19.02.2026
250. Zoologisches Kolloquium
Vortrag
Schutz und Förderung der Biodiversität im Offenland
Prof. Dr. Thomas Fartmann, Universität Osnabrück
Der Braune Feuerfalter (Lycaena tityrus) zählt zu den vielen Arten, die unter der Eutrophierung unserer Landschaft leiden. Foto: Thomas Fartmann.
Über Jahrhunderte hat traditionelle Landnutzung artenreiche Lebensräume geschaffen und erhalten. Durch den Übergang von der präindustriellen zur modernen Landwirtschaft, insbesondere nach dem zweiten Weltkrieg, hat die Fläche dieser Hotspots der Artenvielfalt allerdings dramatisch abgenommen. Zwei gegenläufige Prozesse waren verantwortlich für den Habitatverlust: einerseits die Intensivierung der Landnutzung auf produktiveren Standorten und andererseits die Nutzungsaufgabe bzw. Aufforstung auf Grenzertragsstandorten. Heutzutage sind viele der verbliebenen Habitatfragmente umgeben von einer intensiv genutzten Matrix und leiden unter einer Abnahme der Habitatqualität aufgrund von ungeeignetem Management, Klimawandel und Eutrophierung durch Luftstickstoffeinträge.
Die Schlüsselfaktoren für das langfristige Überleben der Arten in diesen Habitatinseln sind: 1. eine hohe Habitatqualität, 2. eine ausreichende Flächengröße und 3. eine gute Konnektivität der Habitate (Biotopverbund). Basierend auf den vorgestellten wissenschaftlichen Befunden gebe ich einen Überblick darüber, welche Anpassungsmaßnahmen der Naturschutz ergreifen muss, um dem Rückgang der Biodiversität in Zeiten des globalen Wandels nachhaltig zu begegnen.
Weiterführende Literatur
Fartmann, T., Jedicke, E., Streitberger, M. & G. Stuhldreher (2021): Insektensterben in Mitteleuropa. Ursachen und Gegenmaßnahmen. – Eugen Ulmer, Stuttgart.
Ort: Senckenberg Naturmuseum Dresden im Japanischen Palais
Zeit: 16:30
Das Dresdner Zoologische Kolloquium findet jeden 3. Donnerstag im Monat um 16:30 Uhr im Japanischen Palais statt. Der Eintritt zu allen Vorträgen ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.