Schon gesehen?

In dieser Rubrik findest du Insekten, die aktuell oder in nächster Zeit um dich herum zu beobachten sind. Achte beim nächsten Spaziergang darauf, ob du sie beobachten kannst und teile uns Deine Beobachtung mit. Nach der Prüfung durch einen unserer Experten erscheint deine Meldung in der interaktiven Karte der jeweiligen Art.

Knautien-Sandbiene


09.07.2017

Weibchen der Knautien-Sandbiene in Hohenprießnitz
(© Michael Happ)

Der Name der Knautien-Sandbiene (Andrena hattorfiana) geht auf ihre Spezialisierung auf den Pollen der Wiesenwitwenblume (Knautia arvensis) zurück. Die Larven können sich nur vom Pollen dieser und zwei weiterer Pflanzenarten ernähren. Die Weibchen sammeln auf den Blüten Pollen mit ihren Hinterbeinen und bekommen dabei purpurrote Höschen, woran sie leicht zu bestimmen sind. Die Knautien-Sandbiene ist Wildbiene des Jahres 2017. Obwohl die Wiesenwitwenblume in Deutschland noch recht häufig ist, ging ihr Bestand in den letzten Jahren durch Wiesenumbruch, starke Düngung und häufige Mahd zurück, und damit auch die Knautien-Sandbiene. Mehr Information zu dieser Wildbienenart und wie man sie fördern kann gibt es im Artsteckbrief. Wenn Du die Knautien-Sandbiene in der Natur beobachtest und mit einem Belegfoto auf Insekten Sachsen meldest, kannst Du helfen, die noch vorhandenen Populationen zu erfassen. Viel Erfolg und Entdeckerfreude auf unseren Sommerwiesen wünscht Dir das Insekten-Sachsen-Team.


Glühwürmchen 2017


09.06.2017

Glühwürmchenmännchen, Hohenprießnitz, Juni 2016
© M. Nuß

Es ist wieder Glühwürmchenzeit! Mit Einbruch der Dunkelheit fliegen die Käfermännchen etwa eine Stunde. Sie senden ihr Leuchten den Weibchen entgegen, die flügellos am Boden sitzen und ihrerseits mit Leuchtsignalen antworten. Vor genau 10 Jahren startete in Sachsen die Suchaktion „Wo tanzt das Glühwürmchen?“. Im Laufe von drei Jahren gingen 3.998 Meldungen ein und in manchen Auwäldern wurden mehrere tausend Leuchtpunkte an einem Abend gezählt. Sachsen ist seitdem die am besten untersuchte Glühwürmchenregion Europas und manche Sachsen haben seitdem nicht aufgehört, jedes Jahr Glühwürmchen zu zählen. Trotzdem gibt es immer noch ein paar weiße Flecke auf der sächsischen Glühwürmchenkarte. Wir möchten wissen, ob die Käfer dort, wo sie vor 10 Jahren gesichtet wurden, heute immer noch vorkommen.
Glühwürmchen (Lamprohiza splendidula) sind ganz einfach zu bestimmen, denn es gibt in unserer Natur nur ein Insekt, das fliegen und leuchten kann: die Männchen der Glühwürmchen. Wer gezielt gesucht aber nicht gefunden hat, sollte auch dies mitteilen und dafür die Anzahl ‚0‘ eintragen. So können wir einen Überblick bekommen, wo in Sachsen Glühwürmchen vorkommen und wo nicht(mehr). Die Käfer leben in feuchten, mit Laubgehölzen beschatteten Lebensräumen und die Männchen fliegen entlang von Wegen und Waldrändern.
Vergesst nicht Eure Taschenlampen! Viel Freude bei der Suche nach Glühwürmchen wünschen die Insektenforscher des AK Entomologie im NABU Sachsen.


Frühe Adonislibelle 2017


30.04.2017

Frühe Adonislibelle                                       © Peter Diehl
Mit steigenden Temperaturen im zeitigen Frühjahr beginnt die Flugzeit der Frühen Adonislibelle (Pyrrhosoma nymphula). Sie ist sachsenweit die einzige rotgefärbte Kleinlibelle (Zygoptera). Die Art besiedelt zahlreiche Still- und Fließgewässertypen mit ganzjähriger Wasserführung, besitzt aber eine Präferenz für kleine (<10 m²), nährstoffreiche Gewässer. Dazu gehören auch Gartenteiche und andere kleine Gewässer im Siedlungsbereich. Größere Gewässer oder Fließgewässer werden besiedelt, wenn diese eine ausgedehnte Flachwasserzone oder andere strömungsberuhigte Bereiche besitzen und Gehölze in Gewässernähe vorkommen. Trotz der auffälligen Körperfärbung sind diese Libellen nicht leicht zu entdecken, da sie nur wenig fliegen und sich am liebsten in der Ufervegetation oder an anderen windgeschützten Standorten aufhalten.


