Früher Perlmuttfalter (Boloria euphrosyne (Linnaeus, 1758))

DE Deutschland , DE-SN Sachsen Druckansicht

Diagnose

Vorderflügellänge 21–23 mm.

Flügeloberseiten orange mit schwarzen Flecken, im Basalfeld der Hinterflügel ein runder schwarzer Punkt, der mit der dunklen Umgebungsfärbung verschmolzen oder durch Überlagerung haarförmiger Schuppen nur undeutlich sichtbar sein kann; an den Außenrändern dreieckige schwarze Flecke.

Flügelunterseiten: Vorderflügel orange mit schwarzen Flecken; Hinterflügel orange und rotbraun, basal drei gelbe und ein Perlmuttfleck, im rotbraunen Basalfeld ein kleiner schwarzer Punkt; in der Flügelmitte eine gelbe Fleckenbinde, nur der mittlere Fleck perlmuttglänzend; Postdiskalbinde mit einer Reihe verschwommener schwarzer Punkte; vor dem Außenrand eine Reihe Perlmuttflecke, die nach Innen dunkel verschwommen begrenzt sind.

Ähnliche Art: Beim Sumpfwiesenperlmuttfalter (Boloria selene) auf der Oberseite der Vorderflügel pfeilförmige Randflecke, auf der Unterseite der Hinterflügel basal mehrere Perlmuttflecke, im rotbraunen Basalfeld ein deutlicher schwarzer Punkt; die Fleckenbinde in der Flügelmitte mit mehreren Perlmuttflecken; vor dem Außenrand eine Reihe Perlmuttflecke, die nach Innen kontrastreich schwarz begrenzt sind.

Gesetzlicher Schutz und Rote Liste

Gesetzlicher Schutz (BArtSchV, BNatSchG): besonders geschützt
Rote Liste Sachsen: ausgestorben oder verschollen (1996)
Rote Liste Deutschland: stark gefährdet

Merkmale

Verbreitung

Von Irland, Großbritannien, Skandinavien und Finnland südlich bis in den Norden der Iberischen Halbinsel, Sizilien und dem Peloponnes (PESI, Tolman & Lewington 1998). Östlich in Russland bis Tschukotka sowie in der Ukraine, der Kaukasusregion und der Türkei (GBIF).

Lebensweise

Die Larven leben oligophag an verschiedenen Veilchenarten (Viola canina, V. hirta, V. odorata, V. reichenbachiana).
Die Falter saugen Nektar an Kriechendem Günsel (Ajuga reptans).

Lebensräume

Eine Lichtwaldart, die auf Kahlschlägen, breiten Forstwegrändern sowie Waldlichtungen und -wiesen mit ausreichender Besonnung vorkommt.

Bestandssituation

Historisch ist die Art mit Einzelfunden aus ganz Sachsen belegt, wurde jedoch im Verlauf des 20. Jahrhunderts zunehmend seltener. Der letzte Nachweis aus Sachsen stammt aus dem Jahr 1996. Seither gilt die Art als ausgestorben (Reinhardt et al. 2007). In Deutschland ist die Art stark gefährdet.

Literatur

  • Reinhardt, R., H. Sbieschne, J. Settele, U. Fischer & G. Fiedler 2007: Tagfalter von Sachsen. – Entomologische Nachrichten und Berichte, Dresden Beiheft 11: 1–695, 1–48.
  • Tolman, T. & R. Lewington 1998: Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas. – Franckh-Kosmos, Stuttgart. 319 S., 104 Tafeln.

Links

Autor(-en): Matthias Nuß. Letzte Änderung am 22.03.2021

Boloria euphrosyne aus dem Plauenschen Grund, 1900, W. Heinitz. Senckenberg Museum für Tierkunde Dresden
(© Matthias Nuß)


Flügelunterseiten von Boloria euphrosyne aus dem Plauenschen Grund, 1900, W. Heinitz. Senckenberg Museum für Tierkunde Dresden
(© Matthias Nuß)


Früher Perlmuttfalter am 04.05.2014 im Altmühltal/Bayen
(© Eva-Maria Bäßler)


Früher Perlmuttfalter am 04.05.2014 im Altmühltal/Bayen
(© Eva-Maria Bäßler)


Männliches Genital von Boloria euphrosyne. Ramsau, coll. C.F. Sommer. Coll. Senckenberg Museum für Tierkunde Dresden. Prep. MTD 36 Johanna Stahl.
(© Johanna Stahl & Matthias Nuß)


Phallus von Boloria euphrosyne. Ramsau, coll. C.F. Sommer. Coll. Senckenberg Museum für Tierkunde Dresden. Prep. MTD 36 Johanna Stahl.
(© Johanna Stahl & Matthias Nuß)


Weibliches Genital von Boloria euphrosyne. Bautzen, Rachlau, 06.02.1920, leg. Starke. coll. Starke/ Bautzen. Coll. Senckenberg Museum für Tierkunde Dresden. Prep. MTD 35 Johanna Stahl.
(© Johanna Stahl & Matthias Nuß)


Etiketten zu dem Exemplar von Boloria euphrosyne aus dem Plauenschen Grund, 1900, W. Heinitz. Senckenberg Museum für Tierkunde Dresden
(© Matthias Nuß)
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