Hexenkrautwanze (Metatropis rufescens (Herrich-Schaeffer, 1835))

DE Deutschland , DE-SN Sachsen

Diagnose

Gesetzlicher Schutz und Rote Liste

–

Merkmale

Die Art ist mit 7,9 bis 9,4mm Körperlänge eine der größten einheimischen Stelzenwanzen. Markant sind der nach hinten gerichtete Dorn auf dem Schildchen und die schwarzen Verdickungen am Ende von Oberschenkeln und ersten Fühlergliedern sowie die schmalen schwarzen Ringe an Beinen und Fühlern.

Verbreitung

Die Art ist im temperaten Europa und weiter bis zur Schwarzmeerregion und nach Sibirien verbreitet.

Vorkommen in Sachsen

Die Art wurde in Sachsen lange übersehen. Sie ist im Vorkommensgebiet ihrer Futterpflanze Hexenkraut (Circea sp.) weit verbreitet. Die Vorkommen erstrecken sich vom Tiefland bis in die Fluss- und Bachtäler des Mittelgebirges.

Lebensweise

Die Art ist streng an Hexenkrautarten gebunden (Circea lutetiana, C.intermedia, C.alpina) und besaugt hauptsächlich Blüten und Früchte der Wirtspflanzen. In Sachsen erfolgten bisher ausschließlich Nachweise auf den ersten beiden Arten. Die erwachsenen Tiere überwintern - Larven werden im Sommer gefunden - die neue Generation von erwachsenen Tieren ist ab August zu finden.

Lebensräume

Es werden mäßig frische Laubwaldsäume und frischere Bereiche in Laubwäldern und Bachauen mit entsprechenden Vorkommen von Hexenkraurt besiedelt.

Bestandssituation

Die Art ist in Sachsen mäßig häufig und ungefährdet.

Literatur

  • Arnold, Kurt (2005a): Einige für die Fauna Sachsens neue Heteropteren - Heteropteron Köln 21: 21-22
  • Arnold, Kurt (2005b): Kommentiertes vorläufiges Verzeichnis der Wanzen (Heteroptera) im Freistaat Sachsen [HET] - Ergänzungsbeitrag (V) - Mitteilungen Sächsischer Entomologen Entomofaunistische Gesellschaft e.V. LV Sachsen 72: 3-5
  • Arnold, Kurt (2008): Aktuelle Heteropteren-Funde nach 1980 aus dem Freistaat Sachsen (Insecta: Hemiptera) - 4. Beitrag - Faunistische Abhandlungen Staatliches Museum für Tierkunde Dresden 26: 149-159
  • Arnold, Kurt (2009): Checkliste der Heteropteren des Freistaates Sachsen - Mitteilungen Sächsischer Entomologen Entomofaunistische Gesellschaft e.V. LV Sachsen Supplement 8: 116-145
  • Dietze, Ringo & Münch, Michael & Vogel, Doris (2006): Bemerkenswerte Funde von Wanzen in Sachsen - Sächsische Entomologische Zeitung Leipzig 1: 2-32
  • Péricart, Jean (1984): Hemiptères Berytidae euro-méditerranéens - Faune de France 70: 1-172
  • Wachmann, Ekkehard & Melber, Albert & Deckert, Jürgen (2007): Wanzen Band 3. Pentatomomorpha I. Aradidae, Lygaeidae, Piesmatidae, Berytidae, Pyrrhocoridae, Alydidae, Coreidae, Rhopalidae, Stenocephalidae. - Die Tierwelt Deutschlands 78
  • Werner, Dietrich J. (2002): Die "Hexenkraut"-Wanze Metatropis rufescens und ihre Verbreitung in Deutschland (Heteroptera: Berytidae) - Heteropteron Köln 13: 15-26
  • Werner, Dietrich J. (2002): Ergänzungen zur Verbreitung von Metatropis rufescens in Deutschland (Heteroptera: Berytidae) - Heteropteron Köln 14: 30-32
Autor(-en): Michael Münch. Letzte Änderung am 21.06.2012

Hexenkrautwanze (Metatropis rufescens) auf Großem Hexenkraut (Circea lutetiana), Biensdorf, Seidewitztal südlich Steinbruch (Deutschland, Sachsen, Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge), 31.08.2003
(© Michael Münch)
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