Nördliche Fruchtwanze (Carpocoris fuscispinus (Boheman, 1850))

DE Deutschland , DE-SN Sachsen

Diagnose

Körperlänge: 11–13,5 mm.

Körper meist in orange-bräunlichen Tönen.

Thorax: Halsschildecken weit überstehend und oft schwärzlich.

Ähnliche Arten: Bei Carpocoris purpureipennis und Carpocoris pudicus sind die Halsschildecken nicht überstehend.

Gesetzlicher Schutz und Rote Liste

–

Merkmale

Carpocoris fuscispinus ist meist in orange-bräunlichen Tönen gefärbt und mit 11 bis 13,5 mm eine der größeren Baumwanzenarten. Sie ist anhand der weit überstehenden oft schwärzlichen Halsschildecken gut von den beiden untereinander schwer zu trennenden Arten (Carpocoris purpureipennis und Carpocoris pudicus) zu unterscheiden.

Verbreitung

Das Areal der Art reicht von Westeuropa bis Südsibirien und Innerasien, wobei die Art nicht im hohen Norden vorkommt. Nach Süden reicht das Areal bis in den Mittelmeerraum.

Vorkommen in Sachsen

Die Art ist heute wahrscheinlich häufiger als früher und steigt jetzt auch mancherorts fast bis auf den Erzgebirgskamm. Das obere Westerzgebirge wird offensichtlich noch gemieden.

Lebensweise

Wie eine Reihe weitere Baumwanzen überwintert die Art als Imago und paart sich dann im Frühjahr, so dass Larven von Frühsommer bis zum Frühherst gefunden werden. Erste erwachsene Tiere sind ab Juli zu beobachten. Larven wie auch erwachsene Tiere besaugen verschiedene Früchte unterschiedlicher Reifegrade und sitzen daher oft exponiert auf den Fruchtständen verschiedener Wiesenstauden.

Lebensräume

Wie bei den anderen Arten der Gattung werden Wiesen mit ausreichend Nahrungspotential besiedelt. Diese in der Regel artenreicheren Wiesen können sowohl sehr frisch sein, als auch mäßig trocken.

Bestandssituation

Die Art ist in Sachsen häufig und ungefährdet.

Literatur

  • Arnold, Kurt (2009): Aktuelle Heteropteren-Funde nach 1980 aus dem Freistaat Sachsen (Insecta: Heteroptera) - 5. Beitrag - Mitteilungen Sächsischer Entomologen Entomofaunistische Gesellschaft e.V. LV Sachsen Supplement 8: 4-115
  • Arnold, Kurt (2009): Checkliste der Heteropteren des Freistaates Sachsen - Mitteilungen Sächsischer Entomologen Entomofaunistische Gesellschaft e.V. LV Sachsen Supplement 8: 116-145
  • Brändle, Martin & Rieger, Christian (1999): Die Wanzenfauna von Kiefernstandorten (Pinus sylvestris L.) in Mitteleuropa (Insecta: Hemiptera: Heteroptera) - Faunistische Abhandlungen Staatliches Museum für Tierkunde Dresden 21: 239-258
  • Cohrs, Christoph & Kleindienst, Clemens (1934): Hemiptera-Heteroptera (Wanzen) Zentralsachsens - Berichte der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft zu Chemnitz Chemnitz 24: 143-182
  • Jordan, K. H. C. (1940): Die Heteropterenfauna der Oberlausitz und Ostsachsens - Isis Budissina Bautzen 14: 96-156
  • Jordan, K. H. C. (1963): Die Heteropterenfauna Sachsens - Faunistische Abhandlungen Staatliches Museum für Tierkunde Dresden 1: 1-68
  • Michalk, Otto (1938): Die Wanzen (Hemiptera heteroptera) der Leipziger Tieflandsbucht und der angrenzenden Gebiete, zugleich eine kritische Zusammenstellung aller deutschen Arten - Sitzungsberichte der Naturforschenden Gesellschaft zu Leipzig Leipzig 63/6
  • Schuhmacher, Friedrich (1919): Verzeichnis der bei Schandau in der Sächsischen Schweiz beobachteten Hemipteren - Entomologische Mitteilungen 8: 150 – 156
  • Vogel, Jürgen (1998): Wanzen (Heteroptera) in: Das Dubringer Moor - StUFA Bautzen und Naturforsch.Ges. der Oberlausitz: 59-60
  • Wachmann, Ekkehard & Melber, Albert & Deckert, Jürgen (2008): Wanzen Band 4. Pentatomomorpha II. Cydnidae, Thyreocoridae, Plataspidae, Acanthosomatidae, Scutelleridae, Pentatomidae.. - Die Tierwelt Deutschlands 81
Autor(-en): Michael Münch, Matthias Nuß. Letzte Änderung am 11.09.2019

Carpocoris fuscispinus in Dresden-Kaditz, August 2013
(© Steffen Hintersaß)


Carpocoris fuscispinus in der Gemarkung Hohenprießnitz, Puppenstube am Fichtbusch, Mai 2016
(© Michael Happ)


Carpocoris fuscispinus in der Nähe des Bernsteinsees bei Burg, Anfang August 2019
(© Martina Görner)


Carpocoris fuscispinus vom 25.08.2013 aus Radebeul-Lindenau
(© Eva-Maria Bäßler)


Carpocoris fuscispinus. Ein relativ dunkles Exemplar auf rotem Hartriegel. Meinsdorf im September 2012.
(© Thomas Polster)
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