Macrotylus herrichi (Reuter, 1873)

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Diagnose

Gesetzlicher Schutz und Rote Liste

Macrotylus(Macrotylus) herrichi (Reuter, 1873)


Merkmale

Die Art ist durch ihre blau-graue Grundfärbung, die unter den Weichwanzen ziemlich einzigartig ist, leicht zu identifizieren. In Kombination mit der schwarz-gelblich-weisen Kopfzeichnung ist die 3,5 bis 5 mm große Art kaum zu verkennen.

Verbreitung

Das Areal der Art umfasst neben dem nördlichen Mittelmeerraum den südlichen Teil Mitteleuropas, Osteuropa und Gebiete bis in die kaspische Region.

Vorkommen in Sachsen

Nachweise sind nur aus wärmebegünstigten Teilen Sachsens bekannt. Die wenigen Vorkommen liegen am Rand des hercynischen Trockengebietes (Bienitz), im Bereich der Gohrischheide und im Meißner Raum.

Lebensweise

Die Art lebt an Wiesensalbei (Salvia pratensis). Die Art überwintert im Eistadium. Larven entwickeln sich im späten Frühjahr und Frühsommer. Erwachsene Tiere werden im Früh- bis Hochsommer gefunden.

Lebensräume

Wiesensalbei als einzige Wirtspflanze der Art kommt auf mageren (Halbtrocken-)Rasen vor. Bemerkenswert ist hier, dass die Vorkommen des Wiesensalbei auf den mehrschürig gemähten beziehungsweise beweideten Elbdeichen nicht besiedelt sind. Die Vorkommen der Art sind auf Magerrasenstandorte mit weniger intensiver Pflege und gleichzeitiger Habitattradition begrenzt.

Bestandssituation

Die Art ist in Sachsen sehr selten und muss als stark gefährdet angesehen werden.

Literatur

  • Arnold, Kurt (1999): Kommentiertes vorläufiges Verzeichnis der Wanzen (Heteroptera) im Freistaat Sachsen - Mitteilungen Sächsischer Entomologen Entomofaunistische Gesellschaft e.V. LV Sachsen 48: 3-24
  • Arnold, Kurt (2009): Checkliste der Heteropteren des Freistaates Sachsen - Mitteilungen Sächsischer Entomologen Entomofaunistische Gesellschaft e.V. LV Sachsen Supplement 8: 116-145
  • Cohrs, Christoph & Kleindienst, Clemens (1934): Hemiptera-Heteroptera (Wanzen) Zentralsachsens - Berichte der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft zu Chemnitz Chemnitz 24: 143-182
  • Dietze, Ringo & Münch, Michael & Vogel, Doris (2006): Bemerkenswerte Funde von Wanzen in Sachsen - Sächsische Entomologische Zeitung Leipzig 1: 2-32
  • Jordan, K. H. C. (1963): Die Heteropterenfauna Sachsens - Faunistische Abhandlungen Staatliches Museum für Tierkunde Dresden 1: 1-68
  • Wachmann, Ekkehard & Melber, Albert & Deckert, Jürgen (2004): Wanzen Band 2. Cimicomorpha. Microphysidae (Flechtenwanzen) Miridae (Weichwanzen). - Die Tierwelt Deutschlands 75
  • Wagner, Eduard (1952): Blindwanzen oder Miriden. In: Dahl, F., Dahl, M. & H. Bischoff (Hrsg.): Die Tierwelt Deutschlands und der angrenzenden Meeresteile - Gustav Fischer Verlag Jena 41
  • Wagner, Eduard (1974): Die Miridae Hahn, 1831, des Mittelmeerraumes und der Makronesischen Inseln (Hemiptera, Heteroptera). Teil 2 - Entomologische Abhandlungen Museum für Tierkunde Dresden Dresden Supplement 39: i-ii, 1-421
Autor(-en): Michael Münch. Letzte Änderung am 20.06.2012

Larve von Macrotylus herrichi, Sipplingen, Wegsaum nordwestlich NSG "Burghalde" (Deutschland, Baden-Württemberg, Bodenseekreis), 08.06.2010
(© Michael Münch)


Macrotylus herrichi an den Kelchblättern einer Wiesensalbeiblüte saugend. Sipplingen, Wegsaum nordwestlich NSG "Burghalde" (Deutschland, Baden-Württemberg, Bodenseekreis), 08.06.2010
(© Michael Münch)


Macrotylus herrichi auf der Wirtspflanze Wiesensalbei (Salvia pratensis), Leipzig-Burghausen, Bienitz, alte Kohlenhalde (Deutschland, Sachsen, Stadt Leipzig), 20.06.2004
(© Michael Münch)
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