Ginster-Zünsler (Uresiphita gilvata (Fabricius, 1794))

DE Deutschland , DE-SN Sachsen Druckansicht

Diagnose

Vorderflügellänge: 14–18 mm.

Vorderflügel: braun, mit zwei schwarzbraunen Querlinie, die sich vor dem Hinterrand deutlich zueinander nähern. Mittelfeld mit dunkelbraunem Punkt- und Nierenmakel im Diskalfeld sowie am Flügelhinterrand bisweilen verdunkelt. Fransensaum dunkelbraun.

Hinterflügel: gelb bis hellbraun mit breitem braunem Saum.

Ähnliche Arten: Keine.

Gesetzlicher Schutz und Rote Liste

Rote Liste Deutschland: Gefährdung unbekannten Ausmaßes

Nomenklatur

  • Phalaena gilvata Fabricius, 1794
  • Pyralis limbalis Denis & Schiffermüller, 1775
  • Pyralis polygonalis Denis & Schiffermüller, 1775

Merkmale

Verbreitung

Von Mitteldeutschland über den Mittelmeerraum bis nach Südafrika, östlich von der Türkei und dem Nahen Osten über Mittelasien und Indien bis Japan sowie auf zahlreichen ozeanischen Inseln, u.a. Madeira, Kanaren, Kapverden, St. Helena, Hawaii, Rapa (Zimmerman 1958;  Clarke 1971; Goater 1986; Leen 1997; Karisch 2007; Slamka 2013; BOLDPESI; GBIF). Auf Hawaii und in Neuseeland gilt die Art als eingeschleppt (Zimmermann 1958; Hoare & Hudson 2018).
Uresiphita gilvata erreicht in Mitteldeutschland ihre nördliche Verbreitungsgrenze. In Großbritannien und Dänemark eine gelegentlich einwandernde Art.

Lebensweise

Die Larven fressen an Hülsenfrüchtlern (Fabaceae), welche Chinolizidin-Alkaloide enthalten (Leen 1997). In Europa nachgewiesen von Färber-Ginster (Genista tinctoria), Besenginster (Sarothamnus scoparius), Geißklee (Cytisus) und Stechginster (Ulex) (Genisteae) sowie neuweltlichen Bohnen (Phaseolus) (Hasenfuß 1960). Auf dem Hawaii Archipel an Koa-Akazie (Acacia koa) und Mamane-Baum (Sophora chrysophylla) (Zimmerman 1958) sowie in Neuseeland an Carmichaelia, Schnurbaum (Sophora tetraptera), Besenginster (Cytisus scoparius), Weißklee (Trifolium repens) und Lupine (Lupinus) (Clarke 1971; Leen 1997). Die Larven fressen an Blüten und Blättern, überziehen die Nahrungspflanzen mit Seidenfäden, treten zuweilen in großer Anzahl auf und verursachen dann Kahlfraß. Die Verpuppung erfolgt in einem weißen Seidenkokon.

Die Falter fliegen in zwei Generationen von Ende April bis Juni und von Ende Juli bis August.

Lebensräume

Stark besonnte Stellen mit niedrigwüchsiger Vegetation und offenen Bodenstellen. 

Bestandssituation

Die Vorkommen sind oft sehr kleinräumig, können aber zahlreiche Individuen aufweisen.  

Literatur

  • Clarke, J. F. G. 1971: The Lepidoptera of Rapa Island. – Smithsonian Contributions to Zoology, Washington 56: 1–182.
  • Goater, B. 1986: British Pyralid Moths. A Guide to their Identification. – Harley Books, Colchester. 1–175, Taf. 1–8.
  • Hasenfuß, I. 1960: Die Larvalsystematik der Zünsler (Pyralidae). – Abhandlungen zur Larvalsystematik der Insekten, Berlin 5: 1–263.
  • Hoare, R. J. B. & N. Hudson 2018: Adventive moths (Lepidoptera) established in mainland New Zealand: Additions and new identifications since 2001. – Australian Entomologist 45 (3): 273–324.
  • Karisch, T. 2007: Zur Schmetterlingsfauna von St. Helena. 3. Teil: Kleinschmetterlinge (2) (Insecta: Lepidoptera: Pyraloida). – Linzer Biologische Beiträge, Linz 39 (1): 405–414.
  • Leen, R. 1997: Larval hosts of Uresiphita Hübner (Crambidae). – Journal of the Lepidopterists' Society 51 (2): 139–148.
  • Slamka, F. 2013: Pyraustinae and Spilomelinae. – Pyraloidea of Europe, Bratislava 3: 357 S.
  • Zimmerman, E. C. 1958: Lepidoptera: Pyraloidea. – Insects of Hawaii, Honolulu 8: i–xii, 1–456.

Links

Autor(-en): Franziska Bauer, Matthias Nuß. Letzte Änderung am 20.12.2021

Zschonergrund bei Podemus, 06.05.2017
(© Katrin Ritter)


Larve von Uresiphita gilvata im Zschonergrund bei Podemus an Färberginster, 01.07.2015
(© Katrin Ritter)


Uresiphita gilvata-Larve an Ginster an der Felskante im Alten Steinbruch im Zschonergrund Juni 2018
(© Katrin Ritter)


Kokon mit Puppe von Uresiphita gilvata, 21.07.2016. Larve aus dem Zschonergrund bei Podemus Anfang Juli eingetragen
(© Katrin Ritter)


Puppe von Uresiphita gilvata, 21.07.2016. Larve aus dem Zschonergrund bei Podemus Anfang Juli eingetragen
(© Katrin Ritter)


Larven von Uresiphila gilvata verursachen Kahlfraß auf 50–100 Färberginster-Büschen (Genista tinctoria). Dresden, Plauenscher Grund, im Juni 2014
(© Jan Blau)
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