Bryocoris pteridis (Fallen, 1807)

DE Deutschland , DE-SN Sachsen Druckansicht

Diagnose

Gesetzlicher Schutz und Rote Liste

Merkmale

Für die grundsätzliche Bestimmung der Art sind wie bei den Weichwanzen üblich, mikroskopische Merkmale an den Klauen relevant. Die beiden eng verwandten Arten Monalocoris filicis und Bryocoris pteridis besitzen keinerlei Haftläppchen und auch keine verbreiterten Empodialhaare an den Klauen. Während bei Monalocoris filicis das erste Fühlerglied nicht einmal halb so lang ist, wie der Kopf breit ist, ist es bei Bryocoris pteridis etwa 2/3 so lang, wie der Kopf breit ist. Von Bryocoris pteridis gibt es lang- und kurzflüglige Varianten. Die kurzflügligen Exemplare sind allgemein viel häufiger. Bei den Männchen sind die langflügligen Tiere etwas häufiger als bei den Weibchen.

Verbreitung

Bryocoris pteridis ist von Europa bsi nach Sibirien verbreitet. Innerhalb Europas reicht die Verbreitung nach Süden bis in den nördlichen Mittelmeerraum.

Vorkommen in Sachsen

Die Art ist hauptsächlich aus dem Hügel- und Bergland bekannt. In den nördlichen Teilen Sachsens fehlen Nachweise der Art. Im Gebirge reichen die Funde bis über 1000m Höhenlage. An den Fundorten ist sie zahlreich zu finden.

Lebensweise

Bryocoris pteridis überwintert im gegensatz zu Monalocris filicis als Ei. Larven sind ab Mai anzutreffen, die ersten erwachsenen Tiere der neuen Generation ab Juni.

Lebensräume

Bryocoris pteridis ist wie Monalocoris filicis an Farnarten aus den Gattungen Frauenfarn (Athyrium filix-femina, A. distentifolium) und Wurmfarn (Dryopteris sp.) gebunden. Oft werden beide Wanzenarten gemeinsam auf den Futterpflanzen angetroffen.

Bestandssituation

Die Art ist in Sachsen häufig und ungefährdet.

Literatur

  • Arnold, Kurt (2009): Checkliste der Heteropteren des Freistaates Sachsen - Mitteilungen Sächsischer Entomologen Entomofaunistische Gesellschaft e.V. LV Sachsen Supplement 8: 116-145
  • Jordan, K. H. C. (1940): Die Heteropterenfauna der Oberlausitz und Ostsachsens - Isis Budissina Bautzen 14: 96-156
  • Jordan, K. H. C. (1962): 3. Nachtrag zur Heteropterenfauna der Oberlausitz und Ostsachsens. - Natura lusatica 6: 27-34
  • Jordan, K. H. C. (1963): Die Heteropterenfauna Sachsens - Faunistische Abhandlungen Staatliches Museum für Tierkunde Dresden 1: 1-68
  • Schuhmacher, Friedrich (1919): Verzeichnis der bei Schandau in der Sächsischen Schweiz beobachteten Hemipteren - Entomologische Mitteilungen 8: 150 – 156
  • Wachmann, Ekkehard & Melber, Albert & Deckert, Jürgen (2004): Wanzen Band 2. Cimicomorpha. Microphysidae (Flechtenwanzen) Miridae (Weichwanzen). - Die Tierwelt Deutschlands 75
  • Wagner, Eduard (1952): Blindwanzen oder Miriden. In: Dahl, F., Dahl, M. & H. Bischoff (Hrsg.): Die Tierwelt Deutschlands und der angrenzenden Meeresteile - Gustav Fischer Verlag Jena 41
  • Wagner, Eduard (1974): Die Miridae Hahn, 1831, des Mittelmeerraumes und der Makronesischen Inseln (Hemiptera, Heteroptera). Teil 1 - Entomologische Abhandlungen Museum für Tierkunde Dresden Dresden Supplement 37: i-iii, 1-484
Autor(-en): Michael Münch. Letzte Änderung am 30.03.2013

Bryocoris pteridis, brachypteres (kurzflügliges) Weibchen, Ostritz, Neißetal südlich Kloster Marienthal (Deutschland, Sachsen, Landkreis Görlitz), 14.06.2003
(© Michael Münch)


Bryocoris pteridis, makropteres Männchen, Frankenberg, Hang am Schwanenteich (Deutschland, Sachsen, Landkreis Mittelsachsen), 26.06.2009
(© Michael Münch)
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