Großes Jungfernkind (Archiearis parthenias (Linnaeus, 1761))

DE Deutschland , DE-SN Sachsen

Diagnose

Kopf: Fühler der Männchen fadenförmig, dicht mit Cilien besetzt.

Thorax: Vorderflügel länglich-schmal; braun, mit schwacher, dunkelgrauer Durchmischung; meist mit drei weißen Flecken am Vorderrand; äußere Querlinie deutlich gezackt; Fransen schwarz-weiß gescheckt. Hinterflügel orange, mit braunem Rand am Apex und Außenrand.

Ähnliche Arten: Vorderflügel von Boudinotiana notha graubraun; Weibchen an der inneren Querlinie mit bereitem, dunklen Querband; Fransen dunkel, nicht gescheckt. Männchen mit doppelt-kammzähnigen Fühlern.

Gesetzlicher Schutz und Rote Liste

–

Merkmale

Tab.: Unterschiede zwischen Archiearis parthenias und Boudinotiana notha.

       parthenias        notha
Männchen

Weibchen
Fühler fadenförmig, gesägt
Fühler dick, deutlich weiß geringelt
Fühler doppelt kammzähnig
Fühler dünn, schwach weiß geringelt
Größe der Falter Weibchen > Männchen Weibchen < Männchen
Vorderflügelform Länglich-schmal, gestreckt Weniger gestreckt, kürzer, breiter wirkend
Vorderflügel-Oberseite Braun, schwach dunkelgrau durchmischt, äußere Querlinie meist deutlich gezackt, Fransen meist deutlich schwarzweiß gescheckt

Vorderrand meist mit drei weißen Flecken
Graubraun, große Variationsbreite in der Durchmischung, äußere Querlinie meist nur undeutlich angelegt, Fransen meist undeutlich schwarzweiß gescheckt

Vorderrand meist ohne oder nur mit einem weißem Fleck
Vorderflügel-Unterseite Wurzelwärts vom schwarzen Queraderfleck ein heller Fleck Wurzelwärts vom schwarzen Queraderfleck kein heller Fleck
Hinterflügel-Oberseite Orange mit braunem Außenrand, schwarzes Wurzelfeld oft mit großem Queraderfleck verbunden Orange mit braunem Außenrand, schwarzes Wurzelfeld meist nicht mit dem kleinen Queraderfleck verbunden
                                         

Verbreitung

Von Großbritannien, Nordwestfrankreich, den Alpen und Nordbulgarien nördlich bis Skandinavien und östlich über Sibirien bis nach Sachalin und Japan. Isolierte Vorkommen in den östlichen Pyrenäen, im Nordkaukasus und in der nordöstlichen Türkei Hausmann 2001).

Lebensweise

Die Falter fliegen im März und April, vor dem Laubaustrieb der Birken. Sie sind vormittags aktiv, sitzen auf Zweigspitzen, in Weidenkätzchen, werden aber auch von Saftflüssen der Bäume und Pferdexkrementen angelockt. Die Larven entwickeln sich oligophag an Birken (Betula spp.). Die Puppe überwintert, manchmal zweimal.

Lebensräume

Insbesondere in zehn- bis zwanzigjährigen, lichten Birkenbeständen oder deren Randbereiche an Lichtungen und Wegen.

Bestandssituation

 

Literatur

  • Hausmann, A. 2001: The Geometrid Moths of Europe. Volume 1. – Apollo Books, Stenstrup. 282 S.
  • Koch, M. 1984: Wir bestimmen Schmetterlinge. - Neumann Verlag, Leipzig - Radebeul: 792 S.
  • Lampert, K. 1907: Die Großschmetterlinge und Raupen Mitteleuropas Bd. 1 u. 2. - Verlag J. F. Schreiber, Esslingen und München

Links

Autor(-en): Matthias Nuß, Bernd-Jürgen Kurze. Letzte Änderung am 18.04.2018

Großes Jungfernkind am 20.03.2012 in Radebeul-Lindenau
(© Eva-Maria Bäßler)


Ein Großes Jungfernkind am 23.03.2011 in den Glashütter Hirtenwiesen
(© Stefan Höhnel)


Am 16.03.2012 saugten im Prießnitztal in Glashütte fünf Große Jungfernkinder an feuchter Erde - zwei ließen sich portraitieren
(© Stefan Höhnel)


Großes Jungfernkind, Coswig/SA, März 2012
(© Regina Günther)


Am 16.03.2012 saugten im Prießnitztal in Glashütte fünf Große Jungfernkinder an feuchter Erde - zwei ließen sich portraitieren
(© Stefan Höhnel)


Großes Jungfernkind (Archiearis parthenias) nahe Noitzsch, sonniger mit Birken (Betula pendula) besäumter Waldrand
(© Michael Happ)


Großes Jungfernkind in der Dresdner Heide, März 2014
(© Susanne Kurze)


Großes Jungfernkind am 21.04.2016 im Tharandter Wald am Wiesenweg. Obwohl sie in den vergangenen Jahren recht zahlreich waren haben wir in diesem Jahr nur dieses Exemplar gesehen.
(© Karin Brümmer)
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