Frühlingsbienen



Weiden-Seidenbiene                          © Wolf-Harald Liebig

Jetzt im Frühling haben wir manchmal die Gelegenheit, solitäre Bienenarten intensiver zu beobachten, wenn die frisch geschlüpften Männchen mancher Arten auf die später schlüpfenden Weibchen warten und dabei in engen Kreisen über ihren Geburtsnestern patrouillieren. Auffällig wird dies insbesondere bei in der Erde nistenden Arten, die ihre Nester in kleinen oder größeren Kolonien anlegen, wie der Frühlings-Seidenbiene (Colletes cunicularius) oder verschiedenen Sandbienenarten, wie der Weiden-Sandbiene (Andrena vaga).
Die Weiden-Sandbiene ist zum Pollensammeln ausschließlich auf Weiden spezialisiert. Sie ist leicht an ihrer dichten, einheitlich grauen Thorax-behaarung zu erkennen. Das Männchen ist fast so groß wie das Weibchen, unterscheidet sich von diesem aber durch seine auffällig verlängerten Mandibeln.
Übrigens: Fürchten muss man sich vor diesen liebeshungrigen Bienenmännchen nicht, denn sie tragen im Unterschied zu den Weibchen keinen Giftstachel.




Frühjahrsfrostspanner 2017


01.03.2013

Die ersten Schmetterlinge des Jahres wurden gesichtet! Frühjahrsfrostspanner, Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni), Tagpfauenauge (Aglais io) und Kleiner Fuchs (Aglais urticae) – sie sind die Vorboten des Frühlings. Sie sind auf den Flügeln, sobald im neuen Jahr der Schnee schmilzt und auch die Abende frostfrei bleiben. Wie bei den Herbstfrostspannern sind auch bei den Frühjahrsfrostspannern die Weibchen flügellos und werden nur selten gesichtet. Die Männchen werden abends von künstlichen Lichtquellen angelockt und sitzen dann an Hauseingängen und Fensterscheiben. Zu den Frühjahrsfrostspannern gehören neben dem Schneespanner (Phigalia pilosaria) auch die Jungfernkinder (Archiearis parthenias, Boudinotiana notha), der Weißgraue Breitflügelspanner (Agriopis leucophaearia) (Bild oben), der Graugelbe Breitflügelspanner (Agriopis marginaria), der Frühlings-Kreuzflügel (Alsophila aescularia) und der Gelbfühler-Dickleibspanner (Apocheima hispidaria). Ein weiterer "Frühaufsteher" ist auch die Schwarzgefleckte Wintereule (Conistra rubiginosa).


Winterhafte und Felsenspringer 2016/2017



Vorbei ist die Zeit, in der die Herbstfrostspanner flogen. An warmen, sonnigen Wintertagen können jetzt überwinternde Zitronenfalter aus ihren Verstecken kommen. Typische Winterarten sind die flügellosen und sprungfähigen Winterhafte (Boreus hyemalis) (Foto oben) und Felsenspringer (Foto unten). Erstere erreichen Körperlängen bis 4 mm, leben in Moospolstern und sind bei sonnigem Wetter manchmal sogar auf dem Schnee aktiv, weshalb sie auch Schneeflöhe genannt werden. Letztere werden je nach Art 9–18 mm lang; man findet sie auf vulkanischen Felsformationen gesellig unter Steinen.



Herbstfrostspanner 2016


19.10.2013

Sie sind die Vorboten des Winters: die Herbstfrostspanner. Von September bis Dezember sind die fünf Arten in frostfreien Nächten unterwegs. Die Männchen des Großen Frostspanners (Erannis defoliaria) und des Orangegelben Breitflügelspanners (Agriopis aurantiaria), des Herbst-Kreuzflügels (Alsophila aceraria) sowie des Kleinen Frostspanners (Operophtera brumata) und des Buchenfrostspanners (Operophtera fagata) werden dann oft von künstlichen Lichtquellen angelockt, sitzen an Schaufensterscheiben und Häuserwänden. Die Weibchen hingegen sind flügellos und werden nur selten gesichtet. Im Herbst 2012 erhielten wir erste Beobachtungen und Fotos für die Artsteckbriefe. Nun soll es darum gehen, mehr zu erfahren über die Vorkommen in Sachsen und ihr zeitliches Auftreten in der grauen Jahreszeit. Aber Vorsicht, bei den drei Herbstspanner-Arten der Gattung Epirrita lassen sich die Männchen nur mithilfe eines Stereomikroskopes und die Weibchen sogar nur molekulargenetisch unterscheiden.


