Das war das Sommertreffen 2018

10.08.2018

Nachdem im letzten Jahr das Vogtland entomologisch untersucht wurde, führte uns das diesjährige Sommertreffen ins Erzgebirge. Über 30 Insektenfreunde, die zum Teil ihre Familien mitgebracht hatten, verbrachten eine schöne Zeit in Schellerhau bei Altenberg. Auch Benni, unser vierbeiniges Maskottchen war wieder mit dabei.
Am Freitag, den 29.06. 2018 leuchteten wir an den Weißeritzwiesen und am Landheim Mayenhof, wo wir untergebracht waren. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Eva-Maria Bäßler für die Organisation dieser schönen Unterkunft. Schon vor dem Lichtfang die erste Sensation, am Rand der Wiese hatte sich ein Großer Schillerfalter (Apatura iris) zum Schlafen niedergesetzt. Da es schon etwas kühl war, ließ sich das Tier bereitwillig von allen Seiten fotografieren, mit geschlossenen und offenen Flügeln, von unten und von oben. Rund um die Weißeritzwiesen wurden 3 Lichtsäulen aufgestellt, die von Nachtfaltern, Käfern und sogar Heuschrecken gut besucht wurden. Die blauen Säulen in der Landschaft ließen bei den Anwohnern viel Raum für Spekulationen, was wir wohl da machen, aber wir konnten sie aufklären.
Am Samstag, den 30.06.2018 fuhren wir zum NSG Am Großen Galgenteich Altenberg. Auf einem Gelände, wo in den 60 er Jahren ein Biathlon-Stadion gebaut wurde, konnten wir Orchideen, Bläulinge, Libellen und Dukatenfalter (Lycaena virgaureae) feststellen. Unser jüngster Teilnehmer, der dreijährige Anton, bekam immer etwas Neues im Gläschen zu sehen, und sein Vater hatte Mühe, begehrte Fotomotive abzulichten, bevor Anton sie im Visier hatte und mit dem Käscher verfolgte. Fast am Ende der Exkursion ging uns noch ein Feuriger Perlmuttfalter (Argynnis adippe) ins Netz, besser gesagt ein Jugendlicher musste sehr schnell rennen, um ihn im Flug zu kriegen. Weiter ging es zum NSG Grenzwiesen Fürstenau und Fürstenwalde. Gefangen vom schönen Ausblick auf die strukturreiche Landschaft und dem Gesang der Feldlerchen erklommen wir den Hutberg. Beim Aufstieg wurde fleißig gekäschert. Es flogen sehr viele Falter, Schachbrett (Melanargia galathea) und Schornsteinfeger (Aphantopus hyperantus) waren ein gewohnter Anblick. Ganz oben auf dem Hügel flog ein Schwalbenschwanz (Papilio machaon) von Rotklee zu Rotklee.
Zurück im Mayenhof gingen wir an die Selbstversorgung. In der Küche wurde Gemüse geschnippelt. Michael Münch hatte sich als Koch verpflichtet und bereitete ein vorzügliches Kesselgulasch über dem offenen Feuer zu. Gestärkt fuhren wir zu unserem zweiten Lichtfangort, dem Georgenfelder Hochmoor. Da wir schon vor dem Anbruch der Dunkelheit da waren, konnten wir auch noch Wollgras und Sonnentau sehen. Schnell wurden drei Lichtsäulen aufgebaut. Leider war es ziemlich kalt, so dass die Insekten auf sich warten ließen. Dafür hörte Tommy Kästner den Ruf eines Wachtelkönigs und fand ihn in der Nähe des Lugsteins.
Am Sonntag, den 01.07.2018 verließ unsere Gruppe den Mayenhof, um die Insekten auf den Wiesen im NSG Gimmlitztal zu erfassen. Die Kinder warfen inzwischen auch mit den lateinischen Namen um sich, am meisten wurde Brenthis ino genannt, der Mädesüß-Perlmutterfalter. Von seiner Art flogen sehr viele herum, denn auf den Kalkwiesen wuchs die Futterpflanze. Aber auch Landkärtchen (Araschnia levana), Braunauge (AS_Lasiommata maera), Schwarzspanner (AS_Odezia atrata) und verschiedene Widderchen wurden notiert. Auf dem Rückweg spürten wir noch eine Waldeidechse in ihrem Versteck auf. Die Kinder freuten sich. Bei einem gemeinsamen Picknick auf der Wiese klang das Wochenende aus. Jetzt fängt die Arbeit an. Sämtliche Funde werden bestimmt und bei www.insekten-sachsen.de eingepflegt und den Untersuchungsgebieten zugeordnet, ein wertvoller Beitrag zur Naturschutzarbeit für die Behörden vor Ort. Beatrice Jeschke


Foto: Eva-Maria Bäßler


Foto: Tilmann Adler
 
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