Feldmaikäfer (Melolontha melolontha (Linnaeus, 1758))

DE Deutschland , DE-SN Sachsen

Diagnose

Die drei in Deutschland vorkommenden Maikäferarten sind bis zu 3 cm lang, oberseits braun gefärbt; bei manchen Individuen sind Kopf, Halsschild und die Hinterleibsspitze (Pygidium) schwarz gefärbt; an den Seiten des Hinterleibes, unterhalb der Flügel eine Reihe weißer Dreiecke. Vom Waldmaikäfer (Melolontha hippocastani) sowie dem selteneren Melolontha pectoralis unterscheidet sich der Feldmaikäfer durch die in beiden Geschlechtern mit einem lanzettartigen Fortsatz ohne Knoten versehene Hinterleibsspitze (Pygidium).

Gesetzlicher Schutz und Rote Liste

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Merkmale

Der Käfer ist 25 – 30 mm lang und oberseits braun gefärbt; bei manchen Individuen sind Kopf, Halsschild und die Hinterleibsspitze (Pygidium) schwarz gefärbt. Wie auch die anderen Maikäferarten besitzt der Feldmaikäfer an den Seiten des Hinterleibes, unterhalb der Flügel eine Reihe weißer Dreiecke. Die Hinterleibsspitze (Pygidium) ist in beiden Geschlechtern mit einem lanzettartigen Fortsatz ohne Knoten versehen.

Je nach ihrer individuellen Färbung wurden Maikäfer von Kindern früher unter anderem als Schornsteinfeger (Kopf, Halsschild und Hinterleibsspitze schwarz, Flügeldecken braun, wenig behaart), Müller (dicht mehlig-weiß behaart) oder, was sehr selten auftritt, Kaiser (Kopf und Halsschild rötlich) bezeichnet.

Verbreitung

In ganz Europa, außer dem mittleren und nördlichen Nordeuropa; östlich bis zur Ukraine und der Türkei.

Lebensweise

Die Angaben zur Lebensweise unterscheiden sich nicht vom Waldmaikäfer, da beide Arten oft verwechselt wurden.
Die Käfer schlüpfen von Ende April bis Mai aus ihrer Puppe im Erdboden und fliegen hauptsächlich im Mai (und Juni). Aus diesem zeitlichen Auftreten leitet sich der Name Maikäfer ab. Das Schwärmen der Maikäfer beginnt in der Dämmerung und dauert bis zur Dunkelheit. Die Käfer ernähren sich überwiegend von den Blättern von Laubbäumen sowie Lärchen (Reifungsfraß). Nach der Paarung legen die Weibchen in 10-20 cm Tiefe jeweils 20-40 Eier in Gruppen in feuchten, humusreichen Boden ab. Sie kommen noch einmal, selten zweimal, zur Eiablage, allerdings nach einer 14-tägigen Reifungszeit. Insgesamt kann ein Weibchen 60-80 Eier ablegen. Die Embryonalentwicklung liegt bei 4 – 8 Wochen.

Die Larven entwickeln sich über einen Zeitraum von drei (Frankreich) bis vier (Deutschland), selten fünf bis sechs (Russland) Jahren. Die Junglarven ernähren sich zunächst von zarten Wurzelfasern und Humusstoffen. Ältere Larven gehen jede Art von Wurzel an. Sie stellen im Herbst das Fressen ein (bei Bodentemperaturen unter 10-11 Grad) und überwintern tiefer im Boden. Der Wurzelfraß wird im April des darauf folgenden Jahres fortgesetzt. Der Larvenfraß bewirkt ein Welken von Blättern, Nadeln und Trieben. Die Pflanzen lassen sich leicht aus dem Boden herausziehen, da die Wurzelverankerung fehlt. Die feinen Seitenwurzeln fehlen, stärkere Hauptwurzeln sind geschält.

Im 2. oder 3. Jahr nach dem Flugjahr sind die Larven ausgewachsen. Sie fertigen in 20 – 30 cm Tiefe eine eiförmige Puppenwiege und entwickeln sich dort zur Puppe. Die Puppenruhe beträgt ca. sechs Wochen. Der Käfer verbleibt in der Puppenwiege und überwintert darin.

Die langjährige Entwicklung der Larven geht mit einem regional synchronen Auftreten der Käfer einher, so dass alle 3 – 5 Jahre, meist alle 4 Jahre, ein „Maikäferjahr“ zu verzeichnen ist, in dem deutlich mehr Käfer gesichtet werden. Diese Maikäferjahre können jedoch innerhalb Mitteleuropas in benachbarten Gebieten in unterschiedlichen Kalenderjahren auftreten.

Lebensräume

Im Vergleich zum Waldmaikäfer ist der Feldmaikäfer an feuchtere Klimate und weniger sandige Böden angepasst.

Bestandssituation

Früher waren Maikäfer sehr häufig und jedem Kind bekannt, wozu sicher auch der 5. Streich aus Wilhelm Busch’s „Max und Moritz“ beitrug. Zuweilen traten die Maikäfer in großen Massen auf, wobei die hungrigen Käfer durchaus ganze Wälder entlaubten. Trotz des in solchen Fällen beeindruckenden Schadbildes ist der größte Schaden bereits in den Jahren davor durch den Wurzelfraß der Engerlinge entstanden. Während der DDT-Euphorie in den 1950er und 1960er Jahren sind die Populationen der Maikäfer in Mitteleuropa eingebrochen. Aus dieser Zeit stammt das Lied von Reinhard Mey „Es gibt keine Maikäfer mehr“.
Neuere, systematische Erfassungen zur Bestandssituation fehlen.

Literatur

  • Busch, W. 1865 (1. Aufl.): Max und Moritz – Eine Bubengeschichte in sieben Streichen. – Verlag Braun & Schneider, München. 53 S.
  • Kovac, D. 1998: Exponat des Monats: Der Maikäfer. – Natur und Museum, 128 (5): 156-158.
  • Niklas, F 1974: Lamellicornia. S. 85 – 129. – In: W. Schwenke, Die Forstschädlinge Europas. Band 2 Käfer. – Parey, Hamburg und Berlin.
Autor(-en): Matthias Nuß. Letzte Änderung am 18.11.2015

Feldmaikäfer abends auf unserem Balkon in Leubnitz im Mai 2008
(© Marita Zimmermann)


Die Hinterleibsspitze (Pygidium) von Melolontha melolontha ist in beiden Geschlechtern in einen lanzettartigen Fortsatz ohne Knoten verlängert und nur fein behaart.
(© Olaf Jäger)


Ein Feldmaikäfer am 20.05.2011 in Glashütte
(© Stefan Höhnel)


Ein Feldmaikäfer am 20.05.2011 in Glashütte
(© Stefan Höhnel)


Pygidium eines Feldmaikäfers, gefunden im April 2014 in Großdubrau
(© Tommy Kästner)


Breitflügelfledermaus mit erbeutetem Feldmaikäfer (Otterwisch, Mai 2017)
(© Sven Möhring)
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