Weiden-Sandbiene (Andrena vaga Panzer, 1799)

DE Deutschland , DE-SN Sachsen

Diagnose

Weibchen: Körperlänge 13–15 mm. Körperfarbe schwarz. Kopf und Thorax grau behaart, ohne schwarze Querbinde auf dem Thoraxrücken. Abdomen sehr breit, eiförmig, schwarz glänzend und fast kahl, ohne Haarbinden. Endfranse und Scopa braunschwarz.

Männchen: Ähnlich dem Weibchen. Mit einer Körperlänge von ebenfalls 13–15 mm ungewöhnlich groß und im Vergleich zu anderen Andrena-Männchen sehr breit gebaut. Behaarung vorwiegend grauweiß, entlang der Komplexaugen dunkel; Endfranse auf Tergit 6, Tibien und Tarsen gelbbraun behaart. Kopf breit queroval; Mandibeln auffällig verlängert mit einem Nebenzahn an der Spitze, aber ohne zahnartigen Fortsatz an der Mandibelbasis. Abdomen schwarz glänzend, nur sehr spärlich behaart, ohne Haarbinden.

Die ähnlich behaarten Andrena cineraria und A. barbareae zeigen einen schwachen bläulichen Metallschimmer. Die Weibchen tragen eine schwarze Querbinde auf dem grau behaarten Thorax, die Mandibeln der Männchen sind nicht auffällig verlängert und deren Beine sind braunschwarz behaart.

Gesetzlicher Schutz und Rote Liste

–

Merkmale

Weibchen: Körperlänge 13–15 mm. Körperfarbe vollständig schwarz, nur die untersten Tarsenglieder bräunlich. Kopf lichtgrau behaart, im Gesicht braungrau; Thorax vollständig lichtgrau behaart, ohne schwarze Querbinde auf dem Thoraxrücken; die Tergite 1–4 nur seitlich mit einigen lichtgrauen Haaren; die sehr spärliche, kurze Behaarung der Tergitscheiben 3–5 und die Endfranse braunschwarz; Behaarung der Beine einschließlich Scopa ebenfalls braunschwarz. Flocculus lichtgrau, groß und dicht. Clypeus dicht punktiert, glänzend. Labrumanhang sehr breit, glänzend. Foveae schwarzbraun, zweimal so breit wie ein Fühler. 3. Fühlerglied länger als die Glieder 4 und 5 zusammen, 4. Fühlerglied kürzer als breit, 5. Fühlerglied etwa so lang wie breit. Mesonotum chagriniert, flach aber deutlich punktiert; Punktierung auf der Scheibe zerstreuter, dort glänzend. Mittelfeld des Propodeums fein körnig punktiert. Abdomen sehr breit, eiförmig, schwarz glänzend und fast kahl. Tergite glatt oder oberflächlich chagriniert fast unpunktiert, mit bestenfalls vereinzelten flachen Punkten. Depressionen schwach abgesetzt. Tergite 1 und 2 mit schwachen Längsrunzeln. Pygidialplatte ohne abgesetzte Seitenränder, körnig punktiert oder glatt. Flügel rauchig getrübt, Flügeladerung rötlich-braun.

Männchen: In Größe, Behaarung und Struktur der Cuticula ähnlich dem Weibchen, aber insgesamt schlanker. Körperfarbe vollständig schwarz, nur die untersten Tarsenglieder bräunlich. Kopf und Thorax dicht grauweiß behaart, im Gesicht oben gelblichgrau, entlang der Komplexaugen mit eingestreuten schwarzen Haaren; Clypeus sehr dicht weiß behaart; das Mesonotum mit eingestreuten dunklen Haaren. Abdomen spärlich weissgrau behaart, Tergite ohne Haarbinden. Endfranse auf Tergit 6 bräunlich. Femora lang grauweiß behaart. Tibien und Tarsen gelblichbraun behaart. Kopf breit queroval. Clypeus schwarz. Labrumanhang kaum erkennbar, stark glänzend, nicht erhaben. Schläfen sehr breit, im Profil hinten abgerundet. Mandibel auffallend sichelförmig verlängert, basal ohne Zähnchen oder Ecke, am Ende mit Nebenzahn. Alle Geißelglieder länger als breit. Fühlerglied 3 etwa so lang wie 4 und 5 zusammen. Fühlerglied 4 kürzer als das 5. Mesonotum chagriniert, fein skulptiert und undeutlich punktiert. Mittelfeld des Propodeums fein körnig punktiert. Terga schwarz glänzend, glatt und zerstreut fein punktiert, die Depressionen schwach abgesetzt. Sternit 8 vor dem Ende mit einem nach unten gerichteten, runden, dichten Haarkranz. Gonokoxit breit und stark abgerundet; die spatelfömige Gonostylischaufel innen stark konkav gebogen, fast rinnig. Flügeladerung rötlich-braun.

