Ulmen-Zipfelfalter (Satyrium w-album (Knoch, 1782))

DE Deutschland , DE-SN Sachsen Druckansicht

Diagnose

Vorderflügellänge 16 mm.

Flügeloberseiten dunkelbraun, ohne orange Flecken, Hinterflügel mit einem Zipfel am hinteren Flügelrand.

Flügelunterseiten dunkelbraun, mit einer feinen weißen Linie, die auf den Hinterflügeln vor dem Ende ein großes "W" bildet (Name!). Hinterflügel vor dem Außenrand mit einer Reihe oranger, miteinander verbundener Flecke, an die Innen eine Reihe schwarzer Linien angrenzt.

Ähnliche Art: Bei den braunen Männchen von Favonius quercus bildet die weiße Linie auf der Unterseite des Hinterflügels ebenfalls ein weißes "W", doch sind sie unterseits grau und besitzen nur wenige, kontrastarme orange Punkte vor dem Hinterrand des Hinterflügels.

Gesetzlicher Schutz und Rote Liste

Gesetzlicher Schutz (BArtSchV, BNatSchG): Nicht besonders geschützt
Rote Liste Sachsen: gefährdet
Rote Liste Deutschland: ungefährdet

Merkmale

Ei: scheibenförmig, in der Mitte mit flacher, muldenartiger Vertiefung und am Rand mit einem weißen Borstensaum; glänzend; grau, grün oder hellbraun.

Verbreitung

Von Großbritannien, dem südlichen Skandinavien und dem Baltikum südlich bis Nordspanien, Korsika, Sizilien, Griechenland und die Türkei sowie östlich bis Japan (GBIF).

Lebensweise

Die Falter fliegen im Juni und Juli. Sie saugen Nektar auf purpurfarbenen Blüten (siehe Fotogalerie).

Die Eier werden am Übergang von Zweigende und Knospenansatz auf der Oberseite der Zweige an endständigen Blatt- oder Blütenknospen (es sind jedoch wenigstens Blütenknospen in der Nähe vorhanden) von Bergulme (Ulmus glabra), Flatterulme (Ulmus laevis) und Feldulme (Ulmus minor) meist einzeln, seltener in Gruppen abgelegt (Hermann 2007).

Die Eier überwintern. Die Larven schlüpfen, wenn sich die Blütenknospen öffnen und fressen zunächst an den Blüten sowie später an den sich später entwickelnden Blättern. Auf nicht blühfähigen oder gar sterilen Ulmen schlüpfen die Larven ebenfalls zur Zeit, wenn sich die Blütenknospen öffnen, finden dann jedoch keine Nahrung. 

Lebensräume

Als Habitat ist der Ulmen-Zipfelfalter auf blühfähige Ulmen angewiesen und kommt an solchen in Auwäldern und Mischwäldern genauso vor wie in Parkanlagen der Siedlungen, in Gärten oder Baumpflanzungen an Autobahnrändern (Hermann 2007).

Bestandssituation

Die Eier sind auch an relativ jungen, bis 4 m hohen Bäumen zu finden, weshalb der Ulmen-Zipfelfalter nicht vom Ulmensterben betroffen ist, da letzteres ausschließlich ältere Bäume betrifft. Ulmensorten, die gegenüber dem Erreger des Ulmensterbens resistent sind (Resista-Züchtungen), werden in deutlich geringerer Zahl besiedelt und in einigen Gebieten offenbar ganz gemieden (Hermann 2007).

Literatur

  • Hermann, G. 2007: Tagfalter suchen im Winter. Zipfelfalter, Schillerfalter und Eisvögel. – Books on Demand, Norderstedt. 224 S.

Links

 

Autor(-en): Matthias Nuß, Franziska Bauer. Letzte Änderung am 18.01.2020

Ulmenzipfelfalter im Landschaftspark Cospuden, Leipzig, Juli 2019
(© Michael Happ)


Ulmenzipfelfalter im Juni 2012 am Neißeufer bei Podrosche
(© Thomas Naundorf)


Zur Verpuppung verfärben sich die grünen Raupen bräunlich. (Raupe wurde Mitte Mai in Meißen an Ulme gefunden).
(© Franziska Bauer)
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