Nadelholz-Widderbock (Clytus lama Mulsant, 1847)

DE Deutschland , DE-SN Sachsen

Diagnose

Die Gattung Clytus ist in Sachsen mit drei Arten vertreten. Clytus lama ist Clytus arietis sehr ähnlich, jedoch werden die Fühler zum Ende hin nicht dicker und auch nicht dunkler. Clytus lama unterscheidet sich von den übrigen Clytus-Arten durch die langen abstehenden Haare am Halsschild und an der Flügeldeckenbasis. Die Punktur der Flügeldeckenbasis ist dicht, so das die Punktzwischenräume etwa gleich groß sind, wie die Punkte selbst. Die Flügeldeckenspitzen sind gelb.

Gesetzlicher Schutz und Rote Liste

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Merkmale

Clytus lama wird 8 bis 14 Millimeter groß. Die Fühler sind gleichmäßig dick und ebenfalls wie die Beinschienen und Fußglieder rotbraun gefärbt. Die Grundfarbe ist Schwarz mit einer gelben Bindenzeichnung (wespenähnlich - Mimikry), die sehr variabel sein kann.  Die kleinen gelben Strichflecke hinter den Schultern sind leicht schräg zur Flügeldeckennaht ausgerichtet.
Die einheitliche Färbung der Fühler, Beinschienen und Fußglieder, die gleichbleibende Stärke der Fühler, sowie die leicht schräge Stellung der gelben Schulterflecken zur Flügeldeckennaht unterscheidet Clytus lama von der sehr ähnlichen Art Clytus arietis, deren Fühler zum Ende dunkler und dicker werden. Außerdem stehen die Schulterflecken bei Clytus arietis senkrecht zur Flügeldeckennaht.

Verbreitung

Die montane Art ist im Süden von Mitteleuropa überall nachgewiesen, wobei das Vorkommen von Süden noch Norden abnimmt. In Sachsen ist die Art eher selten.

Lebensweise

Die Imagines findet man von Juni bis Juli.
Die Larven leben im Holz von Nadelbäumen, wie Fichte, Tanne und Lärche. Sie fressen anfangs unter der Rinde und bohren sich später zur Verpuppung hakenförmig tief ins Holz, das dadurch technisch entwertet wird.

Lebensräume

Es werden Nadel- und Mischwälder besiedelt.

Bestandssituation

In Sachsen ist die Art als potentiell gefährdet (Rote Liste Sachsen: 4) eingestuft.
Deutschlandweit ist die Art gefährdet (Rote Liste Deutschland: 3).
Nach dem BNatSchG (Bundesnaturschutzgesetz) und der BArtSchV (Bundesartenschutzverordnung) ist Clytus lama „besonders geschützt“.

Literatur

  • Bundesamt für Naturschutz, M. Binot, R. Bless, P. Boye, H. Gruttke & P. Pretscher 1998: Rote Liste gefährdeter Tiere Deutschlands – Landwirtschaftsverlag Münster. 434 S. – ISBN 3-89624-110-9
  • Freude, H., K. W. Harde & G. A. Lohse 1966: Die Käfer Mitteleuropas. Band 9: Cerambycidae, Chrysomelidae – Goecke & Evers Verlag Krefeld. 299 S.
  • Harde, K. W. & F. Severa 1988: Der Kosmos-Käferführer: Die mitteleuropäischen Käfer. 3. Auflage überarb. u. erw. von E. Möhn – Franckh Stuttgart. 352 S. – ISBN 3-440-06959-1
  • Klausnitzer, B. & F. Sander 1981: Die Bockkäfer Mitteleuropas. 2. verbesserte Auflage – A. Ziemsen Verlag Wittenberg Lutherstadt. 224 S. – ISSN 0138-1423
  • Klausnitzer, B. 1994: Rote Liste Bockkäfer. – Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie, Radebeul. 12 S.
  • Koch, K. 1992: Die Käfer Mitteleuropas. Ökologie. Band 3 – Goecke & Evers Verlag Krefeld. 389 S.  ISBN 3-87263-042-3
  • Lohse, G. A., W. H. Lucht 1994: Die Käfer Mitteleuropas. 3. Supplementband mit Katalogteil – Goecke & Evers Verlag Krefeld. 403 S.  ISBN 3-87263-045-8.
  • Reitter, E. 1912: Fauna Germanica – Die Käfer des Deutschen Reiches. Band 4 – K.G. Lutz‘ Verlag Stuttgart. 236 S.
Autor(-en): Ronny Gutzeit. Letzte Änderung am 26.04.2013

Clytus lama, Schmilka, Juni 2018
(© Tommy Kästner)
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