Stenodema virens (Linnaeus, 1767)

DE Deutschland , DE-SN Sachsen Druckansicht

Diagnose

Gesetzlicher Schutz und Rote Liste

Merkmale

Die Arten der Gattung Stenodema unterscheiden sich von den Schwestergattungen Acetropis durch die Längsfurche auf dem Kopf (Scheitel) und von den anderen Stenodemini ( Megaloceroea, Notostira, Teratocoris, Leptopterna ) durch das punktierte Schildchen. Innerhalb der sächsischen Vertreter der Gattung Stenodema erkennt man Stenodema virens an den ungezähnten und zum Ende hin verjüngten Hinterschenkeln. Diese Merkmale teilt sie mit der häufigeren Stenodema laevigata, von der sie sich durch den weit vorstehenden Stirnkeil unterscheidet. Bei Stenodema laevigata kann man in Draufsicht den Ansatz des Rüssels am Vorderende des Kopfes sehen - bei Stenodema virens wird dieser durch den Stirnkeil verdeckt.

Verbreitung

Stenodema virens ist in Nord- und Mitteleuropa weit verbreitet. Sie fehlt auf den Britischen Inseln. In Südeuropa ist das Vorkommen auf die Gebirge beschränkt. Das Areal reicht im Osten bis Sibirien, zentralasien und Nordchina.

Vorkommen in Sachsen

Die Art wird in den vergangenen Jahren zunehmend seltener geunden. Dieser trend scheint so auch auf gesamtdeutscher Ebene vorzuherrschen (Wachmann et al. 2004). Die Art ist nur mäßig häufig, in der jüngeren Vergangenheit sogar als selten zu bezeichnen.

Lebensweise

Wie alle Arten der Gattung Stenodema überwintert Stenodema laevigata als erwachsenes Tier unter Grasbüscheln oder Heide. Die Tiere der vorjährigen Generation sind ab Ende März aktiv und leben bis in den Mai beziehungsweise Juni hinein. Die Erwachsenen der neuen Generation erscheinen ab Juli. Es wird nur eine Generation pro Jahr gebildet. Sie ernährt sich von verschiedenen Gräsern, wobei hauptsächlich Süßgraser (Poaceae) in Frage kommen.

Lebensräume

Die Lebensräume der Art sollen trockener sein, als die der anderen Arten des Gattung Stenodema. In der Lietertur wird eine obligate Bindung an Kiefer aufgeführt, auf der die Überwinterung stattfinden soll. Ob die für die sächsischen Fundorte gleichermaßen gilt, ist nicht bekannt.

Bestandssituation

Die Art ist in Sachsen mäßig häufig. Aufgrund einer schwachen Gefährdung gehört sie auf die Vorwarnliste gefährdeter Arten.

Literatur

  • Arnold, Kurt (2005): Kommentiertes vorläufiges Verzeichnis der Wanzen (Heteroptera) im Freistaat Sachsen [HET] - Ergänzungsbeitrag (V) - Mitteilungen Sächsischer Entomologen Entomofaunistische Gesellschaft e.V. LV Sachsen 72: 3-5
  • Arnold, Kurt (2009): Aktuelle Heteropteren-Funde nach 1980 aus dem Freistaat Sachsen (Insecta: Heteroptera) - 5. Beitrag - Mitteilungen Sächsischer Entomologen Entomofaunistische Gesellschaft e.V. LV Sachsen Supplement 8: 4-115
  • Arnold, Kurt (2009): Checkliste der Heteropteren des Freistaates Sachsen - Mitteilungen Sächsischer Entomologen Entomofaunistische Gesellschaft e.V. LV Sachsen Supplement 8: 116-145
  • Brändle, Martin & Rieger, Christian (1999): Die Wanzenfauna von Kiefernstandorten (Pinus sylvestris L.) in Mitteleuropa (Insecta: Hemiptera: Heteroptera) - Faunistische Abhandlungen Staatliches Museum für Tierkunde Dresden 21: 239-258
  • Jordan, K. H. C. (1953): Neue Funde und Beobachtungen zur Heteropterenfauna der Oberlausitz und Ostsachsens. - Natura lusatica 1: 2-17
  • Jordan, K. H. C. (1963): Die Heteropterenfauna Sachsens - Faunistische Abhandlungen Staatliches Museum für Tierkunde Dresden 1: 1-68
  • Michalk, Otto (1938): Die Wanzen (Hemiptera heteroptera) der Leipziger Tieflandsbucht und der angrenzenden Gebiete, zugleich eine kritische Zusammenstellung aller deutschen Arten - Sitzungsberichte der Naturforschenden Gesellschaft zu Leipzig 63/64: 15-18
  • Schuhmacher, Friedrich (1919): Verzeichnis der bei Schandau in der Sächsischen Schweiz beobachteten Hemipteren - Entomologische Mitteilungen 8: 150 – 156
  • Vogel, Jürgen (1998): Wanzen (Heteroptera) in: Das Dubringer Moor - StUFA Bautzen und Naturforsch.Ges. der Oberlausitz: 59-60
  • Wachmann, Ekkehard & Melber, Albert & Deckert, Jürgen (2004): Wanzen Band 2. Cimicomorpha. Microphysidae (Flechtenwanzen) Miridae (Weichwanzen). - Die Tierwelt Deutschlands 75
  • Wagner, Eduard (1952): Blindwanzen oder Miriden. In: Dahl, F., Dahl, M. & H. Bischoff (Hrsg.): Die Tierwelt Deutschlands und der angrenzenden Meeresteile - Gustav Fischer Verlag Jena 41
  • Wagner, Eduard (1974): Die Miridae Hahn, 1831, des Mittelmeerraumes und der Makronesischen Inseln (Hemiptera, Heteroptera). Teil 1 - Entomologische Abhandlungen Museum für Tierkunde Dresden Dresden Supplement 37: i-iii, 1-484
Autor(-en): Michael Münch. Letzte Änderung am 15.04.2013

Stenodema virens. Aus trockenen Grasfluren in der Kleinraschützer Heide (Deutschland, Sachsen, Landkreis Meißen) im Juli 2014.
(© Michael Münch)
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