Lopus decolor (Fallen, 1807)

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Diagnose

Gesetzlicher Schutz und Rote Liste

Lopus decolor (Fallen, 1807)


Merkmale

Die Bestimmung der Art setzt wie bei vielen andenen Weichwanzenarten in der gängigen Literatur auf mikroskopische Merkmale, die nur mit starken Vergrößerungen unter einem Mikroskop zu sehen sind. Im vorliegenden Fall sind dies die Form der Haftläppchen an den Füßen. Diese sind hier zwar sehr markant groß und mit dem Fuß verwachsen - aber dieses Merkmal ist im Feld unbrauchbar. Die Art ist trotz ihrer variablen grau-braunen Färbung am Gesamterscheinungsbild für den einigermaßen Geübten auch im Gelände zu erkennen.

Verbreitung

Lopus decolor kommt in Europa mit Ausnahme des östlichen Mittelmeerraumes vor. Sie wurde nach Noramerika und Neuseeland verschleppt.

Vorkommen in Sachsen

Die Art ist in ganz Sachsen verbreitet und kommt bis in die Kammlagen des Erzgebirges vor.

Lebensweise

Nach der Überwinterung im Eistadium erscheinen die Larven im Frühsommer, die erwachsenen Tiere sind dann hauptsächlich im Hochsommer zu finden. Die Art zeigt eine Bindung an Rot-Straußgras (Agrostis capillaris [=Agrostis tenuis]). Die Angaben zu anderen Futterpflanzen, die oft am selben Standort wie Rotstraußgras vorkommen, wie zum Beipiel Draht-Schmiele (Avenella flexuosa) konnten bisher nicht bestätigt werden. An sächsischen Fundorten dieser Pflanzenarten, war bei Fehlen von Rotstraußgras auch Lopus decolor nicht nachweisbar.

Lebensräume

Die Art besiedelt Offenlandstandorte und lichte Waldbestände mit Rot-Straußgras (Agrostis capillaris [=Agrostis tenuis]). Entsprechend der Standortpräfferenz der Futterpflanze sind dies Heideflächen, Waldsäume, Waldwiesen und ältere Schlagfluren.

Bestandssituation

Die Art ist in Sachsen mäßig häufig und ungefährdet.

Literatur

  • Arnold, Kurt (2009): Checkliste der Heteropteren des Freistaates Sachsen - Mitteilungen Sächsischer Entomologen Entomofaunistische Gesellschaft e.V. LV Sachsen Supplement 8: 116-145
  • Brändle, Martin & Rieger, Christian (1999): Die Wanzenfauna von Kiefernstandorten (Pinus sylvestris L.) in Mitteleuropa (Insecta: Hemiptera: Heteroptera) - Faunistische Abhandlungen Staatliches Museum für Tierkunde Dresden 21: 239-258
  • Cohrs, Christoph & Kleindienst, Clemens (1934): Hemiptera-Heteroptera (Wanzen) Zentralsachsens - Berichte der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft zu Chemnitz Chemnitz 24: 143-182
  • Jordan, K. H. C. (1963): Die Heteropterenfauna Sachsens - Faunistische Abhandlungen Staatliches Museum für Tierkunde Dresden 1: 1-68
  • Michalk, Otto (1938): Die Wanzen (Hemiptera heteroptera) der Leipziger Tieflandsbucht und der angrenzenden Gebiete, zugleich eine kritische Zusammenstellung aller deutschen Arten - Sitzungsberichte der Naturforschenden Gesellschaft zu Leipzig 63/64: 15-18
  • Schuhmacher, Friedrich (1919): Verzeichnis der bei Schandau in der Sächsischen Schweiz beobachteten Hemipteren - Entomologische Mitteilungen 8: 150 – 156
  • Vogel, Jürgen (1998): Wanzen (Heteroptera) in: Das Dubringer Moor - StUFA Bautzen und Naturforsch.Ges. der Oberlausitz: 59-60
  • Wachmann, Ekkehard & Melber, Albert & Deckert, Jürgen (2004): Wanzen Band 2. Cimicomorpha. Microphysidae (Flechtenwanzen) Miridae (Weichwanzen). - Die Tierwelt Deutschlands 75
  • Wagner, Eduard (1952): Blindwanzen oder Miriden. In: Dahl, F., Dahl, M. & H. Bischoff (Hrsg.): Die Tierwelt Deutschlands und der angrenzenden Meeresteile - Gustav Fischer Verlag Jena 41
  • Wagner, Eduard (1975): Die Miridae Hahn, 1831, des Mittelmeerraumes und der Makronesischen Inseln (Hemiptera, Heteroptera). Teil 3 - Entomologische Abhandlungen Museum für Tierkunde Dresden Dresden Supplement 40: i-ii, 1-483
Autor(-en): Michael Münch. Letzte Änderung am 28.03.2013

Lopus decolor, Weistropp, Weg zum Tännichtgrund südwestlich des Sportplatzes (Deutschland, Sachsen, Landkreis Meißen), 09.07.2009
(© Michael Münch)
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