Kleiner Schillerfalter (Apatura ilia (Denis & Schiffermüller, 1775))

DE Deutschland , DE-SN Sachsen Druckansicht

Diagnose

Vorderflügellänge 33–40 mm.

Flügeloberseiten dunkelbraun, Männchen je nach Lichteinfall bläulich-violett schillernd, mit weißen und orangen Flecken; charakteristisch sind der dunkle, orange umrandete Fleck auf den Vorderflügeln und das weiße, innen unregelmäßig gerandete Band auf den Hinterflügeln. In der Natur kommt häufig eine Variation mit orange "übergossenen" Flügeloberseiten vor.

Flügelunterseiten blaß rot- und hellbraun, die weißen Flecken und das weiße Band der Oberseiten scheinen durch, besonders im Gegenlicht;
Vorderflügel mit schwarzen Flecken und dunklem, orange gerandeten Augenfleck.

Ähnliche Art: Beim Großen Schillerfalter (Apatura iris) auf dem Vorderflügel oberseits ein dunkler Fleck, der nicht orange umringt ist; unterseits eine dunkelrotbraune Flügelspitze sowie ober- und unterseits die Innenseiten des weißen Bandes gerade. Die Größe ist kein Merkmal, um die beiden Arten zu unterscheiden.

Gesetzlicher Schutz und Rote Liste

Gesetzlicher Schutz (BArtSchV, BNatSchG): besonders geschützt
Rote Liste Sachsen: gefährdet
Rote Liste Deutschland: Vorwarnliste (noch ungefährdet)

Verbreitung

A. ilia ist von Nordportugal, den Pyrenäen und Frankreich über Mitteleuropa, den Balkan und das Baltikum nach Osten. verbreitet. Die nördliche Verbreitungsgrenze führt nördlich von Sachsen durch Deutschland, so dass die Art in Großbritannien, Skandinavien, Dänemark und Norddeutschland nicht vorkommt.

Lebensweise

Die Flugzeit beginnt Mitte Juni und reicht bis in den August. Nur selten gibt es eine zweite Generation. Die Eiablage findet auf verschiedenen Pappelarten (Populus spp.) statt. Bevorzugt werden Bäume mit sperrigem Wuchs und lichten Kronen. Die Falter saugen an Pferdekot, an toten Tieren und Schlamm. Dietrich (2010) beobachtete das Saugen am Honigtau der Blattlaus Eucallipterus tiliae. Die Larve überwintert.

Lebensräume

Bevorzugt werden südexponierte Waldränder und breite Waldwege mit Pappeln. Falter saugen an Aas, Kot und Feuchtstellen auf unbefestigten Wegen und sonnen sich auf vegetationsfreien Stellen am Boden.

Bestandssituation

Die Art weist aufgrund negativer Habitatentwicklung durch Entfernen von Weichholzsäumen und Versiegeln von Waldwegen einen negativen Bestandstrend auf.

Literatur

  • Ebert, G. 1993: Die Schmetterlinge Baden-Württembergs. Band 1: Tagfalter 1. – Eugen Ulmer, Stuttgart. 535 S.
  • Dietrich, W. 2010: Saugmedium des Kleinen Schillerfalters (Apatura ilia) beobachtet (Lepidoptera). – Entomologische Nachrichten und Berichte 54 (3): 264–265.
  • Friedrich, E. 1977 (1. Aufl.), 1996 (2. unveränderte Aufl.): Die Schillerfalter. Apatura iris, A. ilia, A. metis. – Die Neue Brehm-Bücherei 505. – Westarp-Wissenschaften, Magdeburg. 112 S.
  • Reinhardt, R. 2007: Rote Liste Tagfalter Sachsens. - Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie (Hrsg.). 29. S.
  • Reinhardt, R., H. Sbieschne, J. Settele, U. Fischer & G. Fiedler 2007: Tagfalter von Sachsen. – Entomologische Nachrichten und Berichte, Dresden Beiheft 11: 1–695, 1–48.    
  • Tolman, T. & R. Lewington 1998: Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas. – Franckh-Kosmos, Stuttgart. 319 S., 104 Tafeln (Übersetzung und fachliche Bearbeitung der 1. Aufl. von M. Nuss; 2. Aufl. 2012 von H. Melzer).

Links

 

Autor(-en): Matthias Nuß, Katharina Weinberg. Letzte Änderung am 29.06.2016

Dieser männliche Kleine Schillerfalter saugte am 26.07.2013 auf einem Waldweg an den Galgenteichen in Altenberg
(© Stefan Höhnel)


Männchen des Kleinen Schillerfalters in der orangen Variation auf einem Weg auf der Halde Berzdorf im Juli 2015
(© Peter Diehl)


Weibchen des Kleinen Schillerfalters am 12.7.2011 auf einem Parkplatz zwischen Lauenstein und Geising
(© Eva-Maria Bäßler)


Kleiner Schillerfalter am 07.07.2014 in Glashütte
(© Stefan Höhnel)
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