Kurzschwänziger Bläuling (Cupido argiades (Pallas, 1771))

DE Deutschland , DE-SN Sachsen Druckansicht

Diagnose

Vorderflügellänge 14–16 mm.

Flügeloberseiten der Männchen blau, mit schwarzen Rändern und weißen Fransen; Vorderflügel mit einem undeutlichen schwarzen Mittelfleck; Hinterflügel vor dem Hinterrand mit schwarzen Randflecken, unterseits dort orange Flecken. Weibchen braun, mehr oder weniger blauviolett schimmernd; Hinterflügel vor dem Hinterrand mit schwarzen Randflecken, der größte Fleck orange umrandet; Fransen leicht gescheckt. 

Hinterrand der Hinterflügel mit kleinem Zipfel (Name!).

Flügelunterseiten weiß mit schwarzen Punkten, Hinterflügel mit orangen Punkten am Hinterrand.

Ähnliche Art: Aufgrund des kleinen Zipfels am Hinterrand der Hinterflügel unverwechselbar.

Gesetzlicher Schutz und Rote Liste

Rote Liste Sachsen: extrem selten
Rote Liste Deutschland: Vorwarnliste (noch ungefährdet)

Merkmale

Verbreitung

Von Großbritannien und Skandinavien südlich bis Spanien, Italien und Griechenland sowie östlich bis zum Pazifik (Sinev 2008; Verovnik et al. 2011), einschließlich Japan.

Lebensweise

Die Larven leben an verschiedenen Schmetterlingsblütengewächsen, z. B. Breitblättrige Platterbse (Lathyrus latifolius), Hornklee (Lotus corniculatus), Sumpfhornklee (Lotus uliginosus), Hopfenklee (Medicago lupulina), Luzerne (Medicagoa sativa) und Rotklee (Trifolium pratense).

Lebensräume

Klimatisch begünstigte Wiesen wie Feuchtwiesen, mesophile Fettwiesen, gestörte, eutrophierte Halbtrockenrasen, nicht bewirtschaftete Volltrockenrasen, ruderale Stellen, ungemähte Gräben, Straßenböschungen bis auf 500 m, selten darüber hinaus.

Bestandssituation

Historische Funde liegen aus ganz Ostdeutschland aus dem 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vor. Von 1950 bis 1999 nur einzelne Nachweise im Süden Sachsen-Anhalts und Brandenburgs sowie in Thüringen und Sachsen, wobei keine Nachweise aus dem Zeitraum von 1992 bis 2005 vorliegen. Seitdem befindet sich die Art jedoch im Süden Brandenburgs sowie in Thüringen und Sachsen in Ausbreitung (Reinhardt et al. 2012).

Literatur

  • Reinhardt, R., G. Kuna, J. Gelbrecht, V. Wachlin, P. Schmidt & M. Trampenau 2012: Der Kurzschwänzige Bläuling Cupido argiades (Pallas, 1771) in Ostdeutschland (Lepidoptera, Lycaenidae). – Entomologische Nachrichten und Berichte 56 (3–4): 213–220.
  • Sinev, S. Ju. 2008: Catalogue of the Lepidoptera of Russia (in Russian). – KMK Scientific Press, St. Petersburg and Moscow. 1–424.
  • Verovnik, R., M. Wiemers & A. Vliegenthart 2011: Cupido (Everes) argiades (Pallas, 1771). – Fauna Europaea at http://www.faunaeur.org/full_results.php?id=441120

Links

Autor(-en): Matthias Nuß. Letzte Änderung am 01.08.2019

Männchen vom Kurzschwänzigen Bläuling, 21.08.2016 bei Altliebel.
(© Mario Trampenau)


Weibchen des Kurzschwänzigen Bläulings bei Reichwalde, Mitte August 2018
(© Jörg Teumer)


Weibchen des Kurzschwänzigen Bläulings am 3.9.2011 im Außengelände des Findlingsparkes Nochten
(© Eva-Maria Bäßler)


Kurzschwänziger Bläuling im Juli 2017 bei Neustadt (Spree)
(© Matthias Nuß)


Paarung des Kurzschwänzigen Bläulings, Bad Muskau, Unterpark, Juni 2017
(© Tommy Kästner)


Abgelegtes Ei von Cupido argiades am 19.7.2016 in Belfort, Frankreich
(© Matthias Hartung)


Erwachsene Raupe von Cupido argiades am 5.8.2016. Die Raupe ernährt sich nur von den Blüten. Als Nahrungspflanze diente Gewöhnlicher Hornklee. Die Raupe hatte eine Länge von 12 mm.
(© Matthias Hartung)


Puppe von Cupido argiades am 10.8.2016, die aus dem Ei vom 19.7.2016 gezüchtet wurde. Die Puppe hatte eine Länge von 9,06 mm.
(© Matthias Hartung)
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