Südliche Eichenschrecke 2016



Wenn die Sonne im Spätsommer die trockenen Wiesen wärmt, zirpen und hüpfen dort die Heuschrecken. Bis in den Oktober hinein können diese an warmen Tagen gehört und beobachtet werden. Dabei ist Heuschrecke nicht gleich Heuschrecke. Nachdem wir im August und September zwei Vertreter der offenen Landschaften vorgestellt haben, möchten wir nun das Augenmerk auf Heuschrecken lenken, welche im Herbst regelmäßig in der unmittelbaren Nachbarschaft zu uns Menschen zu finden sind.
Die Eichenschrecken zählen zu den von Heuschreckenkundlern wenig beachteten Arten. Die Tiere rufen nicht mit den für Heuschrecken typischen Schwirr- und Zirplauten, sondern trommeln für das menschliche Ohr fast unhörbar mit ihren Füßen auf Blätter. Sie leben überwiegend in Baumkronen. Die Südliche Eichenschrecke (Meconema meridionale) verlässt im Herbst in der Abenddämmerung Bäume und Sträucher und sucht warme Hauswände, beleuchtete Fenster und Hauseingänge auf. Die nur 1,1–1,6 cm große Südliche Eichenschrecke besitzt im Gegensatz zu ihrer Verwandten, der Gemeinen Eichenschrecke (Meconema thalassinum), auch als Alttier nur kurze Stummelflügel. Gemeinsam mit der Südlichen Eichenschrecke können die ebenfalls grünen Punktierten Zartschrecken (Leptophyes punctatissima) an Hauswänden auftreten, diese sind jedoch deutlich gedrungener und plumper gebaut und mit schwarzen Punkten übersäht.
Eure Beobachtungen könnt Ihr auf INSEKTEN SACHSEN mit einem Foto mitteilen.


Heuschrecken


13.08.2016

Gemeine Sichelschrecke (Phaneroptera falcata
© Lothar Brümmer

Hochsommer ist Heuschreckenzeit. Wenn die Sonne im August die trockenen Wiesen wärmt, zirpt und hüpft es. Dabei ist Heuschrecke nicht gleich Heuschrecke. Wir möchten euch zwei Vertreter vorstellen.
Die Gemeine Sichelschrecke (Bild oben) hört mit den Beinen und singt mit den Flügeln. Mit ihren sehr langen Fühlern ist sie eine Vertreterin der Langfühlerschrecken. Arttypisch sind ihre langen Hinterflügel, die deutlich unter den Vorderflügeln hervorschauen.
Die Blauflügelige Ödlandschrecke (Bild unten) als Vertreterin der Kurzfühlerschrecken hingegen hört mit dem Hinterleib und braucht zum Singen Beine und Flügel. Ihre leuchtend blauen Hinterflügel machen sie im Flug zu einer sehr attraktiven Art. In diesem Merkmal ist sie der Blauflügeligen Sandschrecke ähnlich. Beide Arten sind in Deutschland besonders geschützt.
Schaut einmal genau hin, wenn es in Eurer Nähe zirpt und versucht, die Heuschrecken zu fotografieren und zu bestimmen. Eure Beobachtungen könnt Ihr auf INSEKTEN SACHSEN mit einem Foto mitteilen. Unsere Spezialisten prüfen die Artbestimmung und können sie gegebenenfalls korrigieren.


Blauflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens)
© Tommy Kästner



Großer Gabelschwanz


23.06.2016
Ausgewachsene Raupe des Großen Gabelschwanzes (Cerura vinula) © Bernd Garbe

Ein vorn aufgebäumter Körper, der Kopf eingezogen, umgeben von einer rosa Färbung und zwei schwarz gemalten Augen, am Körperende zwei lange schwarz-weiße Anhänge, aus denen noch einmal rote Schläuche herausragen. So zeigt sich uns die grüne, bis zu 8 cm lange Raupe des Großen Gabelschwanzes. Es ist ihre Abwehrhaltung, denn in den meisten Fällen haben wir sie längst gestört, wenn wir sie entdecken. Die Raupen leben an jungen Zitter- und Schwarzpappeln in einer Höhe von 30 cm bis 2 m und sind leicht zu finden. Der Name Gabelschwanz leitet sich von den Körperanhängen der Raupe ab und es gibt vier weitere Gabelschwanzarten in der Natur, die anhand ihrer Raupe leicht zu unterscheiden sind. Teilt uns Eure Beobachtungen mit einem Foto mit und tragt so dazu bei, die Seiten auf INSEKTEN SACHSEN mit Informationen zu füllen. 




