Erlengast (Pantilius tunicatus (Fabricius, 1781))

DE Deutschland , DE-SN Sachsen Druckansicht

Diagnose

Gesetzlicher Schutz und Rote Liste

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Merkmale

Die längliche Art fällt durch ihre mit 8,2 bis 10,5 mm für Weichwanzenverhältnisse recht üppige Körpergröße auf. Während der Körper eher fahl gelblich-grünlich gefärbt ist, variiert die Färbung der Flügeldecken von grünlich (junge Tiere) bis bräunlich (ältere Exemplare) mit dichten braun- bis purpurroten Flecken und gibt der Art ein unverwechselbares Erscheinungsbild.

Verbreitung

Pantilius tunicatus ist in einem breiten Gürtel von Europa bis Sibirien ohne den hohen Norden verbreitet. Im Süden reicht das Areal bis in den nördlichen Mittelmeerraum.

Vorkommen in Sachsen

Die Art ist weit verbreitet und in der Regel häufig. Sie ist mit Ausnahme der höheren Gebirgslagen in allen Landesteilen Sachsens nachgewiesen. Nachweise aus den höheren Gebirgslagen fehlen möglicherweise aufgrund mangelnder Nachsuche (späten Erscheinungstermin!) oder die Art ist im oberen Bergland nicht in der Lage, ihre Entwicklung vor dem Kälteeinbruch im Herbst abzuschließen.

Lebensweise

Wie die meisten Weichwanzen (Miridae) überwintert die Art als Ei. Bemerkenswert ist der späte Erscheinungszeitpunkt der Art. Ihr Erscheinen kündigt das Ende des Sommers an, sobald im August die Larven zu beobachten sind und Ende August bis Anfang September dann die erwachsenen Tiere erscheinen. Diiese ist bis weit in den Oktober hinein zu beobachten. Die Art ist sowohl als Larve wie auch als erwachsenes Tier an Erle, in Sachsen also in der Regel Schwarzerle (Alnus glutinosa) gebunden, wo unreife Früchte und junge Triebe besaugt werden.. In der Literatur werden auch Haselnuss (Corylus avellana) und Birke (Betula sp.) genannt.

Lebensräume

Der Lebensraumanspruch dieser Art wird durch die strenge Futterpflanzenbindung bestimmt. Pantilius tunicatus lebt auf Schwarzerlen (Alnus glutinosa) in Auwäldern, in Bach- und Flussauen und an Teichrändern.

Bestandssituation

Die Art ist in Sachsen häufig und ungefährdet.

Literatur

  • Arndt, Erik & Bernhard, Detlef & Jesche, Claudia & Kupillas, Sven (2007): Species diversity and tree association of Heteroptera (Insecta) in the canopy of a Quercus-Fraxinus-Tilia floodplain forest. In: Unterseher, M., Morawetz, W., Klotz, S. and Arndt, E
  • Arnold, Kurt (2009): Aktuelle Heteropteren-Funde nach 1980 aus dem Freistaat Sachsen (Insecta: Heteroptera) - 5. Beitrag - Mitteilungen Sächsischer Entomologen Entomofaunistische Gesellschaft e.V. LV Sachsen Supplement 8: 4-115
  • Arnold, Kurt (2009): Checkliste der Heteropteren des Freistaates Sachsen - Mitteilungen Sächsischer Entomologen Entomofaunistische Gesellschaft e.V. LV Sachsen Supplement 8: 116-145
  • Büttner, Kurt & Wetzel, Curt (1964): Die Heteropterenfauna Westsachsens - Faunistische Abhandlungen Staatliches Museum für Tierkunde Dresden 1 (2): 69-100
  • Cohrs, Christoph & Kleindienst, Clemens (1934): Hemiptera-Heteroptera (Wanzen) Zentralsachsens - Berichte der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft zu Chemnitz Chemnitz 24: 143-182
  • Jordan, K. H. C. (1940): Die Heteropterenfauna der Oberlausitz und Ostsachsens - Isis Budissina Bautzen 14: 96-156
  • Jordan, K. H. C. (1963): Die Heteropterenfauna Sachsens - Faunistische Abhandlungen Staatliches Museum für Tierkunde Dresden 1: 1-68
  • Michalk, Otto (1938): Die Wanzen (Hemiptera heteroptera) der Leipziger Tieflandsbucht und der angrenzenden Gebiete, zugleich eine kritische Zusammenstellung aller deutschen Arten - Sitzungsberichte der Naturforschenden Gesellschaft zu Leipzig Leipzig 63/6
  • Schuhmacher, Friedrich (1919): Verzeichnis der bei Schandau in der Sächsischen Schweiz beobachteten Hemipteren - Entomologische Mitteilungen 8: 150 – 156
  • Wachmann, Ekkehard & Melber, Albert & Deckert, Jürgen (2004): Wanzen Band 2. Cimicomorpha. Microphysidae (Flechtenwanzen) Miridae (Weichwanzen). - Die Tierwelt Deutschlands 75
  • Wagner, Eduard (1952): Blindwanzen oder Miriden. In: Dahl, F., Dahl, M. & H. Bischoff (Hrsg.): Die Tierwelt Deutschlands und der angrenzenden Meeresteile - Gustav Fischer Verlag Jena 41
  • Wagner, Eduard (1974): Die Miridae Hahn, 1831, des Mittelmeerraumes und der Makronesischen Inseln (Hemiptera, Heteroptera). Teil 1 - Entomologische Abhandlungen Museum für Tierkunde Dresden Dresden Supplement 37: i-iii, 1-484
Autor(-en): Michael Münch. Letzte Änderung am 11.09.2012

Pantilius tunicatus. Männliches Tier, das einige Tage nach dem Schlupf die rötliche Grundfärbung angenommen hat. Auf den Zweigen der Schwarzerle ist es damit sehr gut getarnt. Pirk (Deutschland, Sachsen, Vogtlandkreis), 06.09.2012.
(© Michael Münch)


Pantilius tunicatus. Dieses Weibchen ist recht frisch geschlüpft und damit von der Grundfarbe her noch grünlich. Auf den Blattstengeln ist es aber hervorragend getarnt. Pirk (Deutschland, Sachsen, Vogtlandkreis), 06.09.2012.
(© Michael Münch)


Erlengaster am Tresenwald bei Machern im Oktober 2013
(© Michael Happ)


Pantilius tunicatus, Bienitz, 12.09.2008
(© Maik Hausotte)
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