Punktierte Zartschrecke (Leptophyes punctatissima (Bosc, 1792))

DE Deutschland , DE-SN Sachsen

Diagnose

Laubheuschrecke. Fühler doppelt so langer wie der Körper (ohne Legebohrer). Flügel verkürzt. Tibia der Vorderbeine mit runder Tympanalöffnung; Tarsen viergliedrig. Cerci der Männchen im Spitzendrittel gebogen und die Legeröhre der Weibchen mehr als doppelt so lang wie das Pronotum. Der helle Seitenstreifen ist nur am Pronotum vorhanden und verläuft nicht wie bei der Gestreiften Zartschrecke (Leptophyes albovittata) über das gesamte Abdomen. Die Männchen der Punktierten Zartschrecke lassen sich von den sehr ähnlichen Männchen der Gemeinen Plumpschrecke (Isophya kraussii) durch die bei den Zartschrecken längeren Fühlern unterscheiden. 

Gesetzlicher Schutz und Rote Liste

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Merkmale

Verbreitung

In Sachsen gelangen Nachweise bis in das Jahr 1990 nur in Leipzig. Seit  1990 ist eine Ausbreitung zu beobachten. Nachweise gelangen inzwischen regelmäßig aus Dresden, Nordwest- und Mittelsachsen sowie vereinzelt in der Oberlausitz. Durch die versteckte Lebensweise in Gehölzen in häufig städtisch geprägten Lebensräumen ist die tatsächliche Verbreitung der Punktierten Zartschrecke in Sachsen bisher nur ungenügend bekannt. Auch können akustische Nachweise nur mit Ultraschalldetektoren erfolgen.

Lebensweise

Versteckte Lebensweise in Stauden und Gehölzen im Blattwerk. Die Männchen kommunizieren im Ultraschallbereich mit den Weibchen. Als Nahrung dienen verschiedene Pflanzen. Die Punktierte Zartschrecke gehört zu den Insektenarten, die auch invasive Neophyten als Nahrung nutzt. Nachweise gelangen auch in Sachsen immer wieder auf  Staudenknöterich (Fallopia). Die Punktierte Zartschrecke gehört zu den noch spät im Jahr auftretenden Heuschreckenarten. Imagines treten regelmäßig bis Mitte November auf, auch die ersten Nachtfröste werden überlebt. Männchen rufen noch bei 2°C im Spätherbst.

Lebensräume

Besiedelt werden gehölz- und staudenreiche Habitate sowohl in anthropogen geprägten Lebensräumen wie durchgrünte Wohnsiedlungen, Gärten, Friedhöfe, Bahndämme und verbuschte Industriebrachen als auch Gehölzbestände und Säume in der offenen Landschaft. Die Häufung von Nachweisen im urbanen Raum könnte auf eine passive Verfrachtung zurückzuführen sein, da Eier häufig in Kübel- und Topfpflanzen abgelegt werden. Durch Gartenabfälle können Eigelege und Jungtiere auch in sonst ungeeignete Habitate verfrachtet werden (z.B. in Fichtenforsten), wo dann in den die wilden Komposthaufen begleitenden Brennnesselfluren isolierte kleine Populationen etablieren können.

Bestandssituation

Die Punktierte Zartschrecke gilt in Sachsen aktuell als ungefährdet.

Literatur

  • Börner, J., K. Richter, M. Schneider & S. Straube 1994: Rote Liste Heuschrecken. - In: Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie (Hrsg.): Materialien zu Naturschutz und Landschaftspflege. Radebeul. 12 S.  
  • Klaus, D. & D. Matzke 2010: Heuschrecken, Fangschrecken, Schaben und Ohrwürmer - Rote Liste und Artenliste Sachsens. – Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie – Druckerei Wagner GmbH. 36 S.
Autor(-en): Tommy Kästner. Letzte Änderung am 13.09.2014

Weibliche Punktierte Zartschrecke in einem Wohngebiet in Dresden. 03.10.2008
(© T. Kästner)


Punktierte Zartschrecke an einer Hauswand im Stadtgebiet Radeberg, Oktober 2013
(© Tilmann Adler)


Am 22.10.2013 vormittags kletterte diese Punktierte Zartschrecke an einem Gebäude in Dippoldiswalde langsam aufwärts
(© Stefan Höhnel)


Larve einer männlichen Punktierten Zartschrecke in der Dahlener Heide. 24.07.2010
(© T. Kästner)
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