Karstweißling (Pieris mannii (Mayer, 1851))

DE Deutschland

Diagnose

Gesetzlicher Schutz und Rote Liste

–

Synonym

Pieris ergane Lederer, 1852

Merkmale

Diskalfleck groß und rechteckig.

Verbreitung

Bis zum Jahr 2000 war Pieris mannii auf den nördlichen Mittelmeerraum sowie östlich über die Türkei und den Nordirak bis in den Nordiran sowie mit einzelnen Vorkommen in Ungarn, der Slowakei und Niederösterreich als auch im Atlasgebirge (Marokko) verbreitet. 2008 wurde die Art erstmals aus Südwestdeutschland nachgewiesen. Seitdem breitet sie sich weiter nach Norden und Osten aus (Meineke 2015).

Lebensweise

Die Larven leben an Alyssoides, Iberis und Diplotaxis (Brassicaceae) und werden in Mitteleuropa insbesondere an der mediterranen, in Gärten als Zierpflanze angebauten Immergrünen Schleifenblume (Iberis sempervirens L.) nachgewiesen.

Lebensräume

Bestandssituation

Zu der im Jahr 2016 von Tilmann Adler in Sachsen gemachten Beobachtung mit Fotobeleg gibt es kein Belegexemplar, anhand dessen sich die Artbestimmung verifizieren ließen. Die Determination als Pieris mannii wurde von Jürgen Hensle im Lepiforum vorgenommen, wird jedoch kontrovers diskutiert.

Literatur

  • Herrmann, R. 2008: Der Karstweißling Pieris mannii (Mayer, 1851) erstmals im Breisgau (Lepidoptera, Pieridae). – Atalanta 39: 233.
  • Meineke, T. 2015: Pieris mannii (Mayer, 1851) und Eilema caniola (Hübner [1808]) im südlichen Niedersachsen (Lepidoptera, Pieridae, Noctuidae). –  Entomologische Nachrichten und Berichte 59 (1): 43–48.
  • Pähler, R. 2016: Ein Blick auf die aktuelle Arealexpansion und Einbürgerung des Karstweißlings Pieris mannii (Mayer, 1851) in Deutschland sowie Anmerkungen zu den Flugzeiten (Lep., Pieridae). – Melanargia 28 (4): 117–135.
  • Reinhardt, R. 2017: Der Karst-Weißling Pieris mannii (Mayer, 1851) in Sachsen angekommen [LEP-Pie]. – Mitteilungen Sächsischer Entomologen 122: 122–124.
  • Reinhardt, R. 2017: Der Karst-Weißling Pieris mannii (Mayer, 1851) in Sachsen angekommen (Lepidoptera, Pieridae). – Entomologische Nachrichten und Berichte 61 (3–4): 226–227.
  • Schulze, W. 2016: zum Auftreten des Karstweißlings Pieris mannii (Mayer, 1851) (Lep., Pieridae) in Westfalen und seine Ausbreitung in Mitteleuropa. – Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft westfälischer Entomologen 32 (2): 34–42.
  • Schweizerischer Bund für Naturschutz 1987: Tagfalter und ihre Lebensräume. Arten – Gefährdung – Schutz. – Egg, Fotorotar, XI + 516 S.
  • Ziegler, H. & U. Eitschberger 1999: Der Karstweißling Pieris mannii (Mayer, 1851). Systematik, Verbreitung, Biologie (Lepidoptera; Pieridae). – Neue Entomologische Nachrichten 45: 1–217.

Links

Autor(-en): Matthias Nuß. Letzte Änderung am 22.01.2018

Erfolgreiche Zucht vom Karstweißling (Pieris mannii) in Lauter am 16.08.2017
(© Falk Einenkel)


Pieris mannii (Weibchen) auf der Trockenwiese am Heinrich-Braun-Klinikum in Zwickau
(© Bernhard Karich)


7 Eier von Iberis sempervirens und Iberis amara im Hausgarten in Lauter/Erzgebirge abgesammelt. Davon ist im Aerarium eine schwarzköpfige Raupe geschlüpft.
(© Falk Einenkel)


Junraupe des Karstweißlings an Immergrüner Schleifenblume (Iberis sempervirens) fressend. Lauter-Bernsbach, Juli 2017
(© Falk Einenkel)


Ausgewachsene Larve von Pieris mannii an Schleifenblume (Iberis sempervirens), in Lauter am 05.08.2017
(© Falk Einenkel)


Puppe von Pieris mannii in Lauter am 12.08.2017
(© Falk Einenkel)


Pieris mannii kurz vor dem Schlupf aus der Puppe, in Lauter am 16.08.2017
(© Falk Einenkel)
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