Vorderflügellänge: 8–8,5 mm.
Vorderflügeloberseite: Flügel komplett schwarz gesäumt, bei 3/5 und 4/5 jeweils eine schwarze Querbinde. Basal bis etwa 1/6 ein gelber Längsstriemen im schwarzen Saum nahe dem Flügelvorderrand. Innenfeld und Mittelfeld mit cremefarbenen, transparenten Schuppen. Außenfeld gelb mit schwarz beschuppten Flügeladern. Fransensaum mit schwarzer und darunter liegender gelber Schuppenreihe.
Ähnliche Arten: Äußerlich nicht vom Eselswolfsmilch-Glasflügler (Chamaesphecia tenthrediniformis) und vom Glanzwolfsmilch-Glasflügler (Chamaesphecia hungarica) zu unterscheiden. Die Larve des Zypressenwolfsmilch-Glasflüglers frisst ausschließlich in den Wurzeln der Zypressenwolfsmilch (Euphorbia cyparissias), die des Eselswolfsmilch-Glasflüglers hingegen nur in den Wurzeln der Eselswolfsmilch (Euphorbia esula) und die des Glanzwolfsmilch-Glasflüglers nur in der Wurzeln der Glänzenden Wolfsmilch (Euphorbia lucida). Eine weitere ähnliche Art ist der Ziest-Glasflügler (Chamaesphecia dumonti), dem jedoch die schwarze äußere Querbinde fehlt, dessen Abdomen deutlich regelmäßig gelb-schwarz geringelt ist und dessen Larve im Wurzelstock des Aufrechten Ziest (Stachys recta) lebt.
Gesetzlicher Schutz und Rote Liste
Rote Liste Deutschland: ungefährdet
Merkmale
Naumann & Schroeder (1980) untersuchten detailliert die Morphologie der Falter des Zypressenwolfsmilch-Glasflüglers (Chamaesphecia empiformis) und des Eselswolfsmilch-Glasflüglers (Chamaesphecia tenthrediniformis). Sie fanden weder Unterschiede anhand der äußeren Körpermerkmale noch anhand der Genitalstrukturen.
Die Larven des Zypressenwolfsmilch-Glasflüglers fressen ausschließlich in den Wurzeln der Zypressenwolfsmilch (Euphorbia cyparissias), die des Eselswolfsmilch-Glasflüglers hingegen nur in den Wurzeln der Eselswolfsmilch (Euphorbia esula). Am gleichen Standort schlüpfen die ersten Falter des Eselswolfsmilch-Glasflüglers eher als die des Zypressenwolfsmilch-Glasflüglers (Naumann & Schroeder 1980).
Der Zypressenwolfsmilch-Glasflügler (BOLD BIN ID: AAC0677) und der Eselswolfsmilch-Glasflügler (BOLD BIN ID: AAD2452) unterscheiden sich im DNA-Barcode (COI). Der Zypressenwolfsmilch-Glasflügler unterscheidet sich im DNA-Barcode aber nicht vom Glanzwolfsmilch-Glasflügler (Chamaesphecia hungarica); diese beiden Arten clustern in derselben BOLD BIN ID AAC0677.
Verbreitung
Von Deutschland südlich bis zu den Pyrenäen, nach Mittelitalien und zum Peloponnes; östlich bis nach Weißrussland, in die Ukraine, in Südrussland und in Kasachstan. In Großbritannien, Irland, Dänemark und Fennoskandien sowie in der Türkei und auf den Mittelmeerinseln fehlt die Art (Tosevski et al. 1996; Bartsch et al. 1997; Sinev 2019; GBIF; PESI).
1971 und 1989 wurde die Art in Ontario, Kanada zur biologischen Bekämpfung der dort invasiven Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias) eingeführt. Lange dachte man, dass dies nicht erfolgreich war, aber seit 2015 zeigen Citizen Science-Daten, dass die Glaflüglerart sich tatsächlich erfolgreich etabliert hat (Schröder 1970; McClay et al. 2023).
