Dunkelfransige Hosenbiene, Braunbrüstige Hosenbiene (Dasypoda hirtipes (Fabricius 1793))

DE Deutschland , DE-SN Sachsen Druckansicht

Diagnose

Weibchen: Hinterleibtergit 5 dunkel befranst; lange, dichte Behaarung der Hinterbeine rötlich. Männchen: Behaarung der letzten Hinterleibtergite schwarz mit weißen Endbinden.

Gesetzlicher Schutz und Rote Liste

Rote Liste Deutschland: Vorwarnliste (noch ungefährdet)

Synonyme

Apis altercator Harris, 1780
Andrena hirtipes Fabricius, 1793
Dasypoda plumipes (Panzer 1797)

Merkmale

Das Weibchen von Dasypoda hirtipes läßt sich bereits im Feld von den beiden ebenfalls in Deutschland und Sachsen vorkommenden Dasypoda-Arten Dasypoda argentata und Dasypoda suripes anhand der Färbung der langen Haarfransen auf dem Hinterleibtergit 5 unterscheiden. Diese "Endfranse" ist bei Dasypoda hirtipes schwarzbraun gefärbt, bei den beiden anderen Arten rotgelb. Auch anhand des spezialisierten Blütenbesuches des Weibchen ist eine Unterscheidung möglich. Während Dasypoda hirtipes Pollen ausschließlich auf Korbblütlern (Asteraceae) sammelt, sind Dasypoda argentata und Dasypoda suripes streng auf Kardengewächse (Dipsacaceae) spezialisiert.
Die Männchen der drei Arten unterscheiden sich unter anderem anhand der Behaarung des Abdomenendes. Dieses ist bei Dasypoda hirtipes neben der weißen Endbinden schwarz behaart, bei Dasypoda argentata und Dasypoda suripes rötlich.
Weibchen: Körperlänge 13–15 mm. Wangen kurz. Kopf, Thorax, Hinterleibtergit 1, Tibia und Metatarsus 1 und 2 gelbbraun behaart; Kopf und Mesonotum mit eingemischten dunklen Haaren; Hinterleibtergite 2–6 auf der Scheibe dunkel behaart, Tergite 2–4 mit hellen Haarbinden; Tergit 5 mit abstehender braunschwarzer Endfranse; Sternite dunkel befranst. Abdomen nach hinten verbreitert. Tibia und Metatarsus der Hinterbeine lang und dicht rotgelb behaart.
Männchen: Körperlänge 11–14 mm. Wange schmal. Behaarung von Kopf, Thorax und Beinen gelbbraun; Gesicht und Thoraxunterseite weißlich; die letzten Hinterleibtergite auf der Scheibe borstig dunkel behaart; Tergite 2–6 mit hellen Haarbinden. Abdomen schmal lanzettförmig. Hintertibia struppig lang behaart.

Verbreitung

Europa bis 1600 m ü. M., nördlich bis 63° n. Br.

Lebensweise

Dasypoda hirtipes nistet solitär, jedoch oft in Kolonien, in selbstgegrabenen Nestern in spärlich bewachsenem oder vegetationslosem sandigem Boden, bis zu einem Meter tief. Das Nest besteht aus einem Hauptgang mit mehreren waagerechten Nebengängen und ein bis drei Brutzellen an deren Ende. Haupt- und Nebengänge werden nach Fertigstellung des Nestes mit Sand verschlossen. Anders als bei anderen bodenbrütenden Wildbienen werden die Brutzellen nicht mit Drüsensekreten imprägniert. Charakteristisch ist die Form des Nahrungsvorrates für die Larven. Das Nektar-Pollen-Gemisch wird zu einer Kugel mit drei kleinen Füßchen geformt, wodurch der Bodenkontakt verringert wird.
Eine Generation im Jahr. Die Larven spinnen keinen Kokon.
Dasypoda hirtipes ist oligolektisch auf Korbblütler (Asteraceae) spezialisiert, mit Bevorzugung auf Zungenblütler (Lactuceae). Sie zählt zu den "Beinsammlern", der Pollentransport erfolgt mittels Haarbürste (Scopa) an Hinterschienen und -fersen und speziellen "Körbchen" auf der Unterseite des Hinterschenkels.

Flugzeit: Juli – Anfang September

Lebensräume

Nistet vorwiegend in Sandgebieten mit teiloffenen Bodenstellen.

Bestandssituation

Selten, in Sandgebieten verbreitet. Ungefährdet.

Literatur

  • Amiet, F., M. Herrmann, A. Müller & R. Neumeyer 2007: Fauna Helvetica – Apidae 5, Neuchâtel. 356 S.
  • Amiet F., Krebs, A. 2012: Bienen Mitteleuropas, Bern. 423 S.
  • Scheuchl, E. 2006. Illustrierte Bestimmungstabellen der Wildbienen Deutschlands und Österreichs. Band II – Stenstrup. 192 S.
  • Schmiedeknecht, O. 1907: Die Hymenopteren Mitteleuropas, Jena. 804 S.
  • Scholz, A. 2013: Offen gelassene Sandgruben – Lebenswerte Welt für so manchen Spezialisten. – Naturschutzinformationen aus dem Landkreis Görlitz 01/2013: 1–3  

   

Autor(-en): Matthias Nuß, Mandy Fritzsche. Letzte Änderung am 17.02.2021

Diagnostische Merkmale von Dasypoda altercator. Weibchen: Radebeul, 2014. Männchen: Hellerberge Dresden, 2014.
(© Mandy & Michael Fritzsche)


Dasypoda hirtipes, Weibchen, Radebeul, Juli 2016
(© Michael & Mandy Fritzsche)


Dasypoda hirtipes, Männchen, Hohenprießnitz, Juni 2016
(© Michael & Mandy Fritzsche)


Nest von Dasypoda altercator. Aus Friese 1923, Die europäischen Bienen, Berlin & Leipzig, Tafel 2.


Braunbrüstige Hosenbiene im August 2014 in der Gemarkung Hohenprießnitz, Kahns Berg
(© Michael Happ)


Weibchen der Braunbrüstigen Hosenbiene im August 2014 beim Pollensammeln auf gelben Korbblütlern
(© Matthias Nuß)


Dasypoda altercator, Männchen
(© Wolf-Harald Liebig)


Braunbrüstige Hosenbiene, Männchen, August 2014, Radeberg
(© Tilmann Adler)


Männchen von Dasypoda altercator auf Hypochaeris radicata in Radebeul, August 2015
(© Michael Fritzsche)


Männchen von Dasypoda altercator auf Hypochaeris radicata in Radebeul, August 2015
(© Michael Fritzsche)
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