Erste Reaktionen auf Offenen Brief zum Rückgang der Insekten

07.12.2017

Nachdem einige Medien über unseren Offenen Brief zum Rückgang der Insekten vom 27.11.2017 berichteten (Freie Presse 28.11.2017, Bauernzeitung 48. Woche 2017), erhielten wir am 6. Dezember 2017 eine erste Antwort aus der Politik. Uns schrieb Wolfram Günther, Landtagsabgeordneter im Sächsischen Landtag für die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Wortlaut:

„Lieber Herr Heinitz, lieber Matthias, liebe Naturfreunde im NABU,

mit Freude habe ich Ihren Offenen Brief gelesen. Vielen Dank für Ihr Engagement!
Wir sind als GRÜNE Landtagsfraktion bei dem Thema Insektensterben und all den angrenzenden Problemfeldern, die Sie benennen, ebenfalls aktiv. Jetzt ganz aktuell im Zusammenhang mit den neuen Studien, aber auch schon davor kontinuierlich. Wir versuchen, die Problematik immer wieder zum Thema im Landtag zu machen.

Direkt zum Thema Insektensterben haben wir einen Antrag eingereicht. Dieser soll sich mit dem Ausmaß, der Entwicklung und den Ursachen des Insektensterbens bei den unterschiedlichen Formen der Bewirtschaftung von Landwirtschaftsflächen befassen und insbesondere die Auswirkungen auf Nahrungsketten untersuchen. Wir fordern, die bereits heute vorhandene Erkenntnisse sowie Zwischenergebnisse und Erkenntnisse aus den Forschungsarbeiten unmittelbar nach ihrem Vorliegen in das Handeln in Sachsen bezüglich des Schutzes von Insekten einfließen zu lassen und umzusetzen

Die Staatsregierung hält es laut Stellungnahme zum Antrag Drs 6/11192 allerdings "nicht für zielführend", diesen Forschungsbedarf durch Studien innerhalb der Länder "zu beheben". Die Umweltministerinnen, -minister, -senatorin und -senatoren der Länder haben die Bundesregierung auf der 89. Umweltministerkonferenz am 17. November 2017 in Potsdam gebeten, das Bundesamt für Naturschutz mit der Erarbeitung eines einheitlichen Methodenleitfadens ,,Insektenmonitoring" zu beauftragen. Dieser sollte den Bundesländern sobald als möglich, spätestens jedoch bis 1. März 2019 vorliegen.

Unserer Meinung nach, besteht dringender Handlungsbedarf und das Warten auf einen einheitlichen Leitfaden zum Monitoring lässt zu viel Zeit verstreichen.

Am 2. März wird der Antrag Drs 6/11192 Ursachen des Insektensterbens erforschen und bekämpfen im Sächsischen Landtag öffentlich angehört werden. Wir laden Sie schon jetzt ein, daran teilzunehmen.

Aktuelle Anträge und Anfragen:
Antrag Drs 6/11192 Ursachen des Insektensterbens erforschen und bekämpfen

kleine Anfrage Drs 6/11116 Insektensterben bzw. Biodiversitätsverlust Insekten in Sachsen

kleine Anfrage Drs 6/11279 Pflanzenschutzmittel und Biozide in Schutzgebieten sowie Maßnahmen zum Insektenschutz in Sachsen - wurde aktuell noch nicht beantwortet

Weitere Anträge zum Themenkomplex:
Drs 6/5244 Umgang und Maßnahmen des Freistaates Sachsen in Zusammenhang mit den Auswirkungen des Vollherbizids Glyphosat

Drs 6/6482 Wildbienen wirksam schützen, Tracht und Lebensräume schaffen und erhalten sowie den Einsatz bienengefährlicher Mittel reduzieren

Drs 6/9523 Pestizideinsatz in Naturschutzgebieten ausschließen und Pufferstreifen gegen schädlichen Stoffeintrag einrichten

Plenardebattenbeiträge/Reden im Landtag
GRÜNEN-Antrag zu Wildbienen - Günther: Ein Drittel der landwirtschaftlichen Erzeugung ist von der Leistung der Bienen abhängig Rede | 09.11.16

Wolfram Günther: Artensterben in Sachsen stoppen! Rede | 11.06.15

Ich hoffe, dass es durch das weitere kontinuierliche Engagement von Verbänden wie dem NABU, der interessierten Öffentlichkeit insgesamt und uns GRÜNEN im Parlament endlich gelingen wird, dass auch in Sachsen Konsequenzen gezogen werden und eine Trendwende beim Artensterben gelingt.

Mit freundlichen Grüßen
Wolfram Günther, MdL"

 
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