Prachtwanze (Miris striatus (Linnaeus, 1758))

DE Deutschland , DE-SN Sachsen Druckansicht

Diagnose

Gesetzlicher Schutz und Rote Liste

Merkmale

Mit 9,2 bis 11,9 mm Größe ist Miris striatus eine der größten einheimischen Weichwanzenarten. Sie ist aufgrund der auffälligen Färbung mit schwarzen, hellgelb-längsgestreiften Flügeln dem orangen Cuneus, dem gelben Mittelfleck auf dem Halsschild und den orange-schwarzen Schenkeln nahezu unverwechselbar. Nur extrem dunkle Zeichnungsvarianten der Eichen-Schmuckwanze (Rhabdomiris striatellus) sehen annähernd so ähnlich aus - sind jedoch weniger schlank und kleiner.

Verbreitung

Die Art ist von Westeuropa bis in die Ukraine und nach Kleinasien verbreitet. Innerhalb Europas fehlt sie im südlichen Mittelmeerraum und im hohen Norden.

Vorkommen in Sachsen

Miris striatus kommt vom Flachland bis in die Kammlagen des Erzgebirges vor. Höchster Fundort ist Carlsfeld mit 825 m Höhenlage. Die Art ist zerstreut verbreitet und häufig. Trotz ihrer markanten Erscheinung und Größe wird sie aufgrund der eingeschränkten Erscheinungszeit oft nur bei gezielter Suche nachgewiesen.

Lebensweise

Miris striatus lebt zoophytophag auf verschiedenen Gehölzen. Sie ernährt sich überwiegend von verschiedenen Insektenlarven, besaugt aber auch junge Triebe und Blätter. Nach der Überwinterung im Eistadium sind die etwas ameisenähnlich aussehenden Larven Ende April. Die erwachsenen Tiere sind für einen recht kurzen Zeitraum im Mai / Juni zu finden. Nur ausnahmsweise sind erwachsene Tiere bis in den Hochsommer zu finden.

Lebensräume

Die Art besiedelt Gebüsche und sonnige Waldränder. Oft wird sie auf Weißdorn (Crataegus spec.) und Schlehe (Prunus spinus) angetroffen. Die Art wird aber auch auf vielen anderen Straucharten beobachtet.

Bestandssituation

Die Art ist in Sachsen häufig. Aufgrund einer schwachen Gefährdung gehört sie auf die Vorwarnliste gefährdeter Arten.

Literatur

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Autor(-en): Michael Münch. Letzte Änderung am 29.12.2013

Miris striatus, Steinbachaue nördlich Niedersteinbach (Deutschland, Sachsen, Landkreis Mittelsachsen), 20.05.2009
(© Michael Münch)


Miris striatus, Steinbachaue nördlich Niedersteinbach (Deutschland, Sachsen, Landkreis Mittelsachsen), 20.05.2009
(© Michael Münch)
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