Eurycolpus flaveolus (Stål, 1858)

DE Deutschland , DE-SN Sachsen Druckansicht

Diagnose

Gesetzlicher Schutz und Rote Liste

Merkmale

Die 3,2 bis 4,5 mm große Art fällt durch ihre grell gelb-grüne Färbung auf. Allerdings ist die an Rainfarn lebende und in Sachsen häufige Oncotylus punctipes ähnlich leuchtend gezeichnet. Im Gegensatz zu Oncotylus punctipes ist Eurycolpus flaveolus auf den Halbdecken unauffällig hell behaart. Oncotylus punctipes eine struppige schwarze Behaarung, die unter dem Mikroskop deutlich erkennbar ist und ihr eine kräftigere, "neon"grünlichere Grundfärbung bei Betrachtung ohne Mikroskop verschafft. Es ist allerdings zu beachten, dass bei älteren Tieren die schwarzen Haare oft abgenutzt oder fast vollständig ausgefallen sind - sie ähneln dann der hier besprochenen Art deutlicher. Oncotylus punctipes ist in der Regel etwas größer als Eurycolpus flaveolus.

Verbreitung

Die Art fehlt innerhalb Europas in Nordeuropa und im westlichen Mittelmeerraum. Das Areal erstreckt sich bis Sibirien und Nordchina. In Deutschland im Flachland fehlend, da dort die Futterpflanzen fehlen.

Vorkommen in Sachsen

Es gibt nur eine Angabe zum Fund dieser Art im Vogtland aus dem Jahre 1951. Der Verbleib der Belege ist derzeit unbekannt. Die Fundumstände sind ungewöhnlich - als Futterpflanze wurde Rainfarn gemeldet, welcher mit der üblichen Futterpflanze keine Gemeinsamkeiten aufweist. Die eigentlichen Futterpflanzen kamen und kommen in Sachsen allesamt nicht vor.

Lebensweise

Die Art lebt an Hasenohr (Bupleurum sp.). Im benachbarten Thüringen ist dies in der Regel das Sichelblättrige Hasenohr (Bupleurum falcatum). Nach der Überwinterung als Ei erscheinen im Frühsommer die Larven und während der Blütezeit des Hasenohres dann die erwachsenen Tiere. Diese halten sich im Bereich der gelblichen Hochblätter und Blütenstände der Futterpflanze auf, wo sie mit ihrer gelben Färbung perfekt getarnt sind.

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Lebensräume

Entsprechend der Habitatansprüche der Futterpflanze Hasenohr (Bupleurum sp.) sind Kalk-Halbtrockenrasen und wärmebegünstigte Säume der bevorzugte Lebensraum der Art. In Sachsen kommt keine geeignete Futterpflanze für diese Art vor, da entsprechende Biotoptypen hier fehlen oder nur rudimentär ausgebildet sind.

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Bestandssituation

Die Art ist in Sachsen aktuell nicht nachgewiesen und muss als verschollen gelten.

Literatur

  • Arnold, Kurt (2009): Checkliste der Heteropteren des Freistaates Sachsen - Mitteilungen Sächsischer Entomologen Entomofaunistische Gesellschaft e.V. LV Sachsen Supplement 8: 116-145
  • Büttner, Kurt & Wetzel, Curt (1964): Die Heteropterenfauna Westsachsens - Faunistische Abhandlungen Staatliches Museum für Tierkunde Dresden 1 (2): 69-100
  • Jordan, K. H. C. (1963): Die Heteropterenfauna Sachsens - Faunistische Abhandlungen Staatliches Museum für Tierkunde Dresden 1: 1-68
  • Wachmann, Ekkehard & Melber, Albert & Deckert, Jürgen (2004): Wanzen Band 2. Cimicomorpha. Microphysidae (Flechtenwanzen) Miridae (Weichwanzen). - Die Tierwelt Deutschlands 75
  • Wagner, Eduard (1952): Blindwanzen oder Miriden. In: Dahl, F., Dahl, M. & H. Bischoff (Hrsg.): Die Tierwelt Deutschlands und der angrenzenden Meeresteile - Gustav Fischer Verlag Jena 41
  • Wagner, Eduard (1975): Die Miridae Hahn, 1831, des Mittelmeerraumes und der Makronesischen Inseln (Hemiptera, Heteroptera). Teil 3 - Entomologische Abhandlungen Museum für Tierkunde Dresden Dresden Supplement 40: i-ii, 1-483
Autor(-en): Michael Münch. Letzte Änderung am 22.08.2012

Eurycolpus flaveolus, Inzigkofen, Donautal, Südwest-Ecke des Schmeirer Berges (Deutschland, Baden-Württemberg, Landkreis Sigmaringen), 08.07.2011
(© Michael Münch)
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