Kreuzdorn-Zipfelfalter (Satyrium spini (Denis & Schiffermüller, 1775))

DE Deutschland , DE-SN Sachsen Druckansicht

Diagnose

Vorderflügellänge 16 mm.

Flügeloberseiten dunkelbraun, mit keinem, einem oder wenigen orangen Flecken im Analwinkel des Hinterflügels; Vorderflügel der Männchen mit Duftschuppenfelck.

Flügelunterseiten mit feiner weißer Linie, die nach Innen dunkel begrenzt ist; Hinterflügel mit oranger Binde, die im Analwinkel mit einem blauen Fleck endet.

In der Natur sieht man die Falter meist mit zusammengeklappten Flügeln, so dass die Flügelunterseiten sichtbar sind.

Ähnliche Art: Anhand des blauen Fleckes von allen anderen Zipfelfalterarten unterscheidbar.

Gesetzlicher Schutz und Rote Liste

Rote Liste Sachsen: ausgestorben oder verschollen (1977)
Rote Liste Deutschland: gefährdet

Merkmale

Ei: grauweiß, mit flach abfallender, deutlich weißer Micropyle.

Verbreitung

Der Kreuzdorn-Zipfelfalter erreicht in Deutschland und Polen seine nördliche Verbreitungsgrenze, kommt südlich bis ans Mittelmeer auf der Iberischen Halbinsel, Italien und Griechenland, die Türkei und Israel sowie östlich bis zum Fluss Ural (GBIF) sowie Irak und Iran vor (Savela 2020).

Lebensweise

Die Eier werden in Gruppen an den Zweigen von Purgier-Kreuzdorn (Rhamnus cathartica) nahe des Abzweigs von Knospen abgelegt. Kümmerliche, von Schafen befressene Büsche werden besonders besiedelt. Da die Larven an den Blättern fressen, kommen sie auch an jungen, noch nicht blühfähigen Büschen vor. In der Regel sind die Eier zwischen 5–100 cm über dem Boden zu finden.  

Lebensräume

Magerrasenlandschaften auf Kalk bzw. basischen Böden der Mittelgebirge mit trocken-warmen Standorten und relativ häufigem Vorkommen von Kreuzdornbüschen (Hermann 2007).

Bestandssituation

Satyrium spini kam im 19. Jahrhundert an mehreren Lokalitäten in Sachsen vor, wurde jedoch im Verlauf des 20. Jahrhunderts zunehmend selten. Der letzte Nachweis erfolgte 1977. Seither gilt die Art in Sachsen als ausgestorben (Reinhardt et al. 2007). Hermann (2007) schreibt noch von einem starken Rückgang der Art in Deutschland, doch wurde sie aktuell in den meisten Bundesländern mit Ausnahme von Schleswig-Holstein und Sachsen nachgewiesen (Gaedike et al. 2017). Es sollte in Sachsen also gezielt nach der Art, vor allem nach den Eiern im Winter gesucht werden.

Literatur

  • Gaedike, R., M. Nuss, A. Steiner & R. Trusch 2017: Verzeichnis der Schmetterlinge Deutschlands (Lepidoptera). – Entomologische Nachrichten und Berichte, Beiheft 21: 1–362.
  • Hermann, G. 2007: Tagfalter suchen im Winter. Zipfelfalter, Schillerfalter und Eisvögel. – Books on Demand, Norderstedt. 224 S.
  • Reinhardt, R., H. Sbieschne, J. Settele, U. Fischer & G. Fiedler 2007: Tagfalter von Sachsen. – Entomologische Nachrichten und Berichte, Dresden Beiheft 11: 1–695, 1–48.

Links

Autor(-en): Matthias Nuß. Letzte Änderung am 18.01.2020

Kreuzdornzipfelfalter am 25.07.2013 im Altmühltal, Nähe Mörnsheim (Bayern)
(© Eva-Maria Bäßler)


Männchen des Kreuzdornzipfelfalters. Regensburg, Juli 1928 (e.l.), coll. Lange. Senckenberg Museum für Tierkunde Dresden
(© Matthias Nuß)


Weibchen des Kreuzdornzipfelfalters. Regensburg, Juli 1934 (e.l.), coll. Lange. Senckenberg Museum für Tierkunde Dresden
(© Matthias Nuß)


Weibchen des Kreuzdornzipfelfalters. Regensburg, Juli 1934 (e.l.), coll. Lange. Senckenberg Museum für Tierkunde Dresden. Flügelunterseiten
(© Matthias Nuß)
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