Halticus luteicollis (Panzer, 1804)

DE Deutschland , DE-SN Sachsen Druckansicht

Diagnose

Gesetzlicher Schutz und Rote Liste

Merkmale

Die Art ist mit ihrer charakteristischen birnenförmigen Körperform, kombiniert mit dem gelb-orangen Kopf recht gut von anderen Arten aus ihrer näheren Verwandschaft zu unterscheiden. Am ehesten ähnelt sie den Weibchen von Orthonotus rufifrons, die jedoch einen roten Kopf besitzen.

Verbreitung

Halticus luteicollis ist von Nordafrika bis Südskandinavien und nach Osten bis zum Kaukasus verbreitet.

Vorkommen in Sachsen

Lange war nur ein Vorkommen im wärmebegünstigten Dresdner Elbtal bekannt, welcher als nördlicher Vorposten des Areals zu interpretieren war. Trotz Nachsuche erfolgten lange keine erneuten Nachweise der Art. In jüngster Zeit wurde die Art mehrfach im Dresdner Elbtal und auch in Nord- und Nordwestsachen gefunden.

Lebensweise

Die Art lebt oft auf Gemeiner Waldrebe (Clematis vitalba), ist aber auch auf anderen Gehölzen und auch in Saumgesellschaften anzutreffen sind. Sie überwintert als Ei. Erwachsene Tiere sind den Sommer über oft zahlreich auf den Wirtspflanzen anzutreffen.

Lebensräume

In Süddeutschland besiedelt die Art Waldsäume und Gebüsche mit Waldrebe an wärmebegünstigten Standorten. Über den historischen sächsischen Nachweis ist zum Lebensraum nichts näheres bekannt. Die neueren Funde erfolgten sowohl an Waldrebe (z.B. Dresdner Heller), in einer Besenginsterflur (Bienitz) aber auch in einer ruderalen Saumgesellschaft ohne Gehölze (Hohenprießnitz).

Bestandssituation

Die Art ist in Sachsen aktuell in Ausbreitung begriffen.

Literatur

  • Arnold, Kurt (2009): Checkliste der Heteropteren des Freistaates Sachsen - Mitteilungen Sächsischer Entomologen Entomofaunistische Gesellschaft e.V. LV Sachsen Supplement 8: 116-145
  • Jordan, K. H. C. (1940): Die Heteropterenfauna der Oberlausitz und Ostsachsens - Isis Budissina Bautzen 14: 96-156
  • Jordan, K. H. C. (1953): Neue Funde und Beobachtungen zur Heteropterenfauna der Oberlausitz und Ostsachsens. - Natura lusatica 1: 2-17
  • Jordan, K. H. C. (1963): Die Heteropterenfauna Sachsens - Faunistische Abhandlungen Staatliches Museum für Tierkunde Dresden 1: 1-68
  • Jordan, K. H. C. (1973): Ergänzungen zur "Heteropterenfauna Sachsens" (1963) (Hemiptera, Heteroptera) - Faunistische Abhandlungen Staatliches Museum für Tierkunde Dresden 4 (17): 151-155
  • Wachmann, Ekkehard & Melber, Albert & Deckert, Jürgen (2004): Wanzen Band 2. Cimicomorpha. Microphysidae (Flechtenwanzen) Miridae (Weichwanzen). - Die Tierwelt Deutschlands 75
  • Wagner, Eduard (1952): Blindwanzen oder Miriden. In: Dahl, F., Dahl, M. & H. Bischoff (Hrsg.): Die Tierwelt Deutschlands und der angrenzenden Meeresteile - Gustav Fischer Verlag Jena 41
  • Wagner, Eduard (1974): Die Miridae Hahn, 1831, des Mittelmeerraumes und der Makronesischen Inseln (Hemiptera, Heteroptera). Teil 2 - Entomologische Abhandlungen Museum für Tierkunde Dresden Dresden Supplement 39: i-ii, 1-421
Autor(-en): Michael Münch. Letzte Änderung am 20.07.2016

Halticus luteicollis, Werntal, Gänheim, südlicher Waldrand des Waldes oberhalb Steinbruch östlich Autobahnbrücke (Deutschland, Bayern, Main-Spessart-Kreis), 01.07.2010
(© Michael Münch)
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