Zahnflügelbläuling (Polyommatus daphnis (Denis & Schiffermüller, 1775))

DE Deutschland , DE-SN Sachsen Druckansicht

Diagnose

Vorderflügellänge 16–18 mm.

Flügeloberseiten der Männchen hellblau, mit braunem Rand und weißen Fransen. Weibchen braun, zwischen den Adern je nach Individuum wenig bis überwiegend blau beschuppt, orange Randpunkte können vorhanden sein, Hinterrand des Hinterflügels mit schwarzer Punktreihe und zwischen den Adern eingebuchtet, so dass beim Weibchen zwei deutliche Zacken entstehen, beim Männchen ist dieses Merkmal weniger deutlich ausgeprägt (Name!). Fransen weiß.

Flügelunterseiten der Männchen hellgrau, der Weibchen hellbraun; Basis glänzend blau; mit schwarzen, weiß umrandeten Punkten; orange Zeichnungen fehlen.

Ähnliche Art: Aufgrund des gezackten Hinterflügelrandes unverwechselbar.

Gesetzlicher Schutz und Rote Liste

Gesetzlicher Schutz (BArtSchV, BNatSchG): besonders geschützt
Rote Liste Sachsen: nicht bewertet
Rote Liste Deutschland: gefährdet

Synonyme

Papilio meleager Esper, 1779

Merkmale

Verbreitung

Von Deutschland und Polen südlich bis Spanien, Italien und Griechenland (GBIF, PESI) sowie östlich bis in die südliche Uralregion (Sinev 2019) und Zentralasien (Bräu et al. 2013). Die nördliche Verbreitungsgrenze verläuft gegenwärtig in Deutschland durch Sachsen.

Lebensweise

Die Eiablage erfolgt in der Nähe oder direkt an Blätter und Stängel der Bunten Kronwicke (Securigera varia). Die Eier verbleiben bis zum folgenden Frühjahr am Eiablagesubstrat (Sanetra et al. 2015).

Lebensräume

Halbtrockenrasen mit dichter stehenden, höherwüchsigen Obergräsern und Stauden sowie Bunter Kronwicke. Neben den mageren Ausprägungen mit Aufrechter Trespe (Bromus erectus) werden auch ruderalisierte Magerrasen mit Glatthafer (Arrhenaterum elatius) und Wiesen-Knäuelgras (Dactylis glomerata agg.) sowie Gewöhnlicher Kugeldistel (Echinops sphaerocephalus) bewohnt. Männchen wurden unter anderem auf einer sehr hochwüchsigen, mit Goldrute (Solidago sp.) durchsetzten Hochstaudenflur beobachtet.

Bestandssituation

Nach Möbius (1905: 30) äußerst selten, "früher" im Lößnitzgrund (1891), bei Meißen und Nossen in einzelnen Exemplaren sowie in der Lausitz bei Herwigsdorf und Großschönau. 2015 und 2017 in der östlichen Oberlausitz wieder nachgewiesen (Nuß & Liebig 2019).

Biotoppflege

Die lange Verweilzeit der Eier vom Sommer bis zum nächsten Frühjahr sowie die sich anschließende Entwicklung von Larven und Puppen erfordert einen großen zeitlichen Mahdabstand von mindestens einem Jahr und bei jedem Mahdtermin eine Aussparung von 20–50% der Flächen (Sanetra et al. 2015).

Literatur

  • Bräu, M., R. Bolz, H. Kolbeck, A. Nunner, J. Voith & W. Wolf 2013: Tagfalter in Bayern. – Eugen Ulmer, Stuttgart. 781 S.
  • Möbius, E. T. A. 1905: Die Grossschmetterlings-Fauna des Königreiches Sachsen. – Deutsche entomologische Zeitschrift Iris, Dresden 18 (1): i–xxi, [i]–[xi], 1–235, Taf. 1–2.
  • Nuß, M. & W.-H. Liebig 2019: Wiederfund des Zahnflügelbläulings (Polyommatus daphnis (Denis & Schiffermüller, 1775)) in Sachsen (Lepidoptera: Lycaenidae). – Sächsische Entomologische Zeitschrift 9: 78–81.
  • Sanetra, M., R. Güsten & R. Trusch 2015: Neue Erkenntnisse zur Verbreitung und Lebensweise von myrmekophilen Bläulingen (Lepidoptera: Lycaenidae) im Tauberland und angrenzenden Regionen. – Carolinea 73: 29–81.
  • Sinev, S. Yu. 2019 (2nd edn): Catalogue of the Lepidoptera of Russia. - Zoological Institute of the Russian Academy of Sciences, St. Petersburg. 448 S.
  • Trampenau, M. & R. Reinhardt 2019: Der Zahnflügel-Bläuling Polyommatus daphnis (Denis & Schiffermüller, 1775) in Sachsen. – Mitteilungen sächsischer Entomologen 38 (131): 85–88.

Links

Autor(-en): Matthias Nuß. Letzte Änderung am 27.10.2020

Männchen des Zahnflügelbläulings aus Tschechien, Velký Bezděz (deutsch: Bösig), vor 1913, coll. C. Ribbe. Coll. Senckenberg Museum für Tierkunde Dresden.
(© Matthias Nuß)


Weibchen des Zahnflügelbläulings am 16.07.2017, Umgebung Neustadt Spree
(© Mario Trampenau)


Männchen des Zahnflügelbläulings beim Aufsaugen von Mineralien im Juli 2017 bei Neustadt (Spree)
(© Matthias Nuß)


Weibchen des Zahnflügelbläulings am 22.07.2013 im Altmühltal, Nähe Mörnsheim (Bayern)
(© Eva-Maria Bäßler)


Weibchen des Zahnflügelbläulings am 22.07.2013 im Altmühltal, Nähe Mörnsheim (Bayern)
(© Eva-Maria Bäßler)
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