Hornisse (Vespa crabro Linnaeus, 1758)

DE Deutschland , DE-SN Sachsen

Diagnose

Vergleiche Dolichovespula media.

Gesetzlicher Schutz und Rote Liste

–

Merkmale

Mit einer Körperlänge von 19 – 35 mm ist die Hornisse die größte einheimische Faltenwespe. Der Kopf ist hinter den Augen stark erweitert. Die dreieckförmig angeordneten Nebenaugen (Ocelli) sind vom Hinterrand des Kopfes viel weiter entfernt als vom Rand der Komplexaugen. Die Färbung am Kopfhinterrand ist rotbraun.

Verbreitung

Die Hornisse ist in ganz Europa und in weiten Teilen Asiens bis Japan verbreitet.

Lebensweise

Jedes Jahr ab Mitte April erfolgt die Neugründung eines Familienstaates durch ein überwintertes, begattetes Weibchen. Das Nest wird aus einer papierähnlichen Masse, die aus fein zerkautem (meist morschem) Holz und Wespenspeichel verleimt wird, hergestellt. Die Nester finden sich in Baumhöhlen, Nistkästen, Schuppen und auf Dachböden. Im Mai bis Juni schlüpfen die ersten Arbeiterinnen; die Königin fliegt dann nicht mehr aus. Die für die Arterhaltung wichtigen Jungköniginnen und Männchen schlüpfen erst viel später. Im Juli bis September erreicht das Hornissenvolk mit einigen Hundert (sehr selten mehr als Eintausend) Individuen sein Maximum, erlischt aber mit den ersten Nachtfrösten.
Hornissen ernähren sich räuberisch von anderen Insekten. Die Königin und ihre ebenso wehrhaften Arbeiterinnen sind sanftmütig. Wenn man sie und das Nest nicht attackiert und sich in Nestnähe gemessen bewegt, erfolgt kein Angriff. Wer Hornissen in seiner Umgebung akzeptieren kann, wird von Fliegen und Wespen nicht belästigt.
Der Stich ist für den Menschen schmerzhafter, aber nicht giftiger als der anderer Wespen. Im Versuch führt das Gift bei 50% Ratten nach 150 Stichen / kg Körpergewicht zum Tod. Problematisch ist bei einigen Menschen in erster Linie eine allergische Reaktion auf das Gift von Bienen, Wespen und Hornissen, die zum Kreislaufkollaps führen kann.

Lebensräume

Das natürliche Vorkommen der Hornisse ist an Altbäume mit Höhlungen gebunden. Heute dürften Hornissen Nistgelegenheiten überwiegend im menschlichen Siedlungsbereich in alten Schuppen, Holzverschalungen an Terrassen und Balkonen, Winterverkleidungen an Dächern, Rollladenkästen und Nischen in Dachböden finden.

Bestandssituation

Der Bestand der Hornisse gilt weder in Deutschland noch in Sachsen als gefährdet.

Literatur

  • Bellmann, H. 1995: Bienen, Wespen, Ameisen: die Hautflügler Mitteleuropas. – Franckh-Kosmos Verlag, Stuttgart. 336 S.
  • Dvořák, L. & S. P. M. Roberts 2006: Key to the paper and social wasps of Central Europe (Hymenoptera: Vespidae). – Acta Entomologica Musei Nationalis Pragae 46: 221-244.
  • Orlow, M. von 2011: Mein Insektenhotel. Wildbienen, Hummeln & Co. im Garten. – Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart. 190 S.

 

Links

 

Autor(-en): Matthias Nuß, Wolf-Harald Liebig. Letzte Änderung am 13.08.2014

Hornissenköngin zur Zeit der Staatengründung (30.04.2012, Bad Muskau).
(© Wolf-Harald Liebig)


Das Hornissennest befand sich in einer Werkstatt und wurde von der Bewohnerin des Anwesens geduldet (24.09.2011, Krauschwitz).
(© Wolf-Harald Liebig)


Blick ins Hornissennest. Das Tier oben mit den langen Fühlern ist ein Drohn (Männchen).
(© Wolf-Harald Liebig)


Hornisse (Vespa crabro) mit Beute, Botanischer Garten Dresden (21.09.2011)
(© Stefanie Mösch)


Hornisse in Brandenburg, Brodowin im Mai 2000.
(© Michael Münch)
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