Ahornzahnspinner (Ptilodon cucullina (Denis & Schiffermüller, 1775))

DE Deutschland , DE-SN Sachsen Druckansicht

Diagnose

Thorax mit einem aufrechten Schuppenbüschel. Vorderflügel vom Vorderrand bis zur Flügelmitte beige, vor dem Hinterrand und nach Außen braun sowie vor dem Außenrand ein großer grauweißer Fleck; Hinterrand auf etwa einem Drittel mit dem für Zahnspinner (Notodontidae) charakteristischen, grau beschuppten Zahn. 

Ähnliche Art: Kamelzahnspinner (Ptilodon capucina) ohne die hellen Bereiche an Vorder- und Außenrand der Vorderflügel.

Gesetzlicher Schutz und Rote Liste

Rote Liste Deutschland: ungefährdet

Merkmale

Das Tympanalorgan der Adulten besitzt nur ein einziges auditorisches Rezeptorneuron, dessen nichtlineare mechanische Schallverarbeitung zu otoakustischen Verzerrungsproduktemissionen führt (Kössl et al. 2007).

Verbreitung

Eine fast ausschließlich in Europa vorkommende Art. Von England und Dänemark südlich bis zu den Pyrenäen, Kalabrien und Bulgarien, östlich in Russland bis zum Ural, in der Ukraine und in der Kaukasusregion, einschließlich Armenien (GBIF) sowie auf den Kanaren, Balearen und Sizilien (PESI).

Lebensweise

Die Art entwickelt zwei Generationen im Jahr, deren Larven im Juni und Juli sowie von August bis Oktober gefunden werden. Die Larven leben vor allem auf Feldahorn (Acer campestre), seltener auf Bergahorn (Acer pseudoplatanus) und fressen an den Blättern. Die Puppe überwintert in einem Gespinst in der Erde (Koch 1984; Steiner et al. 2014). Die Falter fliegen von Ende April bis Ende August (Insekten Sachsen).

Lebensräume

Laub-, Misch- und Auwälder mit Vorkommen des Feldahorns vom Tiefland bis ins Gebirge (Sbieschne et al. 2010; Steiner et al. 2014).

Bestandssituation

Historisch aus der Oberlausitz nicht bekannt, erst Schütze (1930) nennt diese Art aus dem Oberland als selten. Von 1950 bis 1961 dann neun Nachweise, ab den 1980er Jahren steigt die Anzahl der Nachweise deutlich (Sbieschne et al. 2010).

Literatur

  • Koch, M. 1984: Wir bestimmen Schmetterlinge. – Neumann Verlag, Leipzig & Radebeul, 792 S.
  • Kössl, M., F. Coro, E. A. Seyfarth & W. A. Nässig 2007: Otoacoustic emissions from insect ears having just one auditory neuron. – Journal of Comparative Physiology A 193: 909–915.
  • Sbieschne, H., D. Stöckel, T. Sobczyk, S. Wauer & M. Trampenau 2010: Die Schmetterlingsfauna der Oberlausitz, Teil 1. – Entomologische Nachrichten und Berichte, Beiheft 13: 1–178.
  • Schütze, K. T. 1930: Nachtrag zu den Schmetterlingen der sächsischen Oberlausitz. – Deutsche entomologische Zeitschrift Iris, Dresden 44 (1): 1–41.
  • Steiner, A., U. Ratzel, M. Top-Jensen & M. Fibiger 2014: Die Nachtfalter Deutschlands. Ein Feldführer. – BugBook Publishing, 878 S.

Links

Autor(-en): Matthias Nuß. Letzte Änderung am 01.02.2026

Löbau, Landkreis Görlitz, Löbauer Berg 3. Juni 2025
(© Friedmar Graf)


Schirgiswalde, 30. Juni 2025
(© Konrad Thomas)


Paarung, wirkte wie ein Stück Totholz, Schmetterlingswiese 294 BUND Chemnitz-Hilbersdorf, Juni 2022
(© Benjamin Franke)


Raupe des Ahornzahnspinners, Oberholz bei Belgershain, August 2019
(© Helene Otto)
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