Verbreitung

Gemäßigtes Europa.

Lebensweise

Solitäre Nistweise mit selbst gegrabenen Nestern in ebenem oder geneigtem, vegetationsarmem Boden; bei günstigen Bedingungen in großen Kolonien. Die Weiden-Sandbiene zählt zu den streng oligolektischen Bienenarten – zum Pollensammeln ist sie auf verschiedene Weidenarten (Salicaceae) spezialisiert. Sie zählt zu den Beinsammlern – der Pollentransport erfolgt mittels der gattungsspezifischen Sammeleinrichtungen an den Hinterbeinen und den Thoraxseiten. Überwinterung als fertige Imago in der Brutzelle, was es Andrena vaga ermöglicht, bereits im zeitigen Frühjahr auszufliegen.

Flugzeit: Zur Weidenblüte, Anfang März bis Mitte Mai.

Brutparasiten: die Wespenbiene Nomada lathburiana, und wahrscheinlich auch die Blutbiene Sphecodes gibbus.

Lebensräume

Trockene Waldränder, Böschungen, Dämme, Brachflächen, Trockenwiesen und alte Kies- und Sandgruben.

Bestandssituation

Rote Liste Sachsen: Kategorie 3 – gefährdet (Burger et al. 2005).
Rote Liste Deutschland: ungefährdet (Westrich et al. 2012).

Literatur

  • Amiet, F., M. Herrmann, A. Müller & R. Neumeyer 2010: Apidae 6. Andrena, Melitturga, Panurginus, Panurgus. – Fauna Helvetica 26: 317 S.
  • Burger, F., unter Mitarbeit von S. Kaluza, G. Baldovski, R. Franke, D. Langner, W.-H. Liebig, T. Sammorey & A. Scholz 2005: Rote Liste Wildbienen. – Materialien zu Naturschutz und Landschaftspflege. – Hrsg. Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie, Dresden. 37 S.
  • Peeters, T. et al. 2012: De Nederlandse Bijen (Hymenoptera: Apidae S. L.), Leiden. 544 S.
  • Schmid-Egger C. & Scheuchl E. 1997: Illustrierte Bestimmungstabellen der Wildbienen Deutschlands und Österreichs. Band III: Andrenidae, Velden/Vils. 180 S.

Links

Autor(-en): Mandy Fritzsche, Matthias Nuß. Letzte Änderung am 30.03.2017

Diagnostische Merkmale der Weiden-Sandbiene Andrena vaga.
(© Mandy & Michael Fritzsche)


Andrena vaga, Weibchen, Radebeul Anfang April 2016
(© Michael & Mandy Fritzsche)


Andrena vaga, Männchen, Radebeul Ende März 2016
(© Michael & Mandy Fritzsche)


Andrena vaga, Weibchen
(© Wolf-Harald Liebig)


Weibchen der Weiden-Sandbiene am 22.03.2012 in Dresden in der Stübelallee
(© Angela Kühne)


Weibchen der  Weiden-Sandbiene in der Nähe ihres Nestes, gefunden bei Weißig im April 2013
(© Tommy Kästner)


Andrena vaga, Weibchen
(© Wolf-Harald Liebig)
Login
Termine (Archiv)
Statistik
  • 212024 Beobachtungen
  • 53442 Onlinemeldungen
  • 2177 Steckbriefe
  • 39639 Fotos
  • 6552 Arten mit Fund
  • 3774 Arten mit Fotos
  • Liste der Autoren