in Nordsachsen unterhalb 150 m vor (Hardtke & Nuss 2006; Reinhardt et al. 2007). Wichtigste Gefährdungsursache ist der Lebensraumvelust durch Sukkzession und Aufforstung.

Literatur

  • Ebert, G. & E. Rennwald 1993 (korrigierter Nachdruck der 1. Aufl.). Die Schmetterlinge Baden-Württembergs. Band 2, Tagfalter II. – Ulmer, Stuttgart, 535 S.
  • Hall, P. W., C. D. Jones, A. Guidotti & B. Hubley 2014: Butterflies of Ontario. – Royal Ontario Museum, Toronto. 488 S.
  • Hardtke, H.-J. & M. Nuss 2006: Die Silberfleckbläulinge Plebeius argus, P. idas und P. argyrognomon in Sachsen (Lepidoptera: Lycaenidae). – Sächsische Entomologische Zeitschrift, Leipzig 1: 33–44.
  • Reinhardt, R., H. Sbieschne, J. Settele, U. Fischer & G. Fiedler 2007: Tagfalter von Sachsen. – Entomologische Nachrichten und Berichte, Dresden Beiheft 11: 1–695, 1–48.
  • Weidemann, H. J. 1995. Tagfalter beobachten, bestimmen. – Naturbuch-Verlag, Augsburg. 659 S.

Links

 

 

Autor(-en): Matthias Nuß. Letzte Änderung am 26.04.2016

Männchen von Plebejus idas im Juni 2015 auf dem Dresdner Heller (prep. 1139 Nuss)
(© Matthias Nuß)


Plebejus idas, Flügeloberseiten des Weibchens. Dresden-Klotzsche, 05.07.1981, Barkowski leg., prep. Nuss 1052, Senckenberg Museum für Tierkunde Dresden
(© Matthias Nuß)


Männchen des Ginster-Silberfleckbläulings am 31.07.2019, Göbelner Heide.
(© Mario Trampenau)


Männliches Genital von Plebejus idas. Uncus und Subuncus. Dahlen, Juli 1911, Seiler leg., Nuss prep. 971, Senckenberg Museum für Tierkunde Dresden
(© Matthias Nuß)


Männliches Genital von Plebejus idas. Distales Valvenende. Dahlen, Juli 1911, Seiler leg., Nuss prep. 971, Senckenberg Museum für Tierkunde Dresden
(© Matthias Nuß)


Weibliches Genital von Plebejus idas. Dresden-Klotzsche, 05.07.1981, Barkowski leg., prep. Nuss 1052, Senckenberg Museum für Tierkunde Dresden
(© Matthias Nuß)
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