Lilien- und Maiglöckchenhhähnchen



Lilienhähnchen (Lilioceris lilii), © Katrin Schniebs

Die herrlich roten Käfer aus der Gattung der „Hähnchen“ sind genau wie die Pflanzen, an denen sie leben, wunderschön anzusehen. Das Lilienhähnchen (oben) lebt an Lilien, Schachblumen und Riesenlilien, das Maiglöckchenhähnchen (unten) an Bärlauch, Maiglöckchen und Weißwurzen. Auf den ersten Blick sehen beide Käferarten gleich aus, aber das Lilienhähnchen hat vollständig schwarze Beine, das Maiglöckchenhähnchen aber rote Beine mit schwarzen Gelenken.
Ganz im Gegensatz zur Erscheinung der adulten Käfer und zum Zierwert ihrer Nahrungspflanzen verhalten sich die Larven. Sie bedecken ihren Körper mit ihren eigenen Exkrementen, um sich so vor dem Gefressenwerden durch Vögel zu schützen. Was den Larven das Leben rettet, ist sehr zum Verdruss der Gärtner, denn wer möchte schon eine Lilie verschenken, auf der sich Kotbällchen fortbewegen?
Jetzt im Mai sind die adulten Käfer unterwegs. Wir möchten diese Jahreszeit nutzen, um in Erfahrung zu bringen, wo und an welchen Pflanzenarten diese beiden Käferarten in Sachsen vorkommen. Schickt uns Eure Beobachtungen mit einem Belegfoto und vergesst nicht mitzuteilen, auf welchen Pflanzen Ihr die Käfer gefunden habt.


Maiglöckchenhähnchen (Lilioceris merdigera), © Stefan Höhnel



Frühlingsseidenbiene 2016


24.03.2016

Frühlingsseidenbiene (Colletes cunicularius) © Tilmann Adler

Die Frühlingsseidenbiene sammelt Pollen und Nektar ausschließlich an den im zeitigen Frühling blühenden „Kätzchen“ verschiedener Weidenarten und baut die Nester für ihre Brut in vegetationsfreien Sandböden (sie nutzt wie die meisten Wildbienenarten keine Bienennisthilfen ("Bienenhotels")). Die Nestwandungen werden mit Sekreten stabilisiert, die zu einer seidigen Schicht aushärten – deshalb der Name Seidenbiene. Diese nur im Frühling fliegende Bienenart ist an ihrer langen und dichten Behaarung auf Kopf und Thorax sowie auf dem Hinterleib an den nur schwach hellen und am Ende dunklen Binden erkennbar. Ihre Vorkommen sind in Sachsen ungenügend erforscht. Vielleicht findest Du sie beim nächsten Frühlingsspaziergang beim Nestbau auf Sandboden oder bei der Nahrungssuche an Weidenkätzchen, an denen noch viele weitere Bienenarten vorkommen? Wenn Du an Weidenkätzchen nur Honigbienen findest, ist auch dies für uns eine wichtige Information. Sende uns Deine Beobachtungen mit einem Belegfoto zu, anhand dessen unsere Wildbienenexpertin die Bestimmung prüfen kann.


Honigbiene (Apis mellifera) © Tommy Kästner



Taubenschwänzchen 2015


      
Das Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum) wandert jedes Jahr von Neuem aus dem Süden bei uns ein. Diese Einwanderer sorgen in Mitteleuropa für Nachwuchs, aus dem im Spätsommer und frühen Herbst Falter hervorgehen. Man kann sie überall dort finden, wo es ein reiches Blütenangebot gibt, auch an Balkon- und Gartenblumen. Beim Blütenbesuch schwirren die Falter frei in der Luft und strecken ihren Rüssel in den Blütenkelch, ohne auf der Blüte zu landen. Dieses auffällige Verhalten erinnert an einen Kolibri und macht das Taubenschwänzchen zur populärsten Art unserer heimischen Schwärmer. Trotzdem gibt es noch viel über diese Art zu erforschen. So weiß man noch nicht, ob es dem Taubenschwänzchen gelingt, bei uns zu überwintern. Wenn Du Taubenschwänzchen beobachtest, kannst Du es hier auf INSEKTEN SACHSEN mitteilen. Die Meldungen helfen uns, das räumliche und zeitliche Vorkommen des Taubenschwänzchens besser zu verstehen. Und mit ganz viel Glück entdeckst Du sogar eine der ähnlichen, sehr seltenen Arten, den Hummel- (Hemaris fuciformis) und den Skabiosenschwärmer (Hemaris tityus).


