Dicyphus globulifer (Fallen, 1829)

DE Deutschland , DE-SN Sachsen Druckansicht

Diagnose

Gesetzlicher Schutz und Rote Liste

Merkmale

Dicyphus globulifer ist etwas breiter gebaut als andere Arten der Gattung und mit 3,6 bis 4,0 mm Körperlänge eine eher kleine Art der Gattung. Sie ist eindeutig am schwarzen Kopf mit zwei hellen Punkten neben den Augen zu erkennen. Die auch die ebenfalls schwarzköpfige Dicyphus annulatus besitzt noch je einen hellen Fleck vorn und hinten auf dem Kopf. Die anderen Arten der Gattung Dicyphus besitzen einen hellen Kopf mit zwei dunklen Längsmalen.

Verbreitung

Die Art ist in fast ganz Europa (mit Ausnahme des direkten Mittelmeerraumes) verbreitet. Nach Osten reicht die Verbreitung bis nach Ostsibirien und ans Kaspische Meer.

Vorkommen in Sachsen

Die Art ist in Sachsen verbreitet und häufig. Sie kann bei gezielter Nachsuche an drüsig behaarten Lichtnelkenarten (Silene latifolia (syn. Silene alba, Silene pratensis, Melandrium album), Silene dioica (syn. Melandrium rubrum) fast überall nachgewiesen werden.

Lebensweise

Die erwachsenen Tiere überwintern in den Blattrosetten der Lichtnelken und leben nach der Eiablage kaum länger als bis in den Mai. Die neue Generation erwachsener Tiere erscheint im Hochsommer und verkriecht sich erst im Oktober zur Überwinterung. In wärmebegünstigten gebieten Deutschlands werden vermutlich zwei Generationen pro Jahr durchlaufen. Dicyphus globulifer ernährt sich ausschließlich phytophag von Säften seiner Wirtspflanzen.

Lebensräume

Die Art besiedelt sonnige Standort ihrer Wirtspflanzenarten in sonnigen bis maximal halbschattigen Säumen, Wegrainen, Staudenfluren. Bevorzugte Wirtspflanzen sind die Weiße und Rote Lichtnelke ( Silene latifolia, S.dioica).

Bestandssituation

Die Art ist in Sachsen häufig und ungefährdet.

Literatur

  • Arnold, Kurt (2009): Aktuelle Heteropteren-Funde nach 1980 aus dem Freistaat Sachsen (Insecta: Heteroptera) - 5. Beitrag - Mitteilungen Sächsischer Entomologen Entomofaunistische Gesellschaft e.V. LV Sachsen Supplement 8: 4-115
  • Arnold, Kurt (2009): Checkliste der Heteropteren des Freistaates Sachsen - Mitteilungen Sächsischer Entomologen Entomofaunistische Gesellschaft e.V. LV Sachsen Supplement 8: 116-145
  • Brändle, Martin & Rieger, Christian (1999): Die Wanzenfauna von Kiefernstandorten (Pinus sylvestris L.) in Mitteleuropa (Insecta: Hemiptera: Heteroptera) - Faunistische Abhandlungen Staatliches Museum für Tierkunde Dresden 21: 239-258
  • Cohrs, Christoph & Kleindienst, Clemens (1934): Hemiptera-Heteroptera (Wanzen) Zentralsachsens - Berichte der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft zu Chemnitz Chemnitz 24: 143-182
  • Jordan, K. H. C. (1940): Die Heteropterenfauna der Oberlausitz und Ostsachsens - Isis Budissina Bautzen 14: 96-156
  • Jordan, K. H. C. (1963): Die Heteropterenfauna Sachsens - Faunistische Abhandlungen Staatliches Museum für Tierkunde Dresden 1: 1-68
  • Michalk, Otto (1938): Die Wanzen (Hemiptera heteroptera) der Leipziger Tieflandsbucht und der angrenzenden Gebiete, zugleich eine kritische Zusammenstellung aller deutschen Arten - Sitzungsberichte der Naturforschenden Gesellschaft zu Leipzig 63/64: 15-18
  • Schuhmacher, Friedrich (1919): Verzeichnis der bei Schandau in der Sächsischen Schweiz beobachteten Hemipteren - Entomologische Mitteilungen 8: 150 – 156
  • Wachmann, Ekkehard & Melber, Albert & Deckert, Jürgen (2004): Wanzen Band 2. Cimicomorpha. Microphysidae (Flechtenwanzen) Miridae (Weichwanzen). - Die Tierwelt Deutschlands 75
  • Wagner, Eduard (1952): Blindwanzen oder Miriden. In: Dahl, F., Dahl, M. & H. Bischoff (Hrsg.): Die Tierwelt Deutschlands und der angrenzenden Meeresteile - Gustav Fischer Verlag Jena 41
  • Wagner, Eduard (1974): Die Miridae Hahn, 1831, des Mittelmeerraumes und der Makronesischen Inseln (Hemiptera, Heteroptera). Teil 1 - Entomologische Abhandlungen Museum für Tierkunde Dresden Dresden Supplement 37: i-iii, 1-484
Autor(-en): Michael Münch. Letzte Änderung am 12.04.2013

Dicyphus globulifer, Gleisberg, Tal der Freiberger Mulde unterhalb des Wolfstal (Deutschland, Sachsen, Landkreis Mittelsachsen), 24.04.2008
(© Michael Münch)


Dicyphus globulifer, Gleisberg, Tal der Freiberger Mulde unterhalb des Wolfstal (Deutschland, Sachsen, Landkreis Mittelsachsen), 24.04.2008
(© Michael Münch)
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