Globiceps sphaegiformis (Rossi, 1790)

DE Deutschland , DE-SN Sachsen Druckansicht

Diagnose

Gesetzlicher Schutz und Rote Liste

Merkmale

Globiceps sphaegiformis ist eine leicht kenntliche Art: markant sind der rundliche Kopf, wie ihn auch andere Vertreter der Gattung Globiceps besitzen und die längliche Gestalt mit den hinten leicht verbreiterten Flügeldecken. Die Färbung mit zwei Querstreifen aus vielen einzelnen silberweißen Haaren erinnert eher an die mit unter 5mm Körperlänge kleineren Arten der Gattung Pilophorus. Globiceps sphaegiformis ist mit 4,9 bis 6,1 mm Körperlänge etwas größer. Unverkennbar wird die Art jedoch durch die zwei kegeligen Höcker im vorderen Teil des Halsschildes.

Verbreitung

Die Art ist in Europa bis zum Kaukasus verbreitet. Sie fehlt im hohen Norden und wird auch in Deutschland nach Norden sehr selten. Sie wird nirgends häufig gefunden.

Vorkommen in Sachsen

Aus Sachsen sind nur sehr wenige Funde bekannt: der erste und lange Zeit einzige Fund stammt aus dem Töpelwinkel (Cohrs & Kleindienst 1934). Der nächste Nachweis erfolgte im Rahmen von Lichtfängen des Dresdner Tierkundemuseums in Moritzburg (Engelmann 1968). Neuere Nachweise gibt es aus dem Raum Frohburg.

Lebensweise

Globiceps sphaegiformis ernährt sich zoophytophag. Die Überwinterung erfolgt offensichtlich als Ei. Erwachsene Tiere sind ab Juni, haupsächlich jedoch im Hochsommer zu finden.

Lebensräume

Die Art bewohnt sonnige Gehölze und wird so jeweils einzeln an exponierten Waldrändern oder auf einzelstehenden Büschen nachgewiesen.

Bestandssituation

Die Art ist in Sachsen sehr selten. Eine Gefährdung ist anzunehmen.

Literatur

  • Arnold, Kurt (2009): Checkliste der Heteropteren des Freistaates Sachsen - Mitteilungen Sächsischer Entomologen Entomofaunistische Gesellschaft e.V. LV Sachsen Supplement 8: 116-145
  • Cohrs, Christoph & Kleindienst, Clemens (1934): Hemiptera-Heteroptera (Wanzen) Zentralsachsens - Berichte der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft zu Chemnitz Chemnitz 24: 143-182
  • Engelmann, Hans-Dieter (1968): Bemerkenswerte Heteropterenfunde aus der Oberlausitz (1966/1967) - Abhandlungen und Berichte des Naturkundemuseums Görlitz Görlitz 43: 27-28
  • Jordan, K. H. C. (1963): Die Heteropterenfauna Sachsens - Faunistische Abhandlungen Staatliches Museum für Tierkunde Dresden 1: 1-68
  • Jordan, K. H. C. (1973): Ergänzungen zur "Heteropterenfauna Sachsens" (1963) (Hemiptera, Heteroptera) - Faunistische Abhandlungen Staatliches Museum für Tierkunde Dresden 4 (17): 151-155
  • Wachmann, Ekkehard & Melber, Albert & Deckert, Jürgen (2004): Wanzen Band 2. Cimicomorpha. Microphysidae (Flechtenwanzen) Miridae (Weichwanzen). - Die Tierwelt Deutschlands 75
  • Wagner, Eduard (1952): Blindwanzen oder Miriden. In: Dahl, F., Dahl, M. & H. Bischoff (Hrsg.): Die Tierwelt Deutschlands und der angrenzenden Meeresteile - Gustav Fischer Verlag Jena 41
  • Wagner, Eduard (1967): Wanzen oder Heteropteren, II. Cimicomorpha. In: Dahl, F., Dahl, M. & F. Peus (Hrsg.): Die Tierwelt Deutschlands und der angrenzenden Meeresteile - Gustav Fischer Verlag Jena 55
  • Wagner, Eduard (1974): Die Miridae Hahn, 1831, des Mittelmeerraumes und der Makronesischen Inseln (Hemiptera, Heteroptera). Teil 2 - Entomologische Abhandlungen Museum für Tierkunde Dresden Dresden Supplement 39: i-ii, 1-421
Autor(-en): Michael Münch. Letzte Änderung am 08.04.2013

Globiceps sphaegiformis. Gut zu sehen sind die zwei arttypischen kegeligen Höcker auf dem Halsschild. Umgebung Frohburg, Schönau, südlicher Rand des Waldes "Untere Viehweide" an der Straße Flößberg-Nenkersdorf  (Deutschland, Sachsen, Landkreis Leipzig), 10.06.2011
(© Michael Münch)
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