die kleine Herrin 2015


16.07.2015

Auch wenn sie der Deutschen Wespe (Vespula germanica) und der Gemeinen Wespe (Vespula vulgaris) sehr ähnlich ist, Polistes dominula ist eine zahme und zurückhaltende Dame, die uns Menschen nicht sticht. Ins Deutsche übersetzt bedeutet ihr wissenschaftlicher Name "die kleine Herrin". Er bezieht sich auf die Hierarchie im Nest: Nach der Überwinterung gründen mehrere Weibchen eine neue Kolonie. Jenes, das die meisten Eier legt, wird Königin. Die anderen Mitgründerinnen ordnen sich unter und übernehmen Arbeitsaufgaben in der Kolonie. Markante Merkmale dieser Art sind die orangen Fühler und der vollständig gelbe Kopfschild (Clypeus). Dabei gleicht aber kein Individuum dem anderen und die Mitglieder eines Nestes – auch diejenigen, die nicht miteinander verwandt sind – können sich an der Gesichtszeichnung erkennen.


Bienenkäfer 2015


06.06.2015

Gemeiner Bienenkäfer (Trichodes apiarius) und Zottiger Bienenkäfer (Trichodes alvearius) sind ein Zwillingspaar. Sie sehen gleich aus und lassen sich doch gut unterscheiden. Ihre Larven fressen in den Nestern von Wildbienen Pollen und Bienenbrut. Da die Wildbienen seltener geworden sind, werden auch die Bienenkäfer immer seltener gefunden, insbesondere der einst häufigere Gemeine Bienenkäfer. Die adulten Käfer sind auf den Blütenständen von Doldenblütlern zu finden, wo sie Pollen fressen und Jagd auf andere Käfer machen. Mit ihren blauschwarz und rot gebänderten Flügeln sind sie leicht auszumachen. Achte genau auf die Zeichnung der Flügel, wie sie in den Artsteckbriefen beschrieben ist, um die beiden Arten richtig zu bestimmen und melde uns Deine Beobachtungen.


Gehörnte Mauerbiene 2015


21.03.2015
​Endlich Frühling! Auch wenn es noch leichte Nachtfröste gibt, zeigen sich tagsüber im Sonnenschein die ersten Bienenarten, unter ihnen die Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta). Die 11 bis 15 mm kleinen Frühlingsboten sind auf Kopf und Thorax schwarz sowie auf dem gesamten Hinterleib rostrot behaart. Vorn am Kopf weisen die Weibchen zwei „Hörner“ und die Männchen eine weiße Behaarung auf. Die Tiere brüten in Mauerritzen und nutzten künstliche Nisthilfen für Bienen („Bienenhotels“). Laut Roter Liste gilt die Gehörnte Mauerbiene in Sachsen offiziell noch als ausgestorben, doch wurde sie 2003 in Dresden wiederentdeckt und wird seit dem regelmäßig im Elbtal nachgewiesen. Nun möchten wir wissen, ob sie auch in anderen Regionen Sachsens vorkommt. Schaut nach Euren Bienennisthilfen und meldet Eure Beobachtungen!


Sächsische Wespe 2014



Spätsommer ist Wespenzeit! Es gibt einige Wespenarten in unserer Natur, von denen aber nur die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris) (im Bild) und die Deutsche Wespe (Vespula germanica) in diesen Wochen Bäckereien, Gartenlokale sowie die Speisen bei Kaffee und Abendessen im Freien besuchen. Und nur diese beiden Arten sind wirklich stechlustig.
Eine weitaus friedfertigere Art ist die Sächsische Wespe (Dolichovespula saxonica). Ihren Namen verdankt sie der Herkunft derjenigen Tiere, die der wissenschaftlichen Beschreibung dieser Art im Jahr 1793 durch den Naturforscher Johann Christian Fabricius zugrunde lagen: Sie stammten aus dem Kurfürstentum Sachsen.
Die Sächsische Wespe gehört zu den Langkopfwespen (Dolichovespula), bei denen zwischen Mandibeln und Komplexaugen Wangen ausgeprägt sind (Gemeine und Deutsche Wespen sind Kurzkopfwespen, d. h., ihre Mandibeln grenzen direkt an die Komplexaugen). Vorn im Gesicht ist die Augenbucht nur im unteren Bereich gelb gefüllt und hinter den Augen befinden sich zwei voneinander getrennte gelbe Flecke (bei Gemeiner und Deutscher Wespe ist die Augenbucht vollständig gelb gefüllt; hinter den Augen besitzt erstere Art zwei gelbe Flecke, die manchmal nur undeutlich voneinander getrennt sind, letztere einen durchgehenden gelben Streifen).
Die Nester der Gemeinen und Deutschen Wespen werden in der Regel in der Erde oder hinter Verschalungen in Gebäuden versteckt angelegt. Die Sächsische Wespe benötigt für ihre Nester größere Hohlräume und nutzt auch Dachüberstände, unter denen die Nester frei hängen können.
Die Sächsische Wespe hat auf unserem Portal bislang wenig Beachtung gefunden. Ganz zu Unrecht, trägt sie doch einen sächsischen Namen! Deshalb rufen wir dazu auf, Beobachtungen mit Belegfotos der Sächsischen Wespe mitzuteilen und sie vor angriffslustigen Vertretern des Homo sapiens in Schutz zu nehmen, denn die Sächsische Wespe wehrt sich erst bei allzu heftigen Erschütterungen ihres Nestes.


