Phylus melanocephalus (Linnaeus, 1767)

DE Deutschland , DE-SN Sachsen Druckansicht

Diagnose

Gesetzlicher Schutz und Rote Liste

Merkmale

Phylus melanocephalus ist sehr leicht kenntlich: die 4,8 bis 6,1 mm lange Art ist sehr schlank und charakteristisch gezeichnet. Während die Flügeldecken und der Halsschild leuchtend orange-gelb gefärbt sind, ist der Kopf einfarbig schwarz. Fühler (mit Ausnahme einer schwarzen Basis) und Beine sind blaßgelb gefärbt. Frisch entwickelte erwachsene Tiere sind oft auch auf den Flügeldecken noch blaß-gelb gefärbt. Diese unausgefärbten Tiere wurden fälschlich als eigene eigene Art Phyllus palliceps Fieber, 1861 beschrieben.

Verbreitung

Phyllus melanocephalus ist in Europa mit Ausnahme des südlichen Mittelmeergebietes bis zum Kaukasus verbreitet. In Mitteleuropa ist sie überall verbreitet und häufig.

Vorkommen in Sachsen

Das Vorkommen der Art deckt sich mit dem Vorkommensgebiet der Eichenarten. Funde oberhalb von 500m sind derzeit keine bekannt. Dort wo Stiel- oder Traubeneichen vorkommen, ist die Art verbreitet und häufig.

Lebensweise

Die Art erscheint zusammen mit anderen auf Eichen lebenden Wanzenarten im späten Frühjahr und ist bis in den Hochsommer hinein zu beobachten. Sie ernährt sich phytozoophag durch Besaugen von Eichentrieben und -blüten als auch durch Erbeuten von Blattläusen und anderen kleinen Insekten.

Lebensräume

Die Art lebt auf Eichen. Nachweise gibt es sowohl auf Stiel- (Quercus robur) als auch Traubeneiche (Quercus petrea).

Bestandssituation

Die Art ist in Sachsen häufig und ungefährdet.

Literatur

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  • Arnold, Kurt (2003): Aktuelle Heteropteren-Funde nach 1980 aus dem Freistaat Sachsen (Insecta: Hemiptera) - 1. Beitrag - Faunistische Abhandlungen Staatliches Museum für Tierkunde Dresden 24: 3-17
  • Arnold, Kurt (2009): Checkliste der Heteropteren des Freistaates Sachsen - Mitteilungen Sächsischer Entomologen Entomofaunistische Gesellschaft e.V. LV Sachsen Supplement 8: 116-145
  • Cohrs, Christoph & Kleindienst, Clemens (1934): Hemiptera-Heteroptera (Wanzen) Zentralsachsens - Berichte der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft zu Chemnitz Chemnitz 24: 143-182
  • Jordan, K. H. C. (1940): Die Heteropterenfauna der Oberlausitz und Ostsachsens - Isis Budissina Bautzen 14: 96-156
  • Jordan, K. H. C. (1963): Die Heteropterenfauna Sachsens - Faunistische Abhandlungen Staatliches Museum für Tierkunde Dresden 1: 1-68
  • Klausnitzer, Bernhard & Franke, Rolf & Sieber, Max (2005): Aradiden-Funde aus der Oberlausitz und aus Brandenburg (Heteroptera, Aradidae) - Entomologische Nachrichten und Berichte Dresden 49 (2): 145-147
  • Michalk, Otto (1938): Die Wanzen (Hemiptera heteroptera) der Leipziger Tieflandsbucht und der angrenzenden Gebiete, zugleich eine kritische Zusammenstellung aller deutschen Arten - Sitzungsberichte der Naturforschenden Gesellschaft zu Leipzig 63/64: 15-18
  • Schuhmacher, Friedrich (1919): Verzeichnis der bei Schandau in der Sächsischen Schweiz beobachteten Hemipteren - Entomologische Mitteilungen 8: 150 – 156
  • Wachmann, Ekkehard & Melber, Albert & Deckert, Jürgen (2004): Wanzen Band 2. Cimicomorpha. Microphysidae (Flechtenwanzen) Miridae (Weichwanzen). - Die Tierwelt Deutschlands 75
  • Wachmann, Ekkehard & Melber, Albert & Deckert, Jürgen (2012): Wanzen Band 5. Supplementband. Dipsocoromorpha, Nepomorpha, Gerromorpha, Leptopodomorpha, Cimicomorpha und Pentatomomorpha. - Die Tierwelt Deutschlands 82
  • Wagner, Eduard (1952): Blindwanzen oder Miriden. In: Dahl, F., Dahl, M. & H. Bischoff (Hrsg.): Die Tierwelt Deutschlands und der angrenzenden Meeresteile - Gustav Fischer Verlag Jena 41
  • Wagner, Eduard (1975): Die Miridae Hahn, 1831, des Mittelmeerraumes und der Makronesischen Inseln (Hemiptera, Heteroptera). Teil 3 - Entomologische Abhandlungen Museum für Tierkunde Dresden Dresden Supplement 40: i-ii, 1-483
Autor(-en): Michael Münch. Letzte Änderung am 02.07.2015

Phylus melanocephalus, Zschopauhänge südöstlich Braunsdorf (Deutschland, Sachsen, Landkreis Mittelsachsen), 02.06.2009
(© Michael Münch)
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