Lebensweise
Die Flugzeit der Falter erstreckt sich von Mai bis August. Die Larven leben monophag in den Wurzeln der Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias). Im Gegensatz zu den meisten anderen Glasflüglerarten werfen die Larven aus ihrem Fraßang kein Genagsel nach draußen. Kot und Bohrmehl verbleiben in den Wurzelgängen. Befallene Pflanzen sind durch Kümmerwuchs und das Absterben einzelner Sprosse kenntlich, sterben i.d.R. aber nicht vollständig ab. Die Larve überwintert. Die Verpuppung erfolgt im oberen Teil des Fraßganges. Die Puppenruhe dauert etwa 3–4 Wochen. Anschließend schiebt sich die Puppe mit dem Kopf voran aus dem Wurzelhals oder der vertrockneten Stengelbasis heraus und der Falter schlüpft (Bartsch et al. 1997).
Lebensräume
Aufgrund der engen Bindung der Larve an die Zypressenwolfsmilch kommt dieser Glasflügler nur dort vor, wo diese Pflanze wächst. Bartsch et al. (1997) vermuten für Baden-Württemberg, dass dieser Glasflügler in nahezu allen Lebensräumen vorkommen dürfte, in denen auch diese Wolfsmilchart wächst. Dies sind nährstoffarme und trockene Standorte u.a. auf Felsen, Sand, Bahndämmen, Weinbergsböschungen, Trockenrasen sowie an Weg- und Waldrändern (Bartsch et al. 1997).
Bestandssituation
Literatur
- Bartsch, D., E. Bettag, R. Bläsius, E. Blum, A. Kallies, K. Spatenka & F. Weber 1997: Sesiidae (Glasflügler). S. 61–200. – In: G. Ebert, Die Schmetterlinge Baden-Württembergs 5 III. – Ulmer, Stuttgart.
- McClay, A., R. Bourchier, J. Landry, C. Morris & I. Toševski 2023: Citizen science reveals the establishment of Chamaesphecia empiformis (Esper) (Lepidoptera: Sesiidae), a long-lost biological control agent for Euphorbia cyparissias (Euphorbiaceae), in Ontario, Canada. – The Canadian Entomologist 155: e29.
- Naumann, C. M. & D. Schroeder 1980: Ein weiteres Zwillingsarten-Paar mitteleuropäischer Sesiiden: Chamaesphecia tenthrediniformis ([Denis & Schiffermüller], 1775) und Chamaesphecia empiformis (Esper, 1783) (Lepidoptera, Sesiidae). – Zeitschrift der Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Entomologen 32 (1–2): 29–46.
- Schröder, D. 1970: Studies on phytophagous insects of Euphorbia spp.: Chamaesphecia empiformis (Esp.). – Proceedings of the First International Symposium on Biological Control of Weeds, Delémont, Switzerland, March 6–8, 1969. Edited by F.J. Simmonds. – CABI, Wallingford, Oxfordshire, United Kingdom. S. 49–53.
- Sinev, S. Ju. 2019: Catalogue of the Lepidoptera of Russia. – Zoological Institute, St. Petersburg. 448 S.
- Tosevski, I., A. Gassmann & D. Schroeder 1996: Description of European Chamaesphecia spp. (Lepidoptera: Sesiidae) feeding on Euphorbia (Euphorbiaceae), and their potential for biological control of leafy spurge (Euphorbia esula) in North America. – Bulletin of Entomological Research 86 (6): 703–714.
- Voerman, S., H. Audemard & E. Priesner 1983: Sex attractants for clearwing moths: Synanthedon vespiformis and Chamaesphecia tenthrediniformis (and/or C. empiformis). – Entomologia Experimentalis et Applicata 34: 203–205.
Links
- Chamaesphecia empiformis im Lepiforum
- Toni Kasiske 2021: Der Nachweis des Zypressenwolfsmilch-Glasflüglers (Chamaecphecia empiformis) mittels Pheromon. YouTube
Autor(-en): Franziska Bauer, Matthias Nuß. Letzte Änderung am 02.01.2026