Große Holzbiene 2014




Die Veränderung unseres Klimas wirft die Frage auf, wie wechselwarme Insekten darauf reagieren. In der Praxis ist dies zunächst schwer zu untersuchen, da Insekten über einen Zeitraum von mehreren Jahren oft starke Populationsschwankungen aufweisen, die nicht nur von der Temperatur, sondern auch von Nahrungsangebot, Krankheiten und Parasiten beinflusst werden. Generell sollte mit einer Erhöhung der Temperaturen vor allem erwartet werden, dass sich südliche Arten, die an ein wärmeres Klima angepasst sind, weiter nach Norden ausbreiten. Eine Art, die diesem Trend möglicherweise folgt, ist die Große Holzbiene (Xylocopa violacea). Bis in die 1980er kam sie in Deutschland nur in der Oberrheinebene vor, breitet sich aber seit dem, und insbesondere seit 2003, nach Norden und Osten aus. Aufgrund eines Vermehrungsnachweises aus Sachsen erfolgte im Jahr 2010 durch das Sächsische Landesamt für Umwelt und Geologie (LfULG) ein Presseaufruf zur Großen Holzbiene. Daraufhin wurden mehrere Beobachtungen mitgeteilt, die bis in das Jahr 2005 zurückreichten. Nach den bislang vorliegenden Daten konzentrieren sich die sächsischen Vorkommen besonders im Dresdner Elbtal. 2013 riefen wir an dieser Stelle gemeinsam mit dem LfULG dazu auf, Beobachtungen der Großen Holzbiene mitzuteilen. Die Ergebnisse sind beeindruckend. Sie zeigen, dass diese Art auch in den westlichen Gebieten Sachsens bereits zu Hause ist. Noch einmal möchten wir in diesem Jahr dazu aufrufen, auf die Große Holzbiene zu achten und Beobachtungen mitzuteilen, um ein vollständigeres Bild vom Vorkommen in Sachsen zu erhalten.


Eichenprozessionsspinner 2014



Der Eichenprozessionsspinner Thaumetopoea processionea kam 2013 aufgrund seines gehäuften Auftretens im Land Brandenburg in die Schlagzeilen, und die daraufhin durchgeführten Bekämpfungsmaßnahmen in die Kritik. In Sachsen ist die Art bisher wenig beobachtet worden. Vorkommen sind seit einigen Jahren aus Dresden, der Umgebung Leipzigs und aus Nordsachsen bekannt. Deshalb möchten wir an dieser Stelle dazu aufrufen, Beobachtungen des Eichenprozessionsspinners zu melden. Die bis zu 3 cm langen Larven fallen vor allem durch ihre Prozessionen auf. Wie an einer Kette aufgereiht kriechen sie hintereinander. Eine solche Prozession kann mehrere Meter Länge betragen. Ein ähnliches Verhalten zeigen nur die Larven des Kiefernprozessionsspinners. Beide Arten sind eng an ihre Wirtsbäume gebunden und deshalb gut voneinander zu unterscheiden. Wenn die Larven nicht als Prozession unterwegs sind, ruhen sie in Gespinstnestern an Eichenstämmen oder fressen in den Baumkronen an Eichenblättern. Auffällig sind die großen Gespinstnester und die Prozessionen von Ende Mai bis Juli. Keineswegs dürfen die Larven berührt werden, da sie Brennhaare besitzen, die beim Menschen schwere pseudoallergische Reaktionen auslösen können.


Aurorafalter Frühling 2014



Flugsaison: Ende März bis Anfang Juni

Wenn der Aurorafalter fliegt, hat der Frühling Einzug gehalten. Es grünt und die Obstbäume stehen in voller Blüte. Die Männchen des Aurorafalters besitzen auf den Vorderflügeln große orangefarbene Flecken, an denen sie auch im Flug zweifelsfrei von allen anderen bei uns heimischen Schmetterlingsarten unterschieden werden können. Seit dem Frühling 2011 schenken wir auf "Insekten-Sachsen" dem Aurorafalter besondere Aufmerksamkeit. Zu keiner anderen Insektenart werden uns im Projekt so viele Beobachtungen mitgeteilt. In der Literatur gilt der Aurorafalter noch als eine häufige Art, aber derzeit deutet vieles darauf hin, dass er in Mitteleuropa seltener wird. Mit Euren Beobachtungen tragt Ihr dazu bei, die Bestandssituation in Sachsen zu erfassen und in diesem Jahr interessiert uns vor allem auch, wann diese Falterart nach den nun schon vielen sonnigen Wochen erstmalig gesichtet wird.


Kleiner Perlmuttfalter 2013


05.06.2013


Der Kleine Perlmuttfalter (Issoria lathonia) macht seinem Name alle Ehre: Auf den Hinterflügelunterseiten besitzt er große Perlmuttflecke, durch welche er sich von allen ähnlichen, orange und schwarz gefärbten Tagfaltern in unserer Natur leicht unterscheiden lässt. Aber aufgepasst! Ein paar weitere Arten besitzen auch Perlmuttflecke, die jedoch ein anderes Muster aufweisen. Die Diagnose beim Kleinen Perlmuttfalter muss also genauestens beachtet werden, will man Bestimmungsfehler vermeiden.
Der Kleine Perlmuttfalter ist ein Offenlandbewohner und seine Larven fressen dort an verschiedenen Veilchenarten. So ist er eine weit verbreitete Art in Sachsen, wird durch Flurbereinigung und Pestizideinsatz jedoch vielerorts verdrängt.


Feuerwanze 2013


14.03.2013
Ansammlung von Feuerwanzen in der ersten Frühlingssonne
Sie begegnen uns beim Frühlingsspaziergang im Park, am Waldrand oder auch mitten in der Ortschaft: kleinere oder größere Ansammlungen von Feuerwanzen, welche die wärmenden Strahlen der Frühlingssonne nutzen. Die Tiere überwintern unter Laub, unter Rinde von Bäumen und in Spalten unter der Erde. Dies geschieht oft in der Nähe von Linden, an deren Stämmen sich die Tiere dann sammeln. Die Wirkung der rot-schwarzen Warnfarbe wird dabei für mögliche Fressfeinde noch durch die großen Mengen versammelter Feuerwanzen verstärkt. Aber nicht nur für die gemeinsame Verteidigung sind Feuerwanzen gemeinschaftlich unterwegs: auch bei der Nahrungsaufnahme kooperieren die Tiere miteinander.
Scheint die Sonne etwas intensiver sind dann in den Gruppen von Feuerwanzen auch zahlreiche Paarungen zu sehen - die Frühjahrsansammlungen der Tiere sind auch ein perfekter "Heiratsmarkt" mit vielen Kontaktmöglichkeiten.
Verwechslungsmöglichkeiten bestehen mit anderen ebenfalls rot-schwarz gefärbten Wanzenarten (z.B. Ritterwanze, Corizus hyoscyami, Arocatus), von denen einige ebenfalls überwintern und dann auch im Frühjahr erscheinen. Von diesen ist die Feuerwanze jedoch durch ihre eiförmige Körperform und die fast immer verkürzten Flügel recht leicht zu unterscheiden.
Nach dem bisherigen Stand der Erkenntnisse über das Vorkommen der Feuerwanzen in Sachsen sieht es so aus, dass die Art in höheren Lagen der Mittelgebirge selten ist beziehungsweise ganz fehlt. Vielleicht spiegeln die bisherigen Nachweise aber auch die Verteilung der bevorzugten Exkursionsziele der Naturinteressierten im zeitigen Frühjahr wieder. Bitte helft mit, den Kenntnisstand hier zu vervollständigen!




Hornisse 2012


11.07.2012

Flugsaison: Mai bis Oktober

Sie ist die größte bei uns vorkommende Wespe: die Hornisse. Mit einer Körperlänge von 19 – 35 mm ist sie schon anhand ihrer Größe leicht zu erkennen. Charakteristisch ist die rotbraune Färbung am Kopfhinterrand. Ab Mitte April gründet ein überwintertes Weibchen einen neuen Familienstaat, der im Verlaufe des Jahres ein paar Hundert Individuen hervorbringt und nur bis zu den ersten Frösten im kommenden Herbst exisitiert...


Gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens (Harris, 1782))



Flugsaison: Mai bis Anfang August

Diese auffällige Libellenart ist an vielen Bächen und Flüssen in den Frühsommermonaten ab Ende Mai zu beobachten. Auffällig ist ihr gaukelnder, an Schmetterlinge erinnernder Flug. Die Männchen sind leicht an den dunkel metallisch-blauen Mittelbinden auf den Flügeln zu erkennen. Calopteryx splendens ist seit der Reduzierung der Abwasserbelastung in den frühen 1990er Jahren in den sächsischen Flüssen wieder häufiger geworden. Es wäre interessant zu erfahren, ob sich die Populationen seit der letzten landesweiten Erfassung, die 2005 publiziert wurde, weiter erholt haben. Die adulten Tiere fliegen, je nach Witterungsverlauf, bis weit in den August.

Hier kannst du mitmachen und deine Beobachtungen mitteilen.


Die Maikäfer (Melolontha)



Flugsaison: Ende April bis Anfang Juni

In Deutschland kommen drei Maikäferarten vor, die häufig verwechselt werden,
obwohl sie nach äußeren Merkmalen unterschieden werden können: der
Feldmaikäfer, der Waldmaikäfer sowie der seltene
Melolontha pectoralis

 

Allen drei Arten ist gemeinsam, dass sie an den Seiten des Hinterleibes, unterhalb der Flügel eine Reihe weißer Dreiecke aufweisen. Ähnlichen Arten wie dem Junikäfer fehlt dieses Muster. Die drei in Mitteleuropa vorkommenden Maikäferarten lassen sich am besten an ihrer Hinterleibsspitze (Pygidium) unterscheiden: Diese ist beim Waldmaikäfer schmal und endet in einem knotigen Fortsatz, beim Feldmaikäfer bildet sie einen lanzettartigen Fortsatz ohne Knoten und ist fein behaart sowie bei M. pectoralis doppelt behaart, beim Männchen wenig und schmal verlängert und beim Weibchen kurz und stumpf. Zur Erkennung dieser Merkmale ist eine einfache Lupe sehr hilfreich!

Früher waren Maikäfer sehr häufig und traten gelegentlich in großen Massen auf, wobei die Käfer durchaus ganze Wälder entlaubten. Während der umfangreichen chemischen Bekämpfungsmaßnahmen in den 1950er und 1960er Jahren sind die Populationen der Maikäfer in Mitteleuropa eingebrochen. 1974 schrieb Reinhard Mey darauf sein bekanntes Lied "Es gibt keine Maikäfer mehr". Seit dem sind Maikäfer in einigen Gebieten wieder etwas häufiger geworden, doch fehlen bislang neuere systematische Untersuchungen zur Situation in Sachsen. Deshalb haben wir die Maikäfer für unsere Mitmachaktion ausgewählt. Mach mit und melde uns deine Beobachtungen.




Aurorafalter (Anthocharis cardamines)



Flugsaison: Ende März bis Anfang Juni

Wenn der Aurorafalter fliegt, hat der Frühling Einzug gehalten. Die Obstbäume stehen in voller Blüte. Seit dem Frühjahr 2011 schenken wir dem Aurorafalter besondere Aufmerksamkeit. Die Männchen besitzen auf den Vorderflügeln große orangefarbene Flecken, an denen sie auch im Flug zweifelsfrei von allen anderen bei uns heimischen Schmetterlingsarten unterschieden werden können. Melde uns deine Beobachtungen.


Europäischer Laternenträger


19.08.2017

Europäischer Laternenträger. Hoyerswerda, August 2014.
© Thomas Sobczyk

Unter den 635 in Deutschland vorkommenden Zikadenarten ist der Europäische Laternenträger (Dictyophara europaea) durch seine typische Kopfform unverwechselbar. Er ist auf trockenwarme Lebensräume mit offenen Bodenstellen wie Trockenrasen und magere Frischwiesen angewiesen. Diese Lebensräume werden in Deutschland durch intensive landwirtschaftliche Nutzung, Eutrophierung und Aufforstung immer seltener. Auch Ersatzlebensräume wie Industriebrachen in Städten gehen durch die Bebauung vermeintlich wertlosen Ödlandes verloren. Daher gilt der Europäische Laternenträger bundesweit als gefährdet, in Sachsen sogar als stark gefährdet. Wir möchten Wissen, auf welchen Wiesen, Trockenrasen und Industriebrachen er in Sachsen noch zu finden ist und freuen uns auf Fundmeldungen mit